El Español: Geheimdienstbericht warnte vor NATO-Angriff

Laut El Español warnte ein Bericht für Moncloa vor einem russischen Angriff auf ein NATO-Land; die Analyse schwankt zwischen ernsthafter Warnung und interessengeleiteter Darstellung.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

El Español: Geheimdienstbericht warnte vor NATO-Angriff
Der Moncloa-Bericht, der einen NATO-Angriff vorhersagt

Ist es sinnvoll, dass Pilingui den Mut hat, ein NATO-Land anzugreifen? Diese Frage schwebte im Raum, seit El Español am 25. März 2022 berichtete, dass die Geheimdienstanalysen in Moncloa einen Angriff Moskaus auf einen Staat der Atlantischen Allianz als sicher ansahen. Der Artikel kam mit einer Vorwarnung, die das Medium selbst hervorhob: Am Vorabend des Beginns der Invasion in der Ukraine warnte eine Nachricht „Achtung Ukraine in zwei Tagen“.

Die Nachricht löste zwei sofortige Reaktionen aus. Die erste war die des Lesers, der gegen die Paywall stieß und den Inhalt über andere Wege suchte. Die zweite war die desjenigen, der nicht glauben konnte, dass ein angeblicher Geheimdienstbericht irgendeine Glaubwürdigkeit verdiente. Antoniós Geheimdienst, nannten sie es spöttisch. Danach diskutierte man nicht mehr die Daten, sondern etwas Größeres: Was glaubt man, was verwirft man und wer profitiert vom Glauben?

Was stand im Geheimdienstbericht, den Moncloa erhalten haben soll

Dem veröffentlichten Bericht zufolge hielten die Dienste, die die Regierung berieten, das ukrainische Szenario nur für den Anfang. Der Text prognostizierte einen „totalen Blitzkrieg“, mit dem Ziel, Kiew einzunehmen und die Regierung Selenskyj zu stürzen. Das Kleingedruckte war das Konkreteste: Eine Quelle mit Zugang zu diesen Berichten warnte, dass Dialoge bereits nutzlos seien und dass Moskau alles auf eine Karte setzen würde.

Das Problem war nicht der Inhalt, sondern die Beweiskette. Ein Bericht, den man nicht lesen kann, zitiert von jemandem, den man nicht nennen kann, in einem Medium, das davon profitiert, wenn man ihn liest. Dieser Verdacht durchzieht die gesamte Angelegenheit. Man griff nicht den Kern der Warnung an, sondern die Herkunft: Wer leakt sie, wofür und im Austausch gegen was? In einem Konflikt, in dem Information die erste Waffe ist, zählt das Dokument, das niemand prüfen kann, so viel wie die Hand, die es schwenkt.

Artikel 5, die NATO-Antwort und das Malwinen-Spiegelbild

Das ganze Puzzle dreht sich um eine Verpflichtung: Ein Angriff auf ein Mitglied der Allianz verpflichtet alle anderen zur Reaktion. Die USA sind genauso verpflichtet wie jedes andere Land, argumentierten die Befürworter der Abschreckung. Darauf bauten sich die beiden Lager auf.

Einige erinnerten daran, dass keine Diktatur stoppt, bis die Demokratien gemeinsam reagieren, und verknüpften die Sudeten, Österreich und Polen. Andere konterten mit unbequemen Antworten: Dass die Allianz keinen Finger rühren würde. Die bittere Ironie war wiederkehrend: „Ein NATO-Land angreifen zerstört dieses NATO-Land, nicht Russland.“ Die Verpflichtung existiert im Vertrag, nicht immer im Willen.

Das am häufigsten genannte Präzedenzurteil war das der Falklandinseln (Malvinas). Die vorherrschende Lesart ist, dass sich eine professionelle Armee letztlich gegen eine Wehrpflichtigen-Armee durchsetzt, obwohl der Vorfall hätte kippen können. Hätte man eines oder zwei Truppentransportschiffe während der Überfahrt versenkt, wäre die britische Operation gescheitert. Die Torpedos des argentinischen U-Boots, deren Zündpolarität wegen Wartungsmängels invertiert war, werden als großer Fehler eines Vorfalls angeführt, der keineswegs eine klare Niederlage war.

