Erdwärme in Spanien: 5.000 kWh im Realbetrieb statt Katalog-COP

Ein Wohnhaus in Spanien verzeichnete 5.000 kWh Jahresverbrauch mit Erdwärme, bei 13.000 € Mehrkosten für die Installation. Reale Messdaten statt Prospekt-COP.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Erdwärme in Spanien: 5.000 kWh im Realbetrieb statt Katalog-COP
Erdwärme: 5.000 kWh im Jahr gegen den Prospekt-COP

Das Verkaufsversprechen lautet COP 5, COP 6, Wirkungsgrade, die jedes verbrauchte Kilowatt versechsfachen. Die reale Messung mit eigenem Zähler über zwölf Monate erzählt eine andere Geschichte. Ein Wohnhaus in der Sierra von Madrid mit Fußbodenheizung, Kühlung und Warmwasser schloss ein komplettes Jahr mit 5.000 kWh Strom als Gesamtverbrauch der Anlage ab. Kein einziger Monat Gas. Kein einziger Zusatzkessel.

Der Wert ist keine Katalogschätzung. Es ist die Ablesung eines Zählers, der im Februar 2016 installiert und im Februar 2017 abgelesen wurde und Wärmepumpe, Umwälzpumpe des Außenkreislaufs, zwei Innenpumpen und eine fünfte für die Warmwasserrückführung zusammenrechnet. Die Lücke zwischen dem, was verkauft wird, und dem, was gemessen wird, ist der Kern dieser Debatte, die seit Jahren läuft und immer noch keine offizielle Antwort hat.

Wie viel verbraucht eine Erdwärmheizung wirklich?

An der COP-Berechnung zerbricht die Erzählung. Teilt man die Nennheizleistung der Maschine durch den verbrauchten Strom, kommt ein niedriger Wert heraus, weil die Pumpe nicht immer mit 100 % läuft. Für den echten momentanen COP braucht man einen Durchflussmesser am Eingang der Wärmepumpe, was kaum eine private Anlage hat. Ohne diesen Durchfluss hat man nur Vor- und Rücklauftemperaturen, und damit geht die Gleichung nicht auf.

Manche halten dagegen, dass sich der COP einer Nicht-Inverter-Pumpe, die beim Start immer mit 100 % läuft, durchaus gegen ihre Nennleistung berechnen lässt. In dem Fall bleibt der gemessene Wirkungsgrad weit hinter dem Prospekt zurück. Auf der Gegenseite argumentieren andere, eine modulierende Maschine mit 30 °C Rücklauf und 17 °C Außentemperatur arbeite mühelos, mit kaum messbarem Verbrauch.

Das Grundproblem: Erdwärme lässt sich nicht allein am COP bewerten. Man muss die Umwälzpumpe des Außenkreislaufs dazurechnen, die das Fluid durch die Bohrungen bewegt, und die internen Verteilpumpen. All das frisst Strom und taucht in den kommerziellen Vergleichen nicht auf.

Bohrkosten gegen jährliche Ersparnis

Hier steht die Rechnung, die niemand laut anstellen will. Zwei Bohrungen à 150 Meter für ein Einfamilienhaus wurden auf knapp 9.000 Euro beziffert. Der Unterschied zwischen einer Erdwärmeanlage und einem Gas-Brennwertkessel wurde auf 13.000 Euro geschätzt. Bei einer jährlichen Ersparnis im Bereich von wenigen Hundert Euro zieht sich die Amortisation über Jahrzehnte.

Die Faustregel unter Installateuren lautet: eine Bohrung von 150 Metern je 125 m² zu beheizender Fläche. Das heißt, ein Haus mit 240 m² braucht zwei Bohrungen, und die Anfangsinvestition schießt in die Höhe. In Gegenden ohne Erdgas sieht der Vergleich anders aus, aber die Differenz bleibt fünfstellig.

Das Argument der Befürworter: Erdwärme heizt nicht nur, sie kühlt auch im Sommer und liefert das ganze Jahr Warmwasser, mit Erdkollektoren, die länger halten als jeder Kessel. Das Gegenargument: Die theoretische Ersparnis ist nichts wert, wenn die Auslegung falsch ist, und ein Rechenfehler bei den Kollektoren kann den Boden thermisch für immer ruinieren.

