El Jueves-Cover am 29. N. weckt Korruptionsdebatte

Das Satiremagazin warnt auf dem Titel vor dem Rechtsruck, schweigt jedoch zu aktuellen Skandalen der regierenden Partei.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

El Jueves-Cover am 29. N. weckt Korruptionsdebatte
El Jueves warnt vor der Wahl am 29. November, doch der Fokus liegt auf Korruption

Wozu dient ein Titelblatt, das "die Rechte kommt" ruft, wenn das Argument, das früher zur Attacke auf die PP diente, aus dem Drehbuch verschwunden ist? Das katalanische Satiremagazin widmete sein letztes Cover dem Wahltermin am 29. November mit dieser Botschaft, und die Reaktion war kein Lachen: Es war eine unbequeme Frage. Denn dasselbe Instrument, das jahrelang dazu diente, Korruptionsfälle der Partido Popular anzuprangern, schweigt nun auf diesem Gebiet.

Das Detail ist nicht geringfügig. Die Publikation gab den wöchentlichen Rhythmus auf, wechselte nach dem Verkauf an RBA zum monatlichen Erscheinen und bewegt laut verfügbaren Schätzungen etwa **15.000 Exemplare** in einem Land mit fast 50 Millionen Einwohnern. Die Frage ist, ob ein Blatt mit dieser Reichweite noch das Narrativ prägen kann oder ob es einfach von Subventionen und Aufsehen lebt.

Was ist El Jueves und warum ist sein Cover vom 29. November wichtig

El Jueves wurde 1977 während des Übergangs zur Demokratie gegründet und hat sich einen Platz im kollektiven Gedächtnis als Fieberthermometer des spanischen politischen Humors erarbeitet. Daher ist sein Cover zum 29. November kein gewöhnlicher Witz mehr: Es ist eine Positionierung. Die Botschaft "die Rechte kommt" aktiviert den klassischen Mechanismus der Mobilisierung durch strategisches Wählen und Angst vor dem Gegner.

Das Problem ist, dass dieser Mechanismus nicht mehr so funktioniert wie früher. Manche behaupten, die Publikation lebe vom öffentlichen Tropf und veröffentliche daher, was der jeweiligen Macht genehm sei. Andere verteidigen, dass Satire schon immer gegen die Mächtigen ging, und dass es normal sei, dass sich die Rechte jetzt angegriffen fühlt, wenn die Linke regiert.

Tatsächlich hat sich das Magazin verändert. Von wöchentlich zu monatlich, vom Kiosk zum redaktionellen Überleben. Und in diesem Übergang hat sich seine Fähigkeit, die Agenda zu bestimmen, verwässert. Das Cover vom 29. November ist ein Versuch, wieder an Bedeutung zu gewinnen, aber der Schuss könnte nach hinten losgehen.

Die Korruption, die nicht mehr erwähnt wird

Das am häufigsten wiederholte Argument in der Diskussion ist, dass sich die gesamte Propaganda des Magazins unter Rajoy auf die Korruptionsfälle der PP konzentrierte. Jetzt, wo die PSOE wegen eigener Skandale im Visier steht, ist diese Angriffsrichtung verschwunden. Es gibt nicht keine Korruption: Der Fokus hat sich verschoben.

Der Vorwurf ist hart und muss differenziert werden. Es gibt keinen dokumentarischen Beweis dafür, dass das Magazin bewusst entschieden hat, etwas zu vertuschen. Aber das Muster ist auffällig. Dieselbe Publikation, die einst PP-Wähler wegen Korruptionsfällen als Komplizen bezeichnete, bewahrt nun eine Stille, die als Komplizenschaft mit der offiziellen Erzählung interpretiert wird.

Die optimistischste Berechnung für das Magazin ist, dass Humor nicht symmetrisch sein muss. Das pessimistische Szenario ist, dass das Blatt die Unabhängigkeit verloren hat, die es für alle unbequem machte. Und auf diesem Terrain hilft das Cover vom 29. November nicht: Es wirkt eher wie eine Flugschrift als wie ein Witz.

Der 29. November und die Erzählung der Angst vor der Rechten

Der Wahltermin am 29. November ist zum Schlachtfeld geworden, auf dem der Kulturkampf ausgetragen wird. Das Cover von El Jueves reiht sich in die Strömung ein, die den Aufstieg der Rechten als apokalyptische Bedrohung darstellt. Aber es gibt ein Detail, das irritiert: Die Parteien, die heute als rechtsensrecht bezeichnet werden, haben wenig Neues an sich.

Es wird argumentiert, dass Vox die PSOE von 1986 sei und die PP die PSOE von 2004. Wenn das stimmt, hält der Panikmache, die verbreitet werden soll, nicht stand. Die Hoffnung, ein wirklich sozialdemokratisches oder sogar liberales System zu erreichen, ist fast null. Währenddessen verkauft das Satiremagazin weiterhin denselben alten Schrecken.

Die Ironie ist, dass das Cover, das mobilisieren sollte gegen die Rechte, dazu gedient hat, die Debatte über die Korruption der PSOE wieder zu öffnen. Der Schuss, erneut, nach hinten losgegangen.



Am Ende geht es nicht darum, ob El Jueves lustig ist. Die Frage ist, ob noch jemand über einen Witz lacht, den man sich nicht mehr traut, ganz zu erzählen.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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