Spanisch füllt sich mit englischen Lehnübersetzungen, nicht nur Jugendslang
Ein Ausdruck hat sich in Talkshows, Nachrichtensendungen und sogar Meinungsartikeln eingeschlichen, ohne dass jemand die Augenbraue hebt: "al final del día" (am Ende des Tages). Wörtlich aus dem Englischen at the end of the day übersetzt, koexistiert er nun mit den traditionellen kastilischen Wendungen "a fin de cuentas" oder "al fin y al cabo." Und er ist nicht allein. Sätze mit "ehrlich gesagt" beginnen, "es macht Sinn" sagen, "sich auf eine Stelle bewerben" statt "bewerben", oder jemanden als "nicht der schärfste Bleistift im Etui" bezeichnen. Die Beschwerde kommt nicht von einem Stubengelehrten, sondern von der Beobachtung, wie das Phänomen von Videos amerikanischer Creator zu Stimmen von Moderatoren und Journalisten gesprungen ist.
Die Diskussion spaltet sich in zwei Lager. Das eine behauptet, dies sei Degeneration, kulturelle Subversion und gar gelernter Selbsthass im Bildungssystem. Das andere hält dagegen, unter Berufung auf Cervantes, dass die Hälfte Spaniens seit Jahrhunderten Adverbien als Diskursmarker nutze und die Grenze zwischen Eigenem und Importiertem verschwommener sei, als es scheint.
Welche englischen Lehnübersetzungen haben sich im heutigen Spanisch normalisiert?
Das zirkulierende Inventar ist breit und gut dokumentiert. "Al final del día" ersetzt "a fin de cuentas". "Honestamente" nimmt den Platz von "sinceramente" oder "die Wahrheit ist, dass..." ein, wobei honesto im Spanischen eher zu "ehrwürdig" als zu "aufrichtig/frank" neigte. "Hace sentido" verdrängt "tiene sentido". "Aplicar a un puesto" gewinnt Boden gegenüber "solicitar" oder "antreten für". Und der Witz vom stumpfen Bleistift ersetzt "hat das Pulver nicht erfunden".
Es gibt mehr. "Reportar" statt "informar". "Remover" statt "entfernen" oder "beseitigen", wobei hier gebremst werden muss: Das Verb ist hundertprozentig kastilisch und erscheint in der Verfassung von 1978, die von "Entfernung von Hindernissen" spricht. Das Problem ist nicht das Wort, sondern dass kaum jemand aus der ESO-Generation (Sekundarschule) es kennt. "Balancear" für "ausgleichen". "Mandatorio" für "obligatorisch", mit der Nuance, dass es in Amerika stärker verbreitet ist. "Expertise", "Tasking", "Outfit", "Coaching", "Branding" und sogar "Christmas", um frohe Weihnachten zu wünschen.
Die Diagnose, warum es so gut ankommt, hat einen phonetischen und einen wirtschaftlichen Zweig. Spanisch hat saubere Silben und fünf Vokale, daher passt sich "Marketing" widerstandslos als "Márketin" an. Englisch hingegen akkumuliert Vokabular auf zwei Wegen: das germanische Straßen- und das kultivierte lateinische Vokabular, plus der technische Schwall aus industrieller Revolution und Internet. Daher hat es mehr Wörter. Ob das die Sprache "reicher" macht, ist eine andere, nicht geringe Diskussion.
Englisches Passiv und unnötige Pronomen
Der kontinuierliche Gebrauch des englischen Passivs steht im Fokus, wenn auch mit Nuancen. Die Konstruktion "Politiker wurden zur gerichtlichen Verfügung gestellt" wird in der spanischen Presse gelesen, seit es sie gibt. Die Neuheit ist nicht das Passiv selbst, sondern seine Häufigkeit und strukturelle Nachahmung.
Auffälliger ist das Personalpronomen, das sich dort einschleicht, wo es früher nicht nötig war. "Er zeichnete sich durch eine blühende Herrschaft aus." "Wasche deine Hände." Direkte Übersetzungen aus dem Englischen, die im Kastilischen wie Synchronisation klingen. Auch das "zwanzig sechsundzwanzig" für Jahreszahlen, eine Lehnübersetzung von twenty twenty-six, die manche als wiederentdeckte archaische Form verteidigen und andere als einfache YouTube-Kopie sehen.
Dann gibt es noch "en plan", "tipo" und "es como". Füllwörter, die die Konversation der Hälfte Spaniens kolonisiert haben, einschließlich derer, die sich über fremde Füllwörter beschweren. Manche geben zu, dass "en plan" ihnen angeklebt hat und sie nicht mehr wissen, wie sie diese Sätze früher konstruiert haben.
Ist Englisch reicher als Spanisch?
Englisch hat viel mehr Vokabular als Spanisch. Das ist die Tatsache, die auf den Tisch gelegt wird, unabhängig von der Ursache. Wenn gesagt wird, Spanisch sei eine sehr reiche Sprache, geht es nicht um Geld auf der Bank, sondern um die Menge des Wortschatzes. Nach diesem Parameter gewinnt Englisch deutlich, ob geerbt von der germanischen Großmutter oder gewonnen im Bergbau der industriellen Revolution.
Der Einwand lautet, dass Reichtum und Evolution nicht dasselbe sind. Sprachen neigen zur Ökonomie, und Ökonomie läuft in die entgegengesetzte Richtung der Komplexität. Die Gesundheit einer Sprache anhand der Anzahl der Präpositionen und unbetonten Pronomen zu messen, ist ein fragwürdiges Thermometer. Spanisch verliert eigenes Vokabular, ja, aber gewinnt auch Lehnwörter, die es vorher nicht hatte.
Vom sprachlichen Beschweren zur Erzählung des Selbsthasses
Im Hintergrund liegt etwas Größeres als Grammatik. Manche behaupten, dass Spanier unter 55 oder 60 Jahren in einem Bildungssystem erzogen wurden, das das Angelsächsische und Nordeuropäische als Modell und das Eigene als Problem darstellt. Aus diesen Staubwolken dieser Schlamm. Die zitierte Anekdote: Ein Platz in Madrid, benannt nach Margaret Thatcher.
Es ist keine beweisbare These, aber es erklärt, warum manche Lehnübersetzungen als Kapitulation erleben und nicht als einfachen Leihverkehr. Der lexikalische Leihverkehr hat immer existiert; was sich ändert, ist Richtung und Geschwindigkeit. Jetzt ist die Richtung klar und die Geschwindigkeit die eines Videos, das am Dienstag viral geht.
Individuelle Korrektur funktioniert halbwegs. Wer den ganzen Tag auf Englisch arbeitet, erkennt, dass ihm Übersetzungen durchrutschen, und korrigiert sich unterwegs. Das Problem, sagen sie, sei nicht derjenige, der Fehler macht, sondern derjenige, der glaubt, dass diese Wendungen Status verleihen. Und da hilft keine Akademie.
Kann man einen Sprachwandel durch Beschweren bremsen? Die Geschichte sagt nein. Die Frage ist, ob man zuschauen soll, während er passiert, oder sich darauf beschränkt, denjenigen zu korrigieren, der "hace sentido" direkt vor einem sagt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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