EZB hat 48 Stunden, um Frankreich zu retten oder den Euro fallen zu lassen

Die französische Risikoprämie erreichte 178 Basispunkte, die EZB prüft die Aktivierung des TPI, eines noch nie genutzten Instruments. Die Inflation von 3,8 % erschwert die Entscheidung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Europäische Zentralbank steht vor einer beispiellosen Entscheidung: den TPI aktivieren, um die französische Schuldtitel zu stabilisieren, oder zulassen, dass die Risikoprämie weiter steigt. Das Problem: Frankreich erfüllt die Regeln nicht, die dieses Mechanismus verlangt, und die Inflation von 3,8 % erzwingt gleichzeitig Zinserhöhungen.

Frankreich zahlt für seine Schulden so viel wie zuletzt **2002**. Seine Risikoprämie erreichte **178 Basispunkte**, und die Europäische Zentralbank hat ein Instrument auf dem Tisch, das genau für diesen Fall geschaffen wurde: den TPI, das Transmission Protection Instrument. Es wurde noch nie genutzt.

## Ein Schild, das verlangt, was Frankreich nicht erfüllt

Der TPI erlaubt der EZB, Schuldtitel eines Landes unter Druck zu kaufen, aber unter Bedingungen. Das Land muss die europäischen Fiskalregeln einhalten und einen tragfähigen Schuldenpfad vorweisen. Frankreich erfüllt das heute nicht. Eine Aktivierung ohne diese Bedingungen würde einen Riss öffnen: Der Schutzschild wäre keine Versicherung mehr für disziplinierte Länder, sondern eine Rettungsleine ohne Gegenleistungen.

**Christine Lagarde** muss entscheiden, ob das akzeptabel ist. **2012** löste **Mario Draghi** eine ähnliche Krise mit drei Worten: "whatever it takes". Es genügte, weil ihm der Markt glaubte. Heute ist der Kontext ein anderer: Die Inflation von **3,8 %** zwingt die EZB, den geldpolitischen Bremsfuß zu halten, während sie erwägt, mit Schuldkäufen aufs Gas zu treten.

## Lagardes Dilemma: Bremse und Gaspedal zugleich

Zinserhöhungen zur Inflationsbekämpfung verteuern die französischen Schulden. Der Kauf dieser Schulden zur Beruhigung der Risikoprämie pumpt Liquidität in den Markt und treibt die Preise nach oben. Beide Instrumente wirken in entgegengesetzte Richtungen. Am Donnerstag zeigt sich, was die EZB priorisiert.

Die Sache bleibt nicht in Paris. Gerät die französische Prämie außer Kontrolle, erreicht die Ansteckung Spanien und die variablen Hypotheken, die sich am Euribor orientieren. Ein steigender Euribor verteuert die Raten. Die Termine zählen: die Sitzung am Donnerstag, der Verlauf der Inflation und die Reaktion des Marktes auf Lagardes Entscheidung.

## Was für Spanien und den Euro auf dem Spiel steht

Spanien hat nicht die französische Risikoprämie, teilt aber Währung und Schuldenmarkt. Eine Fragmentierung würde die Finanzierung für alle verteuern. Genau das soll der TPI verhindern, und seine erstmalige Nutzung würde einen Präzedenzfall schaffen: welches Land ihn erhält und unter welchen Bedingungen.

Die Entscheidung am Donnerstag ist nicht nur technisch. Sie ist politisch und hat direkte Folgen für die Schulden- und Hypothekenzinsen. Aktiviert die EZB den Schild ohne Erfüllung der Bedingungen zu verlangen, lautet die Botschaft: Regeln lassen sich umgehen. Tut sie es nicht, kann die französische Prämie weiter steigen. Eine saubere Option gibt es nicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (13 Antworten).

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