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Epsteins Kontaktbuch: Die spanischen Namen, die darin auftauchen
Alejandro Agag, José Aznar und weitere spanische Namen tauchen im Kontaktbuch von Jeffrey Epstein auf. Was bedeutet ein Eintrag auf dieser Liste wirklich?
Im Juli 2019, als der Fall Epstein nach der Festnahme des Finanziers wegen Kinderhandels zum sens Zweck wieder Schlagzeilen machte, begann im Internet eine Kontaktliste zu kursieren, die als das „kleine schwarze Buch“ bekannt wurde. Darunter befanden sich mehrere Spanier: Alejandro Agag, Maite Arango, Joaquín Fernández de Arion, José Aznar, Fernando de Córdova Hohenlohe, Fernando de Soto, Juan und Helen Herrero, Carlos Sánchez, Marc Puig und Taria Puig. Das Kontaktbuch wurde von Epsteins persönlicher Assistentin geführt und bedeutet für sich allein keine Beteiligung an einer Straftat, nährte aber alle möglichen Spekulationen in Foren und sozialen Medien.
Wer ist wer auf der Liste?
Der Name, der für den größten Wirbel sorgte, war Alejandro Agag, Schwiegersohn von José María Aznar und ehemaliger Europaabgeordnete der spanischen Volkspartei PP. Laut einem Diskussionsteilnehmer kam seine Verbindung zu Epstein über die Firma A2L Investment zustande. Es wurde darauf hingewiesen, dass Agag der Sohn eines belgischen Bankiers algerischer Herkunft, Youssef Agag, der Führungskraft bei der Banque Nationale d'Algérie war, und einer spanischen Mutter ist. Agags Präsenz im Kontaktbuch wurde auch mit seiner angeblichen Freundschaft zu Flavio Briatore in Verbindung gebracht, der ebenfalls auf der Liste steht.
Ein weiterer hervorgehobener Name war José Aznar (sic). Zunächst wurde spekuliert, es handle sich um den ehemaligen Ministerpräsidenten José María Aznar, doch bald meldeten sich Stimmen, die darauf hinwiesen, dass es sein Sohn José María Aznar Botella sein könnte, der seit 2001 in New York lebte und dessen damalige Freundin, die Italienerin Tania Paessler, dem Umfeld von Briatore nahestand. Die Verwechslung zwischen Vater und Sohn schürte das Feuer zusätzlich.
Die Liste enthielt auch Gustavo Cisneros, einen venezolanischen Unternehmer und persönlichen Freund von Felipe González, wie in den Foren erinnert wurde. Sowie Marc Puig und Taria Puig aus Barcelona, identifiziert als Mitglieder der Familie, der die Parfümfirma Puig gehört. Außerdem erschienen die Namen von Maite Arango, Joaquín Fernández de Arion, Fernando de Córdova Hohenlohe, Fernando de Soto, Juan und Helen Herrero sowie Carlos Sánchez, letzterer in einem Eintrag unter der Rubrik „ISLAND“.
Die Verwirrung um „José Aznar“
Die Mehrdeutigkeit des Namens „José Aznar“ im Kontaktbuch löste eine intensive Debatte aus. Während manche als selbstverständlich annahmen, es handle sich um den ehemaligen Ministerpräsidenten, argumentierten andere, dass der Kontext – Wohnsitz in New York, die Beziehung zu Tania Paessler und die Verbindung zu Agag – besser zu seinem Sohn passe. Diese Verwirrung ist ein Beispiel dafür, wie ein unüberprüftes Detail die öffentliche Wahrnehmung verzerren kann.
Was bedeutet ein Eintrag im Kontaktbuch von Epstein?
Ein Eintrag im Kontaktbuch von Epstein ist nicht gleichbedeutend mit einer Beteiligung an seinen kriminellen Aktivitäten. Das Buch war ein Arbeitsinstrument seiner Assistentin und enthielt Namen von Menschen aller Art: von Politikern und Unternehmern bis hin zu Prominenten. Wie ein Diskussionsteilnehmer anmerkte: „Dass sie in seinem Kontaktbuch stehen, bedeutet nicht, dass sie auf die Insel gefahren sind. Das sind zwei verschiedene Dinge.“ Die gemeinte Insel ist die, die Epstein auf den Jungferninseln besaß, wo angeblich Partys mit Minderjährigen stattfanden. Die Verwechslung zwischen dem Kontaktbuch und der Passagierliste von Epsteins Privatjet ist ein ständiges Problem.
Der Kontext: Epstein und das Erpressernetzwerk
Jeffrey Epstein, ein amerikanischer Finanzier, wurde 2019 wegen Kinderhandels zum sens Zweck angeklagt. Bereits 2008 war er wegen der Anwerbung Minderjähriger für die Prostitution verurteilt worden, in einem Fall, der für viele mit einer lächerlich geringen Strafe endete. Sein Tod im Gefängnis im August 2019, offiziell durch Suizid, befeuerte Verschwörungstheorien. In der Diskussion wurde erwähnt, dass Epstein angeblich für Israel arbeitete und sein Ziel war, mächtige Personen zu filmen, um sie zu erpressen. Außerdem wurde eine Klage vor einem Bundesgericht in Manhattan zitiert, in der eine als „Jane Doe“ identifizierte Frau behauptete, Donald Trump habe sie 1994 bei Epsteins Partys vergewaltigt. Trump wurde wegen dieser Taten nicht verurteilt, und die Anschuldigungen sind Teil eines Zivilverfahrens.
Die Abwesenheit in den spanischen Medien
Einer der am häufigsten wiederholten Punkte war die geringe Berichterstattung über den Fall in den spanischen Medien. „In den spanischen Medien gibt es sicherlich kein Wort über Epstein und Orgy Island“, hieß es in einem Kommentar. Diese Wahrnehmung einer Nachrichtensperre steht im Kontrast zu der Aufmerksamkeit, die andere internationale Skandale erhielten. Die Liste der spanischen Namen hat jedoch in Spanien zu keiner formellen Anklage geführt.
Der verstörende Fakt
Während das Kontaktbuch weiterhin Gegenstand von Spekulationen ist, bleibt der Fall Epstein im Dunkeln gehüllt. Das Fehlen einer offiziellen Untersuchung in Spanien zu den Namen im „kleinen schwarzen Buch“ lässt den Ball bei der öffentlichen Meinung. Inwieweit kann ein Kontaktbuch als Beweis für irgendetwas gelten? Die Antwort lautet vorerst: Es ist keiner.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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