Luft-Wasser-Wärmepumpe nach Erdwärme-Zeitplan: der Trick, der die Rechnung senkt

Die Alternative, die stark an Boden gewinnt, ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zu nutzen, als wäre es Erdwärme. Das heißt, die Mittagsstunden zu nutzen, wenn die Außentemperatur sich der Bodentemperatur annähert, um das Wasser zu heizen. Ein dokumentierter Fall mit 240 m² auf drei Ebenen verzeichnete 2,90 Euro täglich an Verbrauch, mit Vorlauf bei 38 °C und Rücklauf bei 31 °C, eingeschaltet um 13:00 Uhr, ausgeschaltet um 23:00 Uhr.

Der Trick ist keine Magie, sondern Thermodynamik. Um 13:00 Uhr kann die Außentemperatur selbst im Winter bei 13 °C liegen, und der COP schnellt hoch. Die modulierende Maschine macht nur beim Start oder bei extremem Frost Lärm; ist die Rücklauftemperatur erreicht, sinkt der Verbrauch. Wer diese Strategie fährt, hält das Kondensatorgeräusch angesichts der Ersparnis für ein geringeres Problem.

Der Kontrast zur reinen Erdwärme ist interessant. Luft-Wasser vermeidet die Bohrungen, hängt aber von der Außentemperatur ab. Erdwärme ist konstant, verlangt aber eine Anfangsinvestition, die viele nie wieder hereinholen. Die offene Frage ist, ob der COP-Unterschied zwischen beiden die Kosten der Bohrungen rechtfertigt.

Reale Monatsverbräuche einer Erdwärmeanlage

Die Monatsdaten einer realen Anlage zeigen das Verbrauchsprofil. Im Oktober, bei fünfzehn Betriebstagen, lagen die Kosten bei 34 Euro. Im November, vierundzwanzig Tage mit sechs Tagen Pause, 57 Euro. Im Dezember, einunddreißig Betriebstage, 112,5 Euro, wobei der Nutzer selbst einräumt, dass die Weihnachtsessen die Zahl aufgebläht hätten und 90 Euro zu erwarten gewesen wären.

Das sind Werte inklusive Steuern und nur für Heizung. Hochgerechnet aufs Jahr ergibt das rund 600 Euro für Heizung, Kühlung und Warmwasser in einem 150-m²-Wohnhaus. Verglichen mit 90 Euro monatlich für Erdgas in einer 150-m²-Wohnung in einem Dorf bei Madrid schneidet Erdwärme bei den Betriebskosten nicht besser ab. Dafür punktet sie bei Unabhängigkeit und Sommerkühlung.

Der Vergleich mit Heizöl oder Flaschengas fällt dagegen zugunsten der Erdwärme aus, vor allem weil die Kosten für Lagertanks und die Abhängigkeit von Lieferungen entfallen. Aber Erdgas bleibt, wo es verfügbar ist, bei den Kosten pro Kilowattstunde unschlagbar.

Der Auslegungsfehler, der die Rechnung in die Höhe treibt

Es gibt ein sich wiederholendes Muster: überdimensionierte Anlagen, die zu absurden elektrischen Anschlussleistungen zwingen. Ein dokumentierter Fall beschreibt, wie der Kunde eine feste Leistung von 10 kW abnehmen sollte, um die Garantie der Maschine nicht zu verlieren. Der Nutzer weigerte sich, nahm 5,5 kW und seit Jahren löst der Begrenzer nicht aus.

Dasselbe Muster zeigt sich in einem anderen 150-m²-Haus, in das zwei Maschinen mit je 14 kW eingebaut wurden. Das ist keine Heizung, das ist Unsinn. Die Auslegungstabellen, die in der Branche kursieren, sollen nach dieser Erfahrung blenden und halten in der Praxis nicht stand.

Die Schlussfolgerung aus den realen Fällen: Der Wirkungsgrad einer Erdwärmeanlage hängt weniger von der Maschine ab als von der Auslegung, der Dämmung des Hauses und der Zeitplanung. Ein gut berechnetes und gut geführtes System kann sich den 600 Euro pro Jahr annähern. Ein schlecht ausgelegtes kann sowohl die Rechnung als auch die Geduld des Besitzers ruinieren.



Mit diesen Zahlen auf dem Tisch hört Erdwärme auf, ein technisches Versprechen zu sein, und wird zu einer Investitionsrechnung. Lohnt es sich, 13.000 Euro mehr zu zahlen, um ein paar Hundert im Jahr zu sparen? Das hängt davon ab, ob Erdgas in der Straße liegt, ob einem die Sommerkühlung wichtig ist und ob der Installateur die Bohrungen richtig setzt. Die Antwort liegt, wie fast immer, nicht im Prospekt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (66 Antworten).

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