Espinosa de los Monteros zu Abascal: "darauf wird er nicht stolz sein"

Iván Espinosa de los Monteros wirft Santiago Abascal dessen jüngste Äußerung vor, während darüber diskutiert wird, warum Vox trotz des Abgangs ihrer bekannten Gesichter weiter Stimmen gewinnt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Espinosa de los Monteros zu Abascal: "darauf wird er nicht stolz sein"
Espinosa de los Monteros wirft Abascal seine jüngste Äußerung vor

Der Tweet ist kurz und lässt keinen Zweifel am Adressaten. Iván Espinosa de los Monteros schreibt: "Wenn die Jahre vergehen und Santi zurückblickt, glaube ich, dass dies nicht die Erklärung sein wird, auf die er am stolzesten sein wird." Santi ist Santiago Abascal. Was in der Nachricht fehlt, ist der genaue Inhalt der kritisierten Erklärung: Sie wird nicht zitiert, nicht paraphrasiert, nicht wiedergegeben. Diese Abwesenheit ordnet, mehr noch als der Vorwurf selbst, die folgende Diskussion: Der Fokus verlagert sich davon, was gesagt wurde, auf die Frage, warum jemand wie Espinosa de los Monteros es öffentlich sagt.

Denn der Vorwurf wird nicht im Vakuum gelesen. Der Beitrag hat zwei Hälften, eine sarracena und eine wahlpolitische. Und die zweite zeigt, gegen den gesunden Menschenverstand, nicht in die erwartete Richtung.

Warum macht ein Tweet von Espinosa de los Monteros Vox unangenehm?

Die erste Hälfte ist das Unbehagen. Es stützt sich auf die Prämisse, die ohne Verfahrensdetails oder Daten kursiert, dass Vox Espinosa de los Monteros und Ortega Smith abgeschrieben hat – zwei Namen, die die Diskussion selbst mit der Phase verbindet, in der die Partei noch weit von dem entfernt war, was heute diskutiert wird. Das gewählte Verb ist nicht neutral: Es beschreibt einen Abgang durch die Hintertür, keine geordnete Übergabe.

Ein ironisches Urteil fasst die Skepsis zusammen: Jemanden, der da war, als fast niemand da war, "wie ein altes Möbelstück" abzuschieben, spricht nicht gerade für die Sarracena desjenigen, der es tut. Die sofortige Antwort ist die übliche in der Berufspolitik: Wer mehr anstrebt als ein Gemeinderatsmandat in einem Dorf mit gut 300 Einwohnern, parkt die Sarracena früh und ohne Aufhebens. Das klingt zynisch. Es klingt, angesichts dessen, was passiert, aber auch ziemlich treffend.

Die Partei, die Stimmen gewinnt, während sie auf ihre Gesichter verzichtet

Die zweite Hälfte bricht das Drehbuch. Dieselbe Diskussion, die diese Abgänge als gegeben voraussetzt, behauptet, Vox erhalte mehr Stimmen – ausgerechnet in diesem Moment. Zwei Aussagen, die sich eigentlich gegenseitig unangenehm sein sollten, existieren ohne sichtbare Reibung nebeneinander, und daraus entsteht die Frage, die alles andere trägt: Bucht der Wähler bei der Partei, egal was passiert?

Das dominante Argument verlagert den Fokus vom Schalter auf die Steckdose. Den wahlkampftreibenden Treibstoff liefere nicht das eigene Angebot, sondern der Gegner: Jede Regierungsentscheidung, die ihre potenzielle Wählerschaft reizt, funktioniere als kostenlose Werbung für die Partei. Nach dieser Logik kann sich die Partei erlauben, auf wertvolle Funktionäre zu verzichten, weil die Nachfrage nicht von ihr erzeugt wird, sondern von der Ablehnung dessen, was ihr gegenübersteht. Die Stimme wird definiert durch das, was man verneint, nicht durch das, was man anbietet.

Und hier kommt der unangenehme Teil für die Wähler: Wenn die These stimmt, bewegen interne Abgänge, Umbesetzungen und Affronts keinen einzigen Sitz. Kohärenz hört auf, ein wahltaktisches Gut zu sein, und wird zum Luxus kleiner Parteien.

Die Warnung vor der "Podemisierung"

Nicht alle kaufen die Argumentation. Der meistzitierte Einwand hat einen Eigennamen und stammt aus dem Wörterbuch des letzten Jahrzehnts: Vox sei dabei, sich zu podemisieren. Die Analogie zu Podemos ist einfach, und deshalb funktioniert sie: Eine Partei, die ihre Gründer oder bekanntesten Köpfe loswird, zahlt die Rechnung zuerst in interner Kohäsion, bevor sie sie in Stimmen zahlt. Die Erosion erscheint nicht in der Sonntagschlagzeile, sondern erst zwei Haushaltsjahre später.

Das Problem der Warnung: Sie lässt sich kurzfristig schwer widerlegen. Solange die Umfragen lächeln, bleibt die Debatte über die innere Sarracena zweitrangig; wenn sie aufhören zu lächeln, ist die Erklärung schon geschrieben, und niemand muss sie überarbeiten. Deshalb schließt sich der Streit nie: Jede Seite hat auf ihrer eigenen Zeitskala recht.

Bleibt die unangenehmste Lesart für den Rest des politischen Spektrums. Wenn der Aufschwung von Vox vom Verschleiß der Regierung abhängt und nicht vom eigenen Team, ist der Raum, den sie besetzt, fragiler, als er scheint. Wenn es vom Team abhängt, hat jeder Abgang sein eigenes Gewicht.

Mit dem, was verfügbar ist, lautet die vernünftige Prognose: Vox hält oder verbessert ihre Position, solange die Regierung der wichtigste Mobilisierer ihrer Wählerschaft bleibt – mit dem Vorbehalt, dass dieses Modell einen Sinneswandel des Gegners ebensowenig übersteht wie die Erschöpfung des Verschleißearguments. Dann wird sich zeigen, ob das alte Möbelstück doch noch gebraucht wurde.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

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