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Eine Jury im Moncloa-Palast (Ignacio Camacho in El ABC)
Die spanische Regierung kommt der Justiz zuvor und erklärt Begoña Gómez für unschuldig, mit Verweis auf fehlende Beweise und Kritik an den Ermittlungen.
Die spanische Regierung hat wie ein Gericht gehandelt, um Begoña Gómez von jeder Verantwortung freizusprechen, und begründet dies mit einer mangelhaften Justizuntersuchung und dem Fehlen schlüssiger Beweise.
Die politische Maschinerie hat beschlossen, das Urteil im Fall **Begoña Gómez** vorwegzunehmen. Ohne auf den Ausgang der Gerichtsverfahren zu warten, hat sich die Regierung selbst zum Gericht erklärt und ein Urteil gefällt: unschuldig. Zur Rechtfertigung dieser Eile wird das angebliche Fehlen von Beweisen sowie eine Untersuchung angeführt, die als «erratisch und unverhältnismäßig» bezeichnet wird. Ziel sei es, der Justiz Zeit und Ressourcen zu sparen und nebenbei dem Verfassungsgericht die Arbeit zu erleichtern, falls es sich mit der Frage befassen müsste.
## Das Tribunal von Moncloa
Die Regierung hat, wie ein Einzelgericht agierend, einen Freispruch verkündet. Die wichtigste Begründung für diese vorgezogene Entscheidung liegt im Fehlen belastbarer Hinweise, die die Anschuldigungen stützen. Man argumentiert, die Ermittlung sei mangelhaft gewesen, was nach dieser Lesart jede mögliche Verurteilung ungültig machen würde. Die Prämisse ist klar: Ohne handfeste Beweise gibt es kein strafbares Delikt.
## Indizien und ein meteorhafter Aufstieg
Frühere Gerichtsakten hatten zeitliche Übereinstimmungen zwischen **Pedro Sánchez'** Machtübernahme und einer «bedeutenden und unmittelbaren Veränderung» in der beruflichen Laufbahn seiner Ehefrau aufgezeigt. Der ermittelnde Richter **Juan Carlos Peinado** erkannte «Anzeichen dafür, dass sie ihre Nähe zum Ministerpräsidenten ausnutzte», und verwies auf einen akademischen Werdegang, der vom üblichen Weg abwich. Diese Elemente bewiesen zwar keine Straftat, zeichneten aber doch das Bild eines ungewöhnlich schnellen beruflichen Aufstiegs.
## Die Verzichtbarkeit von Gerichtsverfahren
Diese Situation fügt sich in einen breiteren Trend ein, bei dem die Politik offenbar Zeitverlauf und Ergebnis von Justizverfahren vorgibt. Die Entscheidung, vorab zu richten und freizusprechen, erinnert an die Kadi-Figur im Kalifat, die schnelle und endgültige Urteile fällte. Die Kommunikation über Pressekonferenzen oder Erklärungen in sozialen Netzwerken ist zum Instrument geworden, um Fälle abzuschließen – oft unter Berufung auf das Konzept des 'Lawfare', mit dem Ermittlungen delegitimiert werden.
## Politische Hegemonie als Gesetz
Die Gewaltenteilung, ein Grundpfeiler der Verfassung, scheint ausgehöhlt zu werden. Der politische Wille setzt sich über das juristische Urteilsvermögen hinweg, und der Regierende macht sich zum letzten Interpreten des Rechts. Zwar wird der Satz «Montesquieu ist tot» **Alfonso Guerra** zugeschrieben, und er hat ihn bestritten, doch der Geist dieses Satzes scheint aktuelle Gültigkeit zu erlangen. Die Fähigkeit, Rechtsprozesse zum Schutz der eigenen Anhänger zu beeinflussen, wird als ein weiteres Regierungsinstrument präsentiert – als eine Art, sicherzustellen, dass der politische Wille obsiegt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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