Evangelikale: Kolonialisierung Lateinamerikas
In den 1970er Jahren, während sich katholische Priester in Lateinamerika in der Befreiungstheologie verhedderten, regte sich etwas anderes. Konservativen Pfingstkirchen, finanziert aus den Vereinigten Staaten, begannen, arme Viertel mit einer einfachen Botschaft zu füllen: Erlösung ist persönlich, Armut kein politisches Problem und Wohlstand ein göttliches Zeichen. Die Analyse legt nahe, dass dies kein spontanes Phänomen war, sondern eine Operation des Social Engineering mit geopolitischen Zielen. Einige argumentieren, die CIA habe die Evangelikalen in die Region gebracht, um katholische Strömungen zu bekämpfen, die Washington als kommunistisch ansah. Jahrzehnte später ist das Ergebnis eine transformierte religiöse Landkarte und eine soziale Zerrüttung, die manche als Dominationsstrategie lesen.
Der Ursprung: Die CIA und die Pfingstkirchen
Die Verbindung zwischen US-Behörden und dem Vormarsch der Evangelikalen in Lateinamerika ist keine Randtheorie. Manche behaupten, die CIA habe in den 1970er Jahren konservative Pfingstkirchen in die Region geschickt, um katholische Tendenzen zu kontern, die sie als kommunistisch betrachteten. Die Idee war, dass die Armen ihre persönliche Erlösung suchen sollten, statt sich politisch zu organisieren. Die Botschaft verfing. Während die katholische Kirche zwischen der Option für die Armen und ihrer traditionellen Hierarchie rang, boten evangelikale Pastoren eine direkte Spiritualität ohne klerikale Vermittlung und ein Wohlstandsversprechen, das keine Änderung der sozialen Ordnung erforderte.
Das Phänomen entstand jedoch nicht erst mit der CIA. Evangelikale Kirchen existierten lange vor der Behörde. In Brasilien und Hispanoamerika sind es jene, die in die Berge gehen, um zu missionieren, die Gefängnisse und Favelas betreten. Sie sind auch im Radio und Fernsehen präsent: In Brasilien ist das Netzwerk Record der zweitgrößte Sender nach Einschaltquoten. In Ländern wie Argentinien wird die katholische Kirche direkt durch Steuerzahler finanziert. Der Wettbewerb um die Seele des Kontinents folgt ökonomischen Regeln, nicht nur theologischen.
Wohlstandsevangelium: Beten für mehr Geld
Nach einer Position in der Debatte ist der evangelikale Kult nicht spirituell, sondern rein materialistisch. Man betet nicht, um Kontakt zum Jenseits aufzunehmen oder aus Spiritualität heraus, sondern für mehr Geld, bessere Gesundheit, ein neues Auto, ein größeres Haus, Jugendlichkeit oder Heilung von Krankheiten. Lateinamerikaner werden evangelikal, indem sie vor dem Katholizismus fliehen, der mit Armut assoziiert wird, und danach streben, den Amerikanern ähnlicher zu werden, die mit Reichtum verbunden werden. Sie bitten ihren Gott, sie reich zu machen; manchmal führen sie auch Exorzismen durch, um den Dämon auszutreiben, der sie arm hält.
Das Extrem dieser Logik sind Pastoren, die Opfergaben erbitten, um zwei aktuelle iPhone-Modelle zu kaufen, weil Gott es angeblich beschlossen hat. Dies sind die sogenannten Neopfingstler, Pastoren, die einfache und bescheidene Menschen ausnutzen. Die schwebende Frage lautet, warum sie nicht vom Blitz getroffen werden. Für Gläubige lautet die Antwort, dass göttliche Gerechtigkeit nicht nach diesen Zeitplänen funktioniert.
Evangelikaler Zionismus: Pro-Israel stärker als Netanyahu
Eine Meinung im Thread besagt, dass Evangelikale zionistischer seien als Netanyahu selbst. Deshalb seien sie so gut finanziert: Es sei eine Investition mit hoher Rendite für den Zionismus. Viele unterstützen Israel nicht nur politisch, sondern spenden Geld an die israelischen Streitkräfte. Die theologische Basis ist der Dispensationalismus: Einige sehen Nnnn als gerettet durch den besonderen Bund Gottes mit ihnen an; andere glauben, sie würden sich vor dem Ende der Tage zu Christus bekehren. In beiden Fällen sind sie pro-jüdisch und pro-israelisch, da sie Jerusalem als Ort verstehen, an dem Christus bei der Wiederkunft zurückkehren muss.
