Die Mehrheit der Spanier gibt Marokko die Verantwortung für die Ceuta-Krise, während die Arbeit der Regierung von Pedro Sánchez von fast zwei Dritteln der Bevölkerung negativ bewertet wird.
Die Migrationskrise in **Ceuta** Ende Juli **2026** hat tiefe Spuren in der spanischen öffentlichen Meinung hinterlassen. Eine von **40dB** für **EL PAÍS** und die **Cadena SER** durchgeführte Umfrage zeigt, dass ein erdrutschartiger Anteil von **89 %** der Befragten der Regierung **Marokkos** eine „große“ oder „erhebliche“ Verantwortung für den massenhaften Zustrom von Migranten zuschreibt. Dieser Wert steht in scharfem Kontrast zur offiziellen Linie der spanischen Regierung, die versucht hat, sich von der marokkanischen Verantwortung zu distanzieren.
Die öffentliche Wahrnehmung endet dort nicht. **72 %** der Spanier schreiben auch der Regierung **Spaniens** selbst unter **Pedro Sánchez** eine „große“ oder „erhebliche“ Verantwortung für die Ereignisse zu. Die Umfrage, die auf **2.000 Online-Interviews** zwischen dem **31. Juli und dem 2. August 2026** basiert, offenbart ein deutliches Durchfallen der Regierungsarbeit.
## Die Arbeit der Regierung in der Kritik
Die Ergebnisse der Umfrage fallen bezüglich der Bewertung des Handelns der Regierung von **Pedro Sánchez** deutlich aus. **63 %** der Befragten bewerten ihre Arbeit als „schlecht“ (**12,8 %**) oder „sehr schlecht“ (**49,9 %**). Demgegenüber halten nur **14,2 %** die Arbeit des Ministerpräsidenten für „gut“ oder „sehr gut“. Diese Zahlen sind sogar schlechter als die der gesamten Regierung, die ebenfalls eine breite Missbilligung erfährt.
Die Kritik erstreckt sich auf mehrere Aspekte der Arbeit: Geschlossenheit, Transparenz, Effektivität und Tempo. Bei all diesen Punkten übersteigen die Anteile derjenigen, die der Regierung ein „schlechtes“ oder „sehr schlechtes“ Abschneiden bescheinigen, die positiven Einschätzungen bei Weitem. Die Langsamkeit der Reaktion ist einer der wichtigsten Vorwürfe: **66,3 %** der Befragten halten die Reaktion der Regierung für „schlecht“ (**18,6 %**) oder „sehr schlecht“ (**47,7 %**). Erinnert sei daran, dass der Nationale Sicherheitsrat erst **26 Tage nach** Ausbruch der Krise einberufen wurde.
Auch unter den Wählern der Sozialisten ist die Wahrnehmung hinsichtlich der Effektivität und vor allem des Tempos der Regierungsreaktion mehrheitlich negativ. Die **PP** unter **Alberto Núñez Feijóo** erhält zwar etwas bessere Noten als die Regierung, kann aber ebenfalls keine Mehrheit für sich beanspruchen.
## Immigration wird mit Misstrauen betrachtet
Die **Ceuta**-Krise hat einen gesellschaftlichen Wunsch nach härteren Positionen in der Migrationspolitik deutlich gemacht. Vor der Wahl zwischen schärferen Grenzkontrollen, selbst wenn das gefährdete Menschen am Eintritt hindert, und dem Vorrang der Aufnahme dieser Menschen, selbst wenn dadurch mehr Migranten ins Land kommen, entscheiden sich **70 %** für die erste Option. Nur **20 %** priorisieren die Aufnahme.
Dieser Trend zeigt sich in allen Wählerschichten, am ausgeprägtesten bei den Wählern von **PP** und **Vox**, wo der Anteil der Befürworter schärferer Kontrollen nahe an **90 %** heranreicht. Auffällig ist jedoch, dass sich auch mehr als die Hälfte der **PSOE**-Wähler (**51,8 %**) und fast die Hälfte der **Sumar**-Wähler (**41,9 %**) für schärfere Kontrollen aussprechen.
Die Daten stützen diese Sichtweise: **81,7 %** der Befragten wären mit mehr Zäunen und Überwachungsmitteln an den Grenzen einverstanden, und **81,4 %** befürworten beschleunigte Abschiebungen irregulärer Migranten. Diese Werte liegen selbst unter sozialistischen Wählern über **60 %**. Demgegenüber unterstützen weniger als **40 %** einen Ausbau der Aufnahmekapazitäten und der Asylverfahren, wobei diese Option links der Mitte an Zustimmung gewinnt.
