F-35: Kritik an Kosten und Verfügbarkeit

Debatte um den F-35: 250 Mio. Euro pro Stück vs. 150 Mio. beim Eurofighter und nur 55% Einsatzbereitschaft. Ein Video einer misslungenen Manöveroperation befeuert die Diskussion.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

F-35: Zweifel an Kosten und Verfügbarkeit

Ein Kampfflugzeug, das in einem viralen Video bei einer misslungenen Manöveroperation zu sehen ist, dessen Preis laut aktuellen Schätzungen doppelt so hoch ist wie der eines Eurofighters und das interne Berichte über Motorprobleme und elektrische Ausfälle ansammelt. Der F-35 ist das teuerste Rüstungsprojekt der Geschichte und zugleich eines der am stärksten kritisierten. Die Debatte über seine Machbarkeit beschränkt sich nicht mehr auf militärische Talkrunden: Offizielle Berichte stellen die operative Verfügbarkeit infrage.

Das Video, das die F-35-Kontroverse neu entfacht

Der Auslöser ist ein Video, das einen F-35 bei einer misslungenen Manöveroperation zeigt, begleitet von Kommentaren, die ironisch über eine angebliche „Kamikaze-Version“ des Flugzeugs sprechen. Daraufhin dreht sich die Diskussion um die entscheidende Frage: Rechtfertigt das Vorzeige-Kampfflugzeug von Lockheed Martin seinen Preis? Manche behaupten, der F-35 sei ein gescheitertes Projekt, das als Plattform für zukünftige Entwicklungen dienen wird, aber im aktuellen Zustand nicht funktionsfähig ist. Andere erinnern daran, dass das Programm entwickelt wurde, um drei verschiedene Flugzeuge — die F-16, die F-18 und die Harrier II — zu ersetzen, und dass genau dieser Ehrgeiz sein Verhängnis ist.

Das häufigste Argument ist wirtschaftlicher Natur. Nach einer im Umlauf befindlichen Berechnung kostet ein voll ausgestatteter Eurofighter im schlechtesten Fall etwa 150 Millionen Euro. Ein voll ausgestatteter F-35 würde im besten Szenario bei 250 Millionen Euro beginnen. Der Unterschied ist erheblich: Das entspricht einem Aufpreis von über 60 % pro Einheit, stets nach diesen Zahlen.

Warum gilt der F-35 als Betrug am Pentagon?

Der Vorwurf ist nicht neu, wurde aber durch Daten untermauert. Das Programm wurde als vielseitiges und kostengünstiges Kampfflugzeug vermarktet. Das Ergebnis ist laut Kritikern ein Flugzeug mit extrem hohen Wartungskosten, mit Konstruktionsfehlern in den Versionen B und C, die den Endpreis in die Höhe getrieben haben. Die GAO (U.S. Government Accountability Office) bezifferte in einem Bericht aus dem Jahr 2023 die Missionsfähigkeitsrate der Flotte im März dieses Jahres auf rund 55%, weit unter den Zielen des Programms. Das bedeutet: Fast die Hälfte der Zeit kann das Flugzeug die Mission, für die es konzipiert wurde, nicht erfüllen.

Großbritannien, einer der treuesten Partner, hatte geplant, 150 Einheiten des F-35B zu kaufen. Heute liegt die Zahl bei 48, mit Zweifeln, ob eine zusätzliche Tranche von 20 erworben werden soll. Die ursprüngliche Zahl ist nicht haltbar. Und dies in einem Land, das den amerikanischen militärischen Schutzschirm nicht infrage stellt.

Probleme mit dem Motor und elektrischen Ausfällen

Der Motor ist eine weitere offene Baustelle. Er wird als wiederkehrende Schwachstelle beschrieben, mit Korrekturen, die alle paar Monate erforderlich sind. Hinzu kommen elektrische Ausfälle und eine lange Historie technischer Vorfälle, die ständige Überprüfungen erfordern. Bei einem trägergestützten Kampfflugzeug ist die Landung auf dem Flugzeugträger die gefährlichste Phase des Fluges, weshalb sie maximal automatisiert wurde. Wenn das System versagt, ist der Handlungsspielraum des Piloten minimal.

