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Ein Land der Bars: Gastronomie ist nun der größte Konsumfaktor in Spanien
In Spanien hat die Gastronomie Lebensmittel als größten Ausgabenposten überholt (18,1 %). Freizeit ist der am schnellsten wachsende Sektor. Hier die Details.
Die Gastronomie hat sich als wichtigster Motor des Konsums in Spanien etabliert und macht 18,1 % der Haushaltsausgaben aus. Freizeit, Sport und Kultur sind der Sektor mit dem stärksten Wachstum im vergangenen Jahr.
Die Ausgabenstruktur in Spanien hat einen neuen Protagonisten. War früher der Esstisch die unangefochtene Nummer eins, so gehen nun die Theke in der Bar und der Tisch im Restaurant als Sieger hervor. Die Rede ist von der Gastronomie, die mit **18,1 %** der gesamten Haushaltsausgaben erstmals seit mindestens **30 Jahren** die Lebensmittel überholt hat, die auf **16,9 %** kommen. Das bedeutet: Auswärts essen, etwas trinken gehen oder übernachten wiegt inzwischen schwerer im Portemonnaie der Spanier als das Auffüllen des Vorratsschranks.
## Der unaufhaltsame Aufstieg der Theke
Diese Wende in den Konsumgewohnheiten ist kein Einfall dieser Jahres. Die Gastronomie klettert seit einiger Zeit die Rangliste hinauf. Blickt man zurück, machte sie **1996** gerade einmal **11,8 %** der Familienausgaben aus – weniger als die Hälfte dessen, was für Essen ausgegeben wurde. Auf dem Höhepunkt der Immobilienblase um **2006** näherte sie sich bereits **14,8 %** an. Zwar gab es im folgenden Jahrzehnt einen leichten Rückgang, doch der Aufwärtstrend hielt an und führte zu den heutigen **18,1 %** – ein Meilenstein, der in den offiziellen Statistiken von **Eurostat** so noch nicht zu sehen war.
Zwar haben die Berechnungsmethoden dieser Zahlen ihre Feinheiten. So gelten Hypotheken nicht als direkte Ausgaben, und die Tatsache, dass **Spanien** ein so touristisches Land ist, bläht die Ausgabenzahlen auf dem Staatsgebiet auf. Doch abgesehen von den Methoden steht fest: Die Gastronomiebranche hat sich angepasst und wächst, und sie sichert sich einen immer größeren Anteil des Familienbudgets.
## Freizeit, der große Gewinner des vergangenen Jahres
Doch nicht nur die Gastronomie darf Beifall ernten. Der Sektor Freizeit, Sport und Kultur war der eigentliche Champion des letzten Jahres. Er legte um **2,6 Prozentpunkte** zu und übertraf damit sogar das Wachstum der Gastronomie selbst, die im selben Zeitraum **zwei Punkte** hinzugewann. Die Lebensmittel hingegen verloren an Boden und gaben **1,1 Punkte** ab. Auch andere Bereiche wie Wohnen, Verkehr und Kleidung verloren relativ an Gewicht.
Dieser Wandel der Prioritäten zeigt sich besonders bei den jüngeren Generationen, die offenbar eher auf Erlebnisse und Ausgehen setzen als auf die Anhäufung von Vermögenswerten wie Immobilien.
## Spanien im Vergleich zu Europa: eine Vorliebe fürs Draußensein
Der spanische Trend kontrastiert mit dem europäischen Durchschnitt. In der gesamten **Europäischen Union** bleiben Lebensmittel, Wohnen und Verkehr die wichtigsten Ausgabenposten und machen zusammen fast die Hälfte des Gesamtbudgets aus. Die Gastronomie liegt trotz Wachstums nur auf dem vierten Platz.
Was Spanien und Europa gemeinsam haben, ist der Boom der Freizeit. Auch in der EU war dieser Sektor derjenige mit dem stärksten Anstieg, mit einem Zuwachs von **1,2 Punkten**. Die europäische Gastronomie legte ebenfalls zu, wenn auch moderater, mit drei Zehntelpunkten. Offenbar suchen die Europäer insgesamt mehr Erlebnisse und Genuss über das strikt Notwendige hinaus.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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