Die Meinung über das Verhältnis zu **Marokko** spiegelt diese Härte ebenfalls wider. **45,7 %** der Befragten bevorzugen eine härtere Haltung und weniger Kooperation, gegenüber **36,8 %**, die sich für eine Stärkung zur Kontrolle der Grenze aussprechen. Diese Präferenz für Härte zeigt sich bei den Wählern von **PP** und **Vox** und, überraschenderweise, auch bei denen von **Podemos**, während **Sumar** und **PSOE** eher zur Stärkung der Kooperation neigen.
## Sorge und Pessimismus überwiegen
Die **Ceuta**-Krise hat die Aufmerksamkeit der großen Mehrheit der Spanier auf sich gezogen: Mehr als **83 %** geben an, die Ereignisse aufmerksam verfolgt zu haben. Das vorherrschende Gefühl ist „Besorgnis“ (**53,2 %**), weit vor Unsicherheit (**17,4 %**) oder Ohnmacht (**9,4 %**). Für mehr als **6 von 10** Befragten ist die Ceuta-Krise eine der größten aktuellen Herausforderungen des Landes.
Obwohl die meisten Migranten, die nach **Ceuta** gelangt waren, die Stadt kurz nach dem Ansturm bereits wieder verlassen hatten, ist der allgemeine Eindruck ein anderer. **57,3 %** glauben, dass noch die Hälfte oder mehr derjenigen, die die Grenze überquerten, in der Stadt sind. Zudem sind **72,2 %** der Meinung, dass sich solche Ereignisse künftig „regelmäßig“ wiederholen werden, was einen pessimistischen Blick auf die Migrationspolitik nährt.
Einwanderung insgesamt wird von der Mehrheit der Spanier negativ wahrgenommen. **53,6 %** halten sie für „eher negativ“ für **Spanien**, gegenüber **33,1 %**, die sie als „eher positiv“ betrachten. Diese negative Sicht ist bei den Wählern von **PP** und **Vox** besonders fest verankert, doch auch bei **PSOE**-Wählern zeigt sich ein Unterschied von **13,8 Punkten** zugunsten der positiven Einschätzung.
## Vox, die „fähigste“ Partei
In diesem Kontext geht **Vox** als Hauptgewinner der Umfrage hervor. Die Partei von **Santiago Abascal** gilt für **27 %** der Befragten als die „fähigste, die Einwanderung zu verwalten“, noch vor **PSOE** (**18,4 %**) und **PP** (**13,9 %**).
Die Daten deuten darauf hin, dass **Vox** bei der Einwanderung im Vorteil gegenüber der **PP** ist. Fast **jeder vierte** Befragte, der **Feijóo** wählen will, glaubt, dass **Abascal** dieses Thema besser handhaben würde. Das umgekehrte Phänomen tritt nicht auf: Nur **2,4 %** der **Vox**-Wähler halten die **PP** für besser.
## Die Souveränität über Ceuta und Melilla, ein heikles Thema
Die spanische Souveränität über **Ceuta** und **Melilla** wird von einer Mehrheit von **63,6 %** der Gesellschaft verteidigt. Dennoch ist es keine einstimmige Position. **3,9 %** sind der Ansicht, **Spanien** sollte eine Abgabe der beiden Städte zur Verbesserung der Beziehungen zu **Marokko** erwägen, während **16,8 %** meinen, man sollte mit dem Nachbarland über die Zukunft beider Städte sprechen.
Unter den **PSOE**-Wählern sind **25,7 %** offen für einen Dialog über die Zukunft dieser Städte; ähnliche Werte zeigen sich bei **Vox** (**11,5 %**) und **PP** (**10,3 %**). **15,7 %** glauben, dass die Entscheidung über die Zukunft von **Ceuta** und **Melilla** bei deren eigenen Bewohnern liegen sollte.
Die Verteidigung der Souveränität erstreckt sich auch auf die Bereitschaft, Kosten zu tragen. **63,8 %** würden einen Einsatz des Militärs in einem bewaffneten Konflikt bei einer äußeren Aggression befürworten, **53,9 %** wären bereit, wirtschaftliche Folgen von Sanktionen gegen **Marokko** zu akzeptieren, und **44,6 %** würden mehr Steuern zahlen, um die Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Sogar **41 %** erklären, sie würden sich „persönlich“ an der Verteidigung der beiden Städte beteiligen, wenn sie dazu aufgerufen würden.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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