Die Paradoxie besteht darin, dass der F-35 so stark automatisiert ist, dass viele sich fragen, welche Rolle ein menschlicher Pilot überhaupt noch spielt. Der Computer korrigiert das Design-Ungleichgewicht des Flugzeugs in Echtzeit; menschliche Reaktionszeiten sind für diese Aufgabe zu langsam. Der Pilot managt, entscheidet und feuert. Aber er fliegt nicht im klassischen Sinne.

F-35 vs. Eurofighter und A-10: Vergleich der Kosten und Rollen

Der Vergleich mit dem Eurofighter ist unvermeidlich. Das europäische Flugzeug würde mit voller Ausstattung bei diesen 150 Millionen Euro liegen. Der F-35 beginnt im besten Fall bei 250 Millionen. Und bietet nicht immer mehr. In der Stealth-Konfiguration führt der F-35 wenig Bewaffnung; wenn alles außerhalb des Rumpfes angebracht wird, verliert er seine Tarnfähigkeit. Es ist das Quadratur des Kreises.

Im Vergleich zum A-10 Thunderbolt sieht die Debatte anders aus. Der A-10 ist ein robustes, fast schrottreifes Flugzeug, erfüllt aber eine spezifische Rolle — eine fliegende Kanone — mit anerkannter Effizienz. Der F-35 ersetzt ihn in dieser Funktion nicht. Die Idee eines 100% multifunktionalen Stealth-Kampfjets scheitert an der Physik: Ein kleines Flugzeug kann nicht viel Bewaffnung tragen und gleichzeitig unsichtbar bleiben.

Der F-35 und die spanische Marinefliegerstaffel: Ist das sinnvoll?

Im spanischen Fall wird der F-35B als Ersatz für die Harrier in der Armada (Marine) diskutiert. Die Frage ist, ob Spanien wirklich eine feste Trägerbasierte Luftwaffe braucht. Einige Analysen weisen darauf hin, dass das wahrscheinlichste Konfliktszenario gegen Marokko wäre, und in diesem Fall bieten die Flugplätze im Süden Spaniens bereits ausreichende Reichweite, ohne dass Flugzeuge auf Schiffen stationiert werden müssen. Die Kanarischen Inseln würden die Südflanke abdecken. Mit Luftbetankung erweitert sich die Einsatzreichweite noch weiter.

Die Fähigkeit, F-35 von einem Schiff aus zu betreiben, wäre sinnvoll, wenn mindestens ein weiteres Schiff dazu in der Lage wäre. Mit nur einem Flugzeugträger ist die Kapazität null, wenn dieser in der Werft ist. Der potenzielle Gegner weiß das. Die Schlussfolgerung verschiedener Analysen ist, dass die feste Trägerluftwaffe eher als Schaufenster dient — um zu zeigen, dass Spanien sie unterhalten kann — als dass sie eine echte operative Notwendigkeit darstellt. Die Armada müsste, so argumentieren sie, zuerst ihre Hubschrauberstaffeln erneuern.



Der F-35 hat Bestellungen von rund einem Dutzend verbündeter Länder angesammelt, und Lockheed Martin hat sich verpflichtet, die Produktionskosten in den kommenden Jahren zu senken. Das Programm wird sich wahrscheinlich amortisieren. Eine andere Frage ist, ob das Flugzeug hält, was es versprochen hat. Bei einer Verfügbarkeitsrate von 55% und einem Stückpreis, der doppelt so hoch ist wie der seiner Wettbewerber, lautet die Frage nicht mehr, ob der F-35 teuer ist. Sondern ob er funktioniert.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (169 Antworten).

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