Eine andere Meinung argumentiert, dass das Evangelikalentum, wie alle protestantischen Richtungen, tief judaisierend sei. Es lehne das fundamentale christliche Prinzip der Freiheit ab und delegiere alles an das Schicksal. Dies geschehe listig, indem Anstrengung geschmeichelt werde, um zu zeigen, dass man auserwählt sei. Gott rücke wieder in den Vordergrund, und der Mensch werde Sklave seiner Wahnvorstellungen. Es sei die perfekte Religion für Rassisten, wie alles Judaisierende.
Die Häresie von Sola Fide und freiem Willen
„Sola fide“ (allein durch den Glauben) impliziert die Prädestination. Calvin zog lediglich diese logische Konsequenz aus lutherischen Ideen. Wenn Werke keine Rolle spielen, ist Erlösung oder Verdammnis bereits garantiert. Calvin drehte die Häresie noch weiter. Evangelikale und andere Sekten haben sie noch mehr verdreht, aber der Ursprung liegt bei Luther. Rein rational betrachtet ergibt nichts mehr Sinn, wenn Handlungen im Leben unwichtig sind. Der Zweck der Zehn Gebote wird unklar.
Die theologische Diskussion ist feiner, als es scheint. Calvinisten verstehen, dass Gott einige zur Erlösung und andere zur Verdammnis prädestiniert. Egal was man tut, man kann sich nicht retten, wenn man nicht prädestiniert ist, und nicht verdammen, wenn man es ist, denn Gott wirkt unvermeidbare Gnade in einem. Die Mehrheit der Protestanten versteht jedoch, dass Jesus Christus bereits für alle Sünden bezahlt hat. Pelagius nahm an, dass gerechte und tugendhafte menschliche Handlungen Gottes Gnade erlangen könnten; dies wurde als pelagianische Häresie verurteilt, da Rechtfertigung ein Geschenk Gottes ist, das der Mensch annehmen oder ablehnen kann.
Trump, das Paradies und die MAGA-Pandemie
Trump sagte, er glaube, seine Bemühungen um den Weltfrieden brächten ihm näher ans Paradies. Die Reaktion eines Teils seiner evangelikalen Basis war sofortig: Werke zählen nicht, stark an Gott zu glauben reicht, sodass man so viele Genozide und Gräueltaten begehen kann, wie man für angemessen hält, ohne Angst vor Verdammnis. Eine protestantische Kommentatorin erinnerte ihn an Epheser: „Denn aus Gnade seid ihr gerettet durch Glauben... nicht aus Werken, damit sich niemand rühme.“ Die Kontroverse bleibt dieselbe: Wird Erlösung verdient oder empfangen?
Viele Menschen in den USA glauben das wirklich. Im Grunde sind diese Leute nicht religiös, sondern glauben an Magie. Frömmigkeit, Nächstenliebe und Ehrlichkeit sind revolutionäre Akte. Daher muss die katholische Kirche immer auf der Seite der Verfolgten stehen. Fragen Sie Monsignore Romero, der beim Abhalten der Messe in einer Kirche ermordet wurde, weil er sagte: „Brüder, sie sind unser eigenes Volk. Sie töten ihre eigenen Bauernbrüder. Und wenn ein Mann einen Befehl zum Töten gibt, muss das Gesetz Gottes gelten, das sagt: Du sollst nicht töten.“
Das Geschäft mit Seelen und Steuergeld
Der Vormarsch der Evangelikalen erklärt sich nicht allein durch Glauben. Es gibt eine wirtschaftliche Infrastruktur. In Brasilien ist das Netzwerk Record der zweitgrößte Sender. In Argentinien wird die katholische Kirche direkt durch Steuerzahler finanziert. Der Wettbewerb um die Seele des Kontinents folgt Marktregeln. Nach einer Meinung im Thread stammt das Geld für die Missionierung letztlich von US-Steuerzahlern oder vom Dollar als Reservewährung. Amerikaner investieren dort, wo sie Gewinn erzielen können, und hier können sie gewinnen. Also zahlen die Steuerzahler. Oder besser gesagt, die ganze Welt zahlt für den Dollar.
Das Ergebnis ist eine transformierte religiöse Landkarte und eine soziale Zerrüttung, die manche als Dominationsstrategie lesen. Die evangelikale Kolonialisierung Lateinamerikas ist nicht nur ein religiöses Phänomen: Es ist eine Operation des Social Engineering mit geopolitischen Zielen, laut der These der Analyse. Das verwirrende Faktum ist, dass das Wohlstandsevangelium Jahrzehnte später weiterhin Kirchen füllt, während Pastoren Opfergaben für iPhones erbitten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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