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EU prüft Erhöhung der Glyphosat-Spitzenwerte im Wasser
Der jährliche Grenzwert von 0,1 µg/l für Glyphosat bleibt bestehen, doch ein neuer Vorschlag sieht höhere kurzzeitige Spitzenwerte vor.
EU prüft Erhöhung der Glyphosat-Spitzenwerte im Wasser
Wieviel Glyphosat darf in einem Glas Wasser sein, bevor es nicht mehr als Trinkwasser gilt? Die Zahl, die derzeit in Brüssel kursiert, hat einen Haken: Der seit Jahrzehnten in der EU geltende Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter bleibt als Jahresmittelwert bestehen, aber der diskutierte Vorschlag würde den maximal zulässigen kurzzeitigen Spitzenwert um das bis zu 4.000-fache erhöhen. Das bedeutet, dass ein Fluss vor einem frisch gedüngten Grundstück an einem bestimmten Tag einen enormen Ausschlag zeigen könnte und dennoch als geeignet gilt. Diese Nachricht ist für diejenigen, die seit Jahren jede Verordnung der Europäischen Kommission genauestens prüfen, wie eine Bombe eingeschlagen.
Der zeitliche Rahmen ist wichtig: Die Diskussion findet im Kontext der Erneuerung der Glyphosat-Zulassung in der EU und der Handelsverhandlungen mit dem Mercosur statt – zwei Fronten, die in den vorliegenden Informationen miteinander verknüpft erscheinen. Der Vorschlag wurde noch nicht endgültig verabschiedet, eine Nuance, die in fast allen Schlagzeilen verloren geht.
Was die Norm genau sagt und was nicht
Der erste verbreitete Irrtum ist die Annahme, Brüssel habe das Verbot aufgehoben. Das ist nicht der Fall. Der Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter als Jahresmittelwert bleibt in Kraft und gilt nur für Wasser, das für den menschlichen Verzehr bestimmt ist. Was sich ändert, ist der maximal zulässige kurzzeitige Spitzenwert: Am Tag nach der Spritzung kann ein Gewässer hohe Werte verzeichnen, ohne gegen die Vorschriften zu verstoßen. Einige behaupten, dies sei eine faktische Lockerung; dagegen steht das Argument, dass der Jahresdurchschnitt das eigentliche Kriterium für die Einhaltung bleibt.
Die Verwechslung von Glyphosat im Wasser und Glyphosat in Lebensmitteln ist eine weitere Quelle für Unklarheiten. Es handelt sich um zwei verschiedene regulatorische Rahmenbedingungen mit unterschiedlichen Grenzwerten und unterschiedlichen Behörden. Diese zu vermischen, führt zu spektakulären Schlagzeilen und falschen Analysen.
Das Gesundheitsargument: Krebs, Lymphome und das DDT-Präzedenzfall
Hier wird das Gelände schwierig. In den Unterlagen wird behauptet, dass ein mit Glyphosat verbundenes Risiko für Leukämie und Lymphome besteht, und es wird daran erinnert, dass DDT 33 Jahre lang als sicher galt, bevor es das nicht mehr war. Diese Parallele ist wirkungsvoll, aber auch tückisch: Die regulatorische Geschichte einer Verbindung schreibt nicht die der nächsten.
Was jedoch stimmt, ist, dass die Einstufung von Glyphosat als wahrscheinliches Karzinogen durch die IARC im Gegensatz zur Position anderer Behörden weiterhin eine offene wissenschaftliche Debatte ist. Der Artikel kann dies nicht lösen, und wer es in einer Schlagzeile behauptet, lügt.
Mercosur, Importe und der handelspolitische Doppelmoral
Eine der am häufigsten wiederholten Strömungen besagt, dass die Lockerung der Wasserwerte der Vorbote einer Flut von Importprodukten ist, die Pflanzenschutzmittel enthalten, die in Europa verboten sind. Die Logik ist einfach: Wenn die Kontrolle des Wassers gelockert wird, wird der Weg geebnet, um das zu akzeptieren, was von außen kommt. Dies ist eine Hypothese, kein bewiesener Fakt, aber sie passt zum Zeitplan der Verhandlungen.
Das Gegenargument ist, dass die Rückstandsgrenzwerte in importierten Lebensmitteln unabhängig von den Grenzwerten im Wasser sind und die EU Grenzkontrollen aufrechterhält. Keine der beiden Positionen ist endgültig abgeschlossen.
Was man zu Hause tun kann (und was nichts nützt)
Unter den nützlichsten Beiträgen der Unterlagen ist einer, der hervorzuheben verdient: Laut den zitierten Studien entfernt Umkehrosmose Glyphosat mit einer Effizienz von nahezu 100 % aus dem Wasser, ebenso die Nanofiltration. Dies ist die praktischste Information der gesamten Angelegenheit und die am wenigsten wiederholte.
Das Problem ist ein anderes: PFAS, die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“, sind im Wasser, in der Nahrung und im menschlichen Körper selbst vorhanden, und es gibt keinen Haushaltsfilter, der sie in echtem Maßstab eliminieren kann. Teflon ist nur die Spitze des Eisbergs einer Chemikalienfamilie, für die niemand einen Ersatz weiß. Da hilft auch keine Osmose.
Letztlich ist die Frage nicht, ob Glyphosat schlecht ist. Die Frage ist, wie viel von dem, was in Brüssel diskutiert wird, wissenschaftlichen Kriterien entspricht und wie viel Handelskalendern folgt. Und diese Antwort findet man, wie fast immer, nicht in der Verordnung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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