Spanien eingebürgert 93-jährigen Mexikaner ohne spanische Eltern oder Großeltern

Ein 93-jähriger Mexikaner hat die spanische Staatsbürgerschaft erhalten, indem er sich auf einen 1821 in Burgos geborenen Urgroßvater berief – außerhalb des Schutzbereichs des Enkelgesetzes.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ein Nachkomme von 1821 erhält mit 93 Jahren die Staatsbürgerschaft

Kann ein 1821 in Burgos geborener Urgroßvater seinen 93-jährigen Nachkommen zum Spanier machen? Laut dem Fall, der die Debatte entfacht hat: Ja. Die spanische Regierung soll einen über neunzigjährigen Mexikaner eingebürgert haben, der keine spanischen Eltern oder Großeltern hat – gestützt auf einen Vorfahren, der vor mehr als zwei Jahrhunderten in Burgos geboren wurde. Das sogenannte „Enkelgesetz" erfasst keine Urenkel. Genau dieses Detail stößt auf.

Der Begünstigte berief sich darauf, dass sein Urgroßvater 1821 in Burgos geboren wurde. Die Norm, die für Enkel von Exilanten geschaffen wurde, wird bis an Grenzen gedehnt, die niemand vorhergesehen hat. Und dort beginnt das Flüstern: Wenn das Kriterium so dehnbar ist, wo liegt dann die Grenze?

Was ist das Enkelgesetz und wen erfasst es?

Das Enkelgesetz (ein spanisches Gesetz, das Nachfahren von Spaniern, die die Staatsbürgerschaft verloren, wieder einbürgert) entstand, um die Verbindung zu Nachfahren von Spaniern wiederherzustellen, die ihre Staatsbürgerschaft verloren hatten oder nicht behalten konnten. Sein natürlicher Rahmen sind Kinder und Enkel. Urenkel bleiben ausgeschlossen. Der Fall des 93-jährigen Mexikaners stützt sich auf einen 1821 in Burgos geborenen Urgroßvater – zwei Jahrhunderte zurück – und auf eine Auslegung, die viele als erzwungen betrachten.

Manche behaupten, jede Einbürgerung dieser Art öffne die Tür für die nächste. Dagegen steht das Argument, es handle sich um Einzelfälle und die Verwaltung wende einfach das Gesetz an. Das Problem: Das Gesetz lässt, wie es formuliert ist, Schlupflöcher.

Die befürchtete, aber unbewiesene Wahlmanipulation

Die Sorge, die den Fall durchzieht, ist nicht nur juristischer Natur. Sie ist wahltaktisch. Es wird argumentiert, dass die Einbürgerung Tausender die Tür für gefangene Stimmen öffnet – für Stimmen, die jemand für die abgibt, die nicht wählen können oder nicht wissen wie. Ein Neunzigjähriger wird nicht wählen gehen. Aber jemand könnte es für ihn tun. Genau dieses Szenario wird beschrieben – ohne jeden Beleg.

Zum 23. Juli 2023 kursiert ein Zeugenbericht: Eine Reinigungskraft erzählt, ein Vorgesetzter der Correos (spanische Post) habe ihr am Tag nach der Wahl befohlen, mehrere Kartons des Unternehmens in einen Container zu werfen. Sie vermutet, darin befanden sich Briefwahlstimmen. Sie räumt ein, dass sie den Inhalt weder prüfen noch dokumentarische Beweise sichern konnte. Es ist ein Zeugenbericht, kein Urteil.

Der Vorschlag, der im Raum steht: das Wählerverzeichnis aussetzen

Die härteste Reaktion wäre, die Registrierung aller neuen spanischen Staatsbürger auszusetzen, bis geprüft ist, wie viele die Voraussetzungen tatsächlich erfüllten. Der Vorschlag hat Befürworter und Gegner. Erstere halten den Betrug für strukturell und wollen ihn sofort stoppen. Letztere sehen darin eine Verletzung der Rechte Tausender, die die Voraussetzungen durchaus erfüllen.

Die vollständige Rechnung – mit der Zahl der Einbürgerungen und ihrer möglichen Auswirkung auf das Wählerverzeichnis – fehlt noch. Ohne sie bleibt alles Spekulation.

Der wirtschaftliche Hintergrund: Gesundheitswesen und Renten

Jenseits der Wahl schwelt die wirtschaftliche Debatte. Manche behaupten, die Einbürgerung werde angestrebt, um Zugang zum öffentlichen Gesundheitssystem und zu Renten zu erhalten. Erwähnt wird der Fall eines 76-jährigen Kubaners, der angeblich eine nicht beitragsfinanzierte Rente beantragt haben soll. Das ist ein Beispiel, kein nachgewiesener Trend.

Die Frage, die in der Luft hängt: Was kostet dieser stetige Zustrom? Niemand hat es beziffert. Und ohne Zahlen bleibt die Diskussion im Bereich der Vermutung.



Am Ende ist die Einbürgerung eines 93-jährigen Mexikaners die Anekdote. Wirklich wichtig ist das rechtliche Schlupfloch, das sie ermöglicht. Und dieses Schlupfloch ist vorerst weiterhin offen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (33 Antworten).

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