Euribor bei 4,13% verdoppelt Rate: von 570 auf 1.076 Euro
Laut dem Tweet, der die Debatte auslöst, betrug die monatliche Rate einer 2017 aufgenommenen Hypothek über 180.000 Euro mit 30 Jahren Laufzeit und Euribor plus 0,89 ursprünglich 570 Euro. Nach dieser Berechnung wären heute 1.076 Euro fällig. Fast das Doppelte. Diese Zahl verdeutlicht besser als jeder Bericht, was die Geldpolitik für private Haushalte bedeutet hat: Eine jährliche Anpassung, die einem ganzen Gehalt entspricht.
Die oft zitierte Zahl — Euribor bei 4,13% und im genannten Fall eine Rate, die von 570 auf 1.076 Euro steigt — hat eine technische Erklärung, die kaum jemand bestreitet, sowie eine Schuldzuweisung, die sehr wohl diskutiert wird. Hier beginnt das Interessante.
Was geschah mit dem Euribor und den Raten
Der am häufigsten genannte Fall in der Debatte: 180.000 Euro über 30 Jahre, Euribor plus 0,89. Rate von 570 Euro im Jahr 2017, nun 1.076 Euro. Dies ist nicht das schlimmste Szenario. Manche berichten über Margen, die den Endzins auf 5,79% treiben, und andere beschreiben Anstiege von 500 auf 700 Euro monatlich bei Gehältern von 1.300 Euro, mit Kindern und Auto im Haushalt. Die Anpassung fragt nicht nach dem Einkommen.
Die Rate steigt gleichermaßen für den Informierten und den Uninformierten. Das ist der Punkt, der die gesamte Diskussion durchzieht.
Wer trägt die Verantwortung für den Euribor-Anstieg?
Hier öffnet sich der Graben. Ein Lager behauptet, der einzige Verantwortliche sei die Europäische Zentralbank (EZB) und ihre Präsidentin Christine Lagarde, die bereits beim IWF einen Schuldenschnitt von 10% befürwortet habe und dies nun indirekt über die Geldschöpfung erreicht habe. Die Sequenz wäre: Erst druckt man Geld, dann kommt die Inflation, danach müssen die Zinsen zur Eindämmung erhöht werden. Alles war vorhersehbar.
Ein anderes Lager entgegnet, dass es so absurd wäre, den Euribor der spanischen Regierung zuzuschreiben, wie zu glauben, ein Tankstellenangestellter bestimme den Benzinpreis. Der Index wird von der EZB festgelegt; die Regierung hat keinen Hebel. Und ein dritter Weg, unbequem für beide Seiten, weist auf jene hin, die ohne Kalkulation unterschrieben haben: Die Zinsen hätten nie unter 4% fallen dürfen, und wer sich bei niedrigen Zinsen für eine variable Hypothek entschied, übernahm ein Risiko, das sich nun materialisiert.
Dass die Geldpolitik europäisch gesteuert wird, befreit niemanden von der Verantwortung, macht die Regierung aber auch nicht zum Marionettenspieler des Euribors.
Die Falle bei Fest- und Mischzins-Hypotheken
Die defensive Antwort lautet: Fixzins abschließen. Auf dem Papier löst eine Festzins-Hypothek über 30 Jahre mit 2,7–2,8% das Problem dauerhaft. In der Praxis ist es nahezu unmöglich, einen Festzins unter 2,5% ohne zahlreiche Verknüpfungen zu erhalten: Angebote liegen oft über 3,5%, wenn Bedingungen nicht erfüllt werden.
Mischzins-Hypotheken sind zum Mittelweg geworden. Man erhält sie etwa bei 2,3%, wenn man sein Gehalt domiciliiert, die Kreditkarte nutzt und Rechnungen abbucht. Bei gemeinsamen Einkünften von 4.000 Euro bieten einige Institute 2,8% an, wenn nur ein Gehalt über 1.200 Euro domiciliiert wird. Der Teufel steckt im Detail: Es gibt Mischzins-Modelle für 5–7 Jahre, aber eine 10-Jahres-Fixphase bei 2,2% zu finden, ist praktisch unmöglich, egal wie viele Filialen man abklappert.
Der Sparer, der große Vergessene
Während die Diskussion um die Hypothekenschuldner kreist, gibt es eine Gruppe, die seit Jahren die Zeche zahlt, ohne sichtbaren Protest: jene, die Geld auf der Bank haben. Die Zinsen bleiben niedrig bei hoher Inflation, und die Rendite des Sparens gleicht den Kaufkraftverlust nicht aus. Die Laune, billiges Geld zu halten, zahlen sie.
Die Inflationdebatte wird durch eine Liste von Ländern illustriert, die von Venezuela (404%) bis Ungarn (20,1%) reicht, mit Stationen wie Argentinien (116%), Türkei (38,21%) oder Polen (11,5%).
Wohnraum: Der Preis sinkt nicht
Unter dem Euribor liegt ein größeres Problem. Wenn Wohnimmobilien günstiger würden, wäre der Index weniger relevant. Die verbreitete Diagnose besagt, dass Immobilien nie als Grundbedürfnis behandelt wurden, sondern als spekulatives Geschäft: geschlossene Wohnungen, touristische Kurzzeitvermietung, leere Wohnanlagen und ein Markt, der nicht mobilisiert wird.
Die Lösung, die von einigen Seiten verteidigt wird, besteht darin, massiv zu bauen, dieses Angebot dem Ersterwerb vorzubehalten und ausländische Käufe zu bremsen. Andere warnen, dass mehr Bau staatliche Einmischung sei und dass der Überbestand an Wohnraum nicht durch Abriss gelöst werde.
Wie geht es weiter?
Von der US-Notenbank Fed und der EZB sickert durch, dass die nächste Zinserhöhung möglicherweise die letzte sein könnte. Nicht aus Güte, sondern weil die Daten zur Vorsicht mahnen: Die chinesische Wirtschaft schwächt sich ab und das Rezessionsszenario gewinnt an Wahrscheinlichkeit.
Das erwartete Szenario sieht eingefrorene Zinsen für eine Weile vor und eine mögliche spätere Senkung, ohne Garantien. Im genannten Fall würde die Rate von 1.076 Euro solange weiterhin monatlich fällig.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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