Eugenio Parreño, ein pensionierter Lokführer und ehemaliger Kandidat von Unidas Podemos, behauptete bei La Sens, das LZB-Signalsystem sei "völlig sicher" und "das System habe nicht versagt" bei dem Unglück von Urda, bei dem 69 Menschen starben und 64 vermisst werden.
Es gibt eine Szene, die sich jedes Mal wiederholt, wenn ein Zug in Spanien entgleist oder zusammenstößt: Der Sender sucht jemanden, der sich mit Gleisen auskennt, hält ihm ein Mikrofon hin und fragt, ob das normal sei. Die Antwort ist meist beruhigend. Das Problem ist, wenn die Realität die Beruhigung nicht hergibt.
## Wer ist Eugenio Parreño und warum ist er wieder im Fernsehen
**Eugenio Parreño** ist ein pensionierter Lokführer, der bei den Regionalwahlen **2023** auf Platz zwei der Liste von **Unidas Podemos** in Castilla-La Mancha stand. Er ist kein anonymer Techniker: Er ist Mitglied von **Izquierda Unida** und hat eine Wahlbilanz. Das macht nicht ungültig, was er sagt, aber man sollte es wissen, bevor man sein Wort als das eines neutralen Experten nimmt.
La Sens hatte ihn bereits nach den Unfällen von **Adamuz** und **Gelida** Anfang des Jahres eingeladen. Damals führte er die Unglücke auf "Pech" und den "Klimawandel" zurück. Jetzt ist er wieder aufgetreten, diesmal bei **El Objetivo** mit Ana Pastor und **Más Vale Tarde** mit Iñaki López, um über den Zusammenstoß von **Urda** (Toledo) zu sprechen.
## "Das System hat nicht versagt": Der Satz, der den Tonaufnahmen widerspricht
Am **28. Oktober** verteidigte Parreño bei El Objetivo das **LZB**, das Signalsystem, das nach allen Anzeichen vor dem Zusammenstoß versagt hatte. Er sagte, "dass etwas alt ist, bedeutet nicht, dass es weniger sicher ist", und das LZB sei "völlig sicher". Pastor reagierte ungläubig: "Ich glaube, heute zweifelt niemand daran, dass das System versagt hat; wir haben es in den Tonaufnahmen gehört".
Die Antwort des Lokfahrers verdient es, langsam gelesen zu werden: "Nein, das System hat nicht versagt. Schauen Sie, das System hatte einen Computerfehler". Er unterscheidet also zwischen einem Versagen des Systems und einem Fehler im System. Eine Nuance, die bei einem Unglück mit **69 Toten** und **64 Vermissten**, deren Angehörige noch immer ohne jede Spur sind, eher nach Wortklauberei klingt als nach technischer Erklärung.
Parreño fügte hinzu, dass jedes System versagen könne, auch das **ERTMS**, das modernste, das derzeit im Netz ausgebaut wird. Und er deutete an, dass das Problem im "Plan B", dem Backup-System, gelegen haben könnte, wo "der menschliche Faktor eine größere Rolle spielt". Das ist ein Eingeständnis, dass etwas versagt hat, nur auf einer anderen Ebene.
## Ein System mit früheren Störungen und ein Vorstandsvorsitzender, der gewarnt hat
Der Kontext ist wichtig. Auf demselben Streckenabschnitt gab es seit Monaten Störungen im Zusammenhang mit Signalfehlern. Und der Vorstandsvorsitzende von **Iryo** hatte weniger als einen Monat zuvor gewarnt, dass LZB-Fehler seine Züge zum Stehen brächten. Das ist kein nachträglich geäußerter Verdacht: Es gab Warnungen.
Wenn ein System seit längerem Probleme macht und es jemand "völlig sicher" nennt, lautet die vernünftige Frage nicht, ob das System theoretisch gut ist, sondern ob es es auf genau diesem Streckenabschnitt, mit genau dieser Wartung und genau dieser Absicherung war. Eisenbahnsicherheit misst man nicht in der Abstraktion.
## "Die Bahn ist das sicherste Verkehrsmittel"
Am nächsten Tag, dem **29. Oktober**, betonte Parreño bei Más Vale Tarde, die Bahn sei "das sicherste Verkehrsmittel", und bat die Menschen, ihr zu vertrauen, da sie zudem "ökologisch nachhaltig" sei. Er fügte hinzu, dass es in **34 Jahren** "zwei Unfälle" gegeben habe und dass er selbst Zug gefahren sei und wieder fahren werde.
Die Zahl der zwei Unfälle stimmt als Zählung, aber die Schlussfolgerung, die sie nahelegt, trägt nicht: Beide ereigneten sich in weniger als einem Jahr und forderten zusammen mehr als **110 Tote**. "Nur zwei" zu sagen, wenn diese beiden eine solche Bilanz hinterlassen haben, ist eine merkwürdige Art der Beruhigung. Und mit umweltfreundlichem Verkehr abzuschließen, während es um Dutzende Tote geht, wirkt irgendwie deplatziert.
Niemand bestreitet, dass die Bahn statistisch sicherer ist als das Auto. Zur Debatte steht, ob das System, das diesen Streckenabschnitt schützen sollte, funktioniert hat. Beides zu verwechseln ist es, was es erlaubt zu sagen "das System hat nicht versagt", während 64 Menschen gesucht werden.
Angesichts eines Unglücks dieses Ausmaßes mit laufender offizieller Untersuchung sollte man sich auf die technischen Berichte stützen und nicht auf die Talkshows, so kompetent sie auch klingen mögen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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