Ernährung für vier Euro täglich: Wo die Rechnung nicht aufgeht

Empanada mit 50 % Rabatt, Salat und Proteinjoghurt: Essen für vier Euro. Die Bilanz zeigt nur 73 Gramm Protein pro Tag.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ernährung für vier Euro täglich: Wo die Rechnung nicht aufgeht
Essen und Abendessen für vier Euro: Das Menü scheitert am Protein

Vier Euro reichen für Mittag- und Abendessen. Die Aufstellung stimmt, ruht aber auf einer einzigen Säule: dem 50%-Rabatt wegen nahem Verfallsdatum. Ohne diesen Nachlass kostet das gleiche Abendessen fast doppelt so viel. Und genau hier beginnt das Problem bei den meisten Berichten über günstiges Essen in Spanien.

Die Aufschlüsselung der vier Euro, Posten für Posten

Eine Thunfisch-Pastete (Empanada) von 700 Gramm, gekauft bei FROIZ, kostete ursprünglich vier Euro und fiel wegen des baldigen Ablaufs auf zwei Euro. Ein Feldsalat für 1,70 Euro wurde auf 80 Cent reduziert. Das gekochte Ei kostete 30 Cent, der Proteinjoghurt weitere 80 Cent. Gesamtsumme: vier Euro für Mittag- und Abendessen. Mittags eine halbe Pastete und ein halber Salat; abends die andere Hälfte mit Zwiebeln und Mais sowie der Joghurt als Dessert.

Die feine Kalkulation — welcher Teil der Ersparnis kluger Einkauf ist und welcher Teil dem Verfallsdatum geschuldet ist — sollte man genau prüfen, bevor man Schlüsse zieht. Der Preisetikett unterscheidet nicht zwischen beidem.

Warum 73 Gramm Protein nicht „optimal“ sind

Das Menü wurde als „proteinreich und gemüsebasiert“ präsentiert. Die Bilanz ergab jedoch nur 73 Gramm: 13 vom Ei, etwa 50 von der Thunfischpastete und 10 vom Joghurt. Für einen ganzen Tag ist das knapp. Es ist das klassische Muster: Die Verpackung verspricht, die Waage korrigiert.

Die Alternative, die in derselben Diskussion auftauchte, benötigt keine ablaufenden Produkte. Zwei Kilogramm Schweinsfüße kosten drei Euro und ergeben vier Gerichte mit jeweils mehr als 100 Gramm Protein. Hähnchenschenkel liegen bei etwa 2,50 Euro pro Kilogramm. Gehacktes Geflügelfleisch eignet sich für Burger, Frikadellen oder Saucen zu Pasta oder Reis. Billiges Protein, ja, aber es muss gekocht werden.

Von Grund auf kochen: Zehn Euro für vier Tage

Riojanische Kartoffeln für drei Euro ergeben drei bis vier Portionen. Die gesamte Mahlzeit, zwischen acht und zehn Euro, reicht für drei oder vier Tage Mittag- und Abendessen: Puerro-Suppe, Spinat-Omelette mit sechs Eiern, Brokkoli mit Knoblauch-Hähnchen. Die Rechnung geht auf, ohne dass man die Angebotsabteilung betreten muss.

Manche lösen Frühstück und Abendessen sogar mit geröstetem Candeal-Brot, Knoblauch und Olivenöl für 1,20 Euro. Weniger spektakulär als die reduzierte Pastete, aber deutlich solider.

Das monatliche Budget, das sich jeder Haushalt setzt

Vier Euro täglich mal 30 Tage ergeben 120 Euro im Monat für eine Person. Zu viel für jemanden, der selbst kocht. Eine vierköpfige Familie liegt unter 200 Euro monatlich. Zwei Personen mit gelegentlichen Besuchen der Familie bewegen sich zwischen 450 und 500 Euro. Und jede Zahl steht vor der gleichen Gewissheit: Was die Rechnung sprengt, sind Fleisch, Wurstwaren, Öle und Milchprodukte; die Basis — Nudeln, Reis, Mehl, Kartoffeln, Zwiebeln, Tomaten — bleibt günstig.

Die Grenze des Sparens: 40 Kilo Mehl und die Hungergrenze

Die Ingenieurskunst der Knappheit hat ihre Obergrenze. Für 150 Euro kauft man zehn Sack à 40 Kilo Mehl, was für 1.600 Brote à 250 Gramm reichen würde. Der Haken dabei: Es handelt sich um Tierfutter. Und die Warnung, die diesem Trick folgt, ist die ehrlichste Aussage des ganzen Themas: Nach einigen Wochen dieser Diät möchte man sterben. Sparen und gut leben passen nicht immer in denselben Satz.

Das andere Extrem desselben Tages ist ein Abendessen aus einem Euro Schweineschwarten (Torreznos) und 30 Cent Bier, gefeiert mit dem Hinweis, dass am nächsten Tag das Doppelte für Antazida fällig wird.

Dass das Verfallsdatum heute das wichtigste Instrument zur Einsparung von Lebensmitteln ist, sagt viel über den tatsächlichen Spielraum der Familien aus. Es ist zu erwarten, dass Last-Minute-Rabatte weiter an Bedeutung gewinnen, solange frisches Protein teuer bleibt. Doch wenn diese Berechnungen eines zeigen, dann dies: Das Budget sinkt nicht allein durch Rabatte; es sinkt, wenn jemand den Herd anwirft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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