F-16 Kampfjets in der Ukraine: Debatte über den tatsächlichen Nutzen

Militärquellen melden, dass F-16 in der Ukraine per Lkw eintreffen. Russland behauptet, sie hielten nur 20 Tage, während Zaluzhny die geringere Effektivität warnt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

F-16 Kampfjets in der Ukraine: Debatte über den tatsächlichen Nutzen
Zerlegte F-16 in der Ukraine: Kampfjets oder fliegende Ziele?

Die Ankunft der ersten F-16 Kampfjets in der Ukraine ist von einem Versprechen zu einer logistischen Tatsache geworden: Laut Berichten aus Militärkreisen haben mindestens sieben Einheiten die Grenze aus Polen überquert. Zwei Lastwagen transportierten in einer einzigen Nacht zwei dieser zerlegten Flugzeuge, wobei bis Anfang November bereits fünf vorangegangene Lieferungen verzeichnet wurden. Dieser Wert allein sagt wenig aus. Interessant ist jedoch, was er über den tatsächlichen Zustand der ukrainischen Luftwaffe und die – immer bescheidener werdenden – Erwartungen an dieses Flugzeug auf dem Schlachtfeld verrät.

Warum sie per Lkw statt im Flug kommen

Die Transportmethode war eines der ersten Dinge, die Aufmerksamkeit erregten. Die F-16 sind nicht von polnischen oder rumänischen Stützpunkten eingeflogen, sondern zerlegt und versteckt in Landkonvois angekommen. Einige behaupten, der Grund sei eine Frage der Legalität und der Vermeidung von Eskalationen: Wenn ein westlicher Kampfjet von NATO-Territorium abhebt und in der Ukraine landet, wird das Herkunftsland direkt in den Konflikt verwickelt. Der Transport auf der Straße, mit abmontierten Flügeln und unter Einsatz von Kränen, würde dieses formale Problem umgehen, allerdings auf Kosten einer langsamen und umständlichen Logistik.

Andere argumentieren, dass der wahre Grund einfacher ist: Ukrainische Flugplätze stehen unter ständiger Beobachtung, und ein Überführungsflug würde entdeckt und angegriffen, bevor er landen kann. Der Einsatz von technischem Gerät auf den Stützpunkten in Lutsk und Iwano-Frankiwsk, die mit den Luftwaffenbrigaden 114. und 204. verbunden sind, deutet darauf hin, dass die Inbetriebnahme nur nach und nach und unter strengster Geheimhaltung erfolgt.

Die russische Prognose: zwanzig Tage Kampf

Die russische Seite hat nicht gezögert, Zahlen auf den Tisch zu legen. Verteidigungsminister Sergei Schoigu versicherte, dass die der Ukraine versprochenen F-16 kaum zwanzig Tage halten würden, wenn die Luftverteidigungssysteme weiterhin so funktionieren wie bisher. In derselben Stellungnahme hob er hervor, dass im letzten Monat 31 ukrainische Kampfflugzeuge abgeschossen wurden – eine Zahl, die seiner Version nach fast die der vorangegangenen Zeiträume verdoppelt.

Diese Schätzung ist keine neutrale Vorhersage: Sie ist Teil der Kriegspropaganda und sollte auch so gelesen werden. Sie knüpft jedoch an ein technisches Argument an, das in mehreren Analysen auftaucht: Die F-16 sendet ein viel stärkeres Radarsignal aus als die alten MiG-29 oder Su-24 sowjetischer Bauart, was die Entdeckung durch Frühwarnflugzeuge wie die A-50 und deren anschließenden Abschuss erleichtert. Der technologische Vorteil des westlichen Jägers wird in diesem Szenario zu einem Nachteil.

Wofür sind die F-16 wirklich nützlich?

Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Walerij Saluschnyj, gab in einem Interview zu, dass die F-16 weniger effektiv sein werden als erwartet, da Russland seine Luftverteidigung verstärkt hat. Dies ist keine unbedeutende Aussage: Wer die Gegenoffensive leitet, erkennt an, dass die Wunderwaffe zu spät und in einem feindseligen Umfeld eintrifft.

Die möglichen Einsatzmöglichkeiten reduzieren sich auf vier: Luftkampf gegen die russische Luftwaffe, eine Plattform für weitreichende Luft-Luft-Raketen zur Jagd auf Radarflugzeuge wie die A-50, das Abfeuern von Luft-Boden-Marschflugkörpern und ein Trägerfahrzeug für JDAM-Bomben. Ersteres ist laut den kursierenden Analysen am unwahrscheinlichsten: Ein Luftkampf (Dogfight) zwischen F-16 und modernen russischen Jägern begünstigt nicht die Ukrainer. Die anderen drei sind realistischer, erfordern jedoch eine logistische und wartungstechnische Integration, die nicht improvisiert werden kann.

Die AIM-120D-Rakete hat in ihrer neuesten Version eine Abfeuerreichweite von 180 Kilometern. Dies ist ein Wert, der oft wiederholt wird, um den Nutzen des Flugzeugs zu rechtfertigen, obwohl die theoretische Reichweite keinen Abschuss garantiert: Es bedarf der Detektion, der Führung und eines Startfensters, das der Gegner nicht immer gewährt.

Wer die Rechnung bezahlt

Über die militärische Ebene hinaus hat die Ankunft der F-16 die Diskussion über die Kosten wieder eröffnet. Ein Teil der Analyse besagt, dass dieses Kriegsmaterial letztlich aus den europäischen Haushalten finanziert wird und die Rechnung den EU-Steuerzahlern gestellt wird, wenn die Ukraine in ihrem Integrationsprozess voranschreitet. Der EU-Friedensfonds (Fondo para la Paz UE) wird als Instrument erwähnt, das die Lieferung von Waffen ermöglicht, ohne dass jedes Land direkt zahlen muss.

Der Einwand gegen dieses Argument ist ebenso vorhersehbar: Ohne diese Ausgaben schwächt sich die europäische Abschreckung gegenüber Russland ab. Das Problem ist, dass keine der beiden Seiten eine klare Buchhaltung darüber vorlegt, was bereits zugesagt wurde und was noch zu zahlen ist. Undurchsichtigkeit ist hier die verlässlichste Information.

Ein Zeitplan, den niemand kontrolliert

Die Ausbildung ukrainischer Piloten auf F-16 begann auf dem Stützpunkt der 162. Fighter Wing der US Air National Guard in Arizona, der einzigen Einheit der US Air Force, die ausländische Piloten auf diesem Modell ausbildet. Der Kurs dauert etwa sechs Monate. Diese Frist, zusammen mit den Liefer- und Einsatzzeiten, rückt die tatsächliche Einsatzfähigkeit in einen Horizont, den Zelensky selbst als offen bezeichnet hat: Die Lösung des Luftraumproblems besteht seiner Meinung nach darin, abzuwarten, bis die Piloten ihre Ausbildung abgeschlossen haben.

Währenddessen ist die Gegenoffensive ohne die erwarteten Ergebnisse geblieben, und in US-Medien wird über mögliche Friedensverhandlungen diskutiert. Die Ankunft dieser F-16 ändert dieses Bild nicht. Sie bestätigt lediglich, dass der ukrainische Luftkrieg zunehmend von einem Flugzeug abhängt, das zu spät, per Lkw und mit der russischen Luftverteidigung im Nacken ankommt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (103 Antworten).

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