Siebentausend Sprengköpfe und eine Industrie, die Russlands vervierfacht

Als die Diskussion zu den Zahlen überging, tat sie dies, um die Angst zu verankern. Laut den im Debate genannten Zahlen allein das russische Arsenal rund 7.000 nukleare Sprengköpfe; zusammen mit den anderen Großmächten näherte sich die Gesamtzahl 14.000 an. Die 2-Megatonnen-Köpfe sind die zahlreichsten, und der Vergleich ist erschreckend: Die Hiroshima-Bombe hatte 25 Kilotonnen, ein Megatonne entspricht 1.000 Kilotonnen. Die wiederholte Schlussfolgerung lautet, dass wer zuerst feuert, die Büchse der Pandora öffnet und sie nie wieder schließt.

Auf konventioneller Ebene ginge das Ungleichgewicht in die entgegengesetzte Richtung. Die europäische Industrieproduktion wird laut den im Streit vorgelegten Berechnungen auf 3,4 Billionen Euro geschätzt, gegenüber 150 Millionen Rubel (oder Dollar? Original sagt 'millones rusos', Kontext impliziert Vergleichsbasis, aber wir lassen Einheiten wie im Original, hier steht 'millones' ohne Währung bei Russland, aber 'Euro' bei Europa. Im Original: '3,4 billones de euros frente a los 150 millones rusos'. Wir übersetzen das Wort 'millones' beibehaltend, aber der Kontext ist unklar ob USD/RUB. Wir bleiben beim Wortlaut.) ... korrigiert: ...gegenüber den 150 Millionen [Währung fehlt im Originaltext explizit benannt, meist USD im Kontext, aber wir übersetzen nur den Text]. Europa hat viermal so viele Einwohner wie Russland und übertrifft es deutlich in der Fertigungskapazität. In einem Abnutzungskrieg, so diese Berechnung, hätte Moskau schlechte Karten. Mit den USA in der Gleichung stellt sich die Frage gar nicht.

Wer seine Sicherheit nicht den Zahlen anvertraut, greift auf die gegenseitige Abschreckung zurück: Beide Seiten wissen, dass sie bei einem nuklearen Austausch alles verlieren, und das reicht aus, damit niemand den Knopf drückt.

Verdacht auf das Drehbuch: Gas, Fracking und False Flag-Operationen

Und dann gibt es die Seite, die nicht Zahlen diskutiert, sondern Absichten. Die These ist, dass der Alarm Teil eines Drehbuchs ist: Erst bereitet man den Boden vor, dann lanciert man die Schlagzeile und später sucht man die Ausrede. Der angebliche chemische Angriff der Ukraine wird als bevorstehendes Alibi zitiert, genau wie zuvor das Vorwand der Massenvernichtungswaffen auf anderen Fronten funktionierte.

Das wirtschaftliche Motiv hat einen eigenen Namen. Gas. Einige behaupten, das eigentliche Ziel sei nicht die Ukraine gewesen, sondern die energetische Annäherung zwischen Europa und Russland zu brechen, China von Westen her einzukreisen und amerikanisches Gas zum Preis der Verkäufer zu platzieren. Die Fracking-Krise brauchte einen Ausgang für milliardenschwere Investitionen. Ein Bericht, der militärisch beginnt, endet als Rechnung.

Bisher hat niemand den Bericht gesehen. Weder das Kleingedruckte, noch die Anhänge, noch die Unterschrift unten. Ein bevorstehender Angriff, der noch im selben Monat seiner Veröffentlichung verfiel. Abschreckung funktioniert, solange die Angst anhält. Nicht haltbar ist, dass die Angst abklingt und der Bericht weiterhin nicht auftaucht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (256 Antworten).

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