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Europa blickt auf Frankreich nach seiner Wendung zu China in Afrika
Macrons Reise nach Peking und der chinesische Druck in Westafrika öffnen das Kräftemessen zwischen europäischer Autonomie und Unterwerfung unter Washington erneut.
Frankreich bricht aus dem Drehbuch aus und Europa hält den Atem an
Emmanuel Macrons Reise nach Peking, mit dem Schatten Taiwans im Hintergrund und der Gefahr, in Westafrika an Einfluss zu verlieren, hat eine Debatte entfacht, die weit über eine diplomatische Reise hinausgeht. Die These, die kursiert: China habe dem Élysée ein Ultimatum gestellt – die Finanzierung des Ukraine-Krieges einstellen und den Ton gegenüber der Insel mäßigen, oder zusehen, wie das afrikanische Kolonialgeflecht zerbröselt. Das Ergebnis, so diese Lesart, ist ein Frankreich, das sich der Neuen Seidenstraße zuwendet, während die östlichen NATO-Partner sich zusammenreißen müssen.
Die eigentliche Frage ist nicht, ob Macron souverän geworden ist, sondern wie viel von dieser Wendung Theater ist. Manche deuten den Schachzug als klassisches Kraftspiel gegen Washington: Paris tritt aus der Reihe, die Anglos zahlen, und der Dissens löst sich wie ein Würfelzucker auf. Andere sehen ein beunruhigenderes Signal – das eines Landes, das Einmischung auf seinen Straßen wahrnimmt und mit der China-Karte antwortet.
Die einzige Großmacht ohne US-Basen
Frankreich ist das einzige gewichtige europäische Land, das keine amerikanischen Militärbasen beherbergt, und diese Anomalie erlaubt es ihm gelegentlich, aus dem Drehbuch auszusteigen. Der Besuch in Peking wird als wiedergewonnene Würde gelesen, ein Autonomie-Schub, der – so die Skeptiker – nur so lange anhält, bis man wieder in die Reihe zurückgeholt wird. Die übrigen Partner, so diese Lesart, ändern keinen Jota an dem, was das andere Ufer des Atlantiks diktiert.
Die Ironie: La grandeur hatte immer ihren Preis. Und in Afrika wird dieser Preis in Einfluss bezahlt. Die chinesische Konkurrenz auf dem Kontinent hat Paris zum Handeln gezwungen, und nicht jeder sieht darin einen Meisterzug.
Das afrikanische Imperium als Ballast
Die französische Präsenz in Westafrika spaltet sogar diejenigen, die mit Paris sympathisieren. Für einen Teil der Analyse ist dieses Geflecht ein Problem für die Nachbarländer, unabhängig vom Verhältnis zu den Anglos. Die Anbindung an die Neue Seidenstraße wird als Manöver gedeutet, um aus einer maroden Kolonialmaschine das Beste zu retten.
Unterdessen macht sich am östlichen NATO-Flügel Nervosität breit. Ein Verbündeter, der eigenmächtig mit Peking verhandelt, während Material in die Ukraine geschickt wird, ist ein unbequemer Partner. Die Paradoxie: Dasselbe Land, das mit ukrainischen Offizieren Kriegspläne erörtert, erscheint zugleich als derjenige, der mit dem Rivalen flirtet.
Warum wird die Reise als chinesisches Ultimatum gedeutet?
Weil es in der Erzählung, die die Debatte dominiert, heißt: Peking habe seine Unterstützung für die französische Präsenz in Afrika davon abhängig gemacht, dass die militärische Unterstützung für Kiew aufgegeben und die Haltung zu Taiwan geändert wird. Für dieses Kraftspiel gibt es keine offizielle Bestätigung, doch die zeitliche Übereinstimmung der Reise mit chinesischen Militärmanövern um die Insel nährt diese Lesart. In diesem Rahmen erscheint der Besuch als diplomatische Deckung für einen Partner, der unter Druck setzt.
Der Dollar, Ceuta und der Dominoeffekt
Die Debatte driftet zum globalen Schachbrett ab. Wenn der Dollar an Kraft verliert, verschiebt sich das Kräftegleichgewicht in Nordafrika – und damit Spaniens Position gegenüber Marokko. Die Abhängigkeit von Washington wird als Ballast gelesen: Amerikanische Interessen decken sich nicht immer mit denen der Verbündeten, und die NATO gilt als Club mit Abstimmungsdiziplin.
Den Schlusspunkt setzt die unbequeme Tatsache: Frankreich ist das einzige große europäische Land ohne amerikanische Truppen auf seinem Boden, und trotzdem wird ihm Unterwerfung abverlangt. Wenn selbst der Partner mit dem größten Handlungsspielraum sich am Ende beugt – was bleibt dann für die anderen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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