Eigenmarken-Kaffee: Warum die Regale leerer werden

Eigenmarken-Kaffee ist schneller ausverkauft als Markenware. Nicht nur der Preis spielt eine Rolle: Röstung und Zubereitung verändern den Geschmack in der Tasse.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Eigenmarken-Kaffee: Das leere Regal, das niemand erklärt

Eigenmarken-Kaffee ist schneller ausverkauft als Markenware. Das ist keine Einbildung: Wer den Einkaufswagen schiebt, sieht es jede Woche in den Regalen von Carrefour, Mercadona oder DIA, und das Muster wiederholt sich. Die Krise erklärt einen Teil der Verschiebung, aber nicht alles. Die eigentliche Frage – ob billiger Kaffee wirklich schlechter ist oder nur weniger kostet – wird je nach Person und vor allem je nach Zubereitung sehr unterschiedlich beantwortet.

Ist Eigenmarken-Kaffee schlechter als Markenware?

Die kurze Antwort: Es kommt auf den Gaumen und die Methode an. Wer Kaffee nur zum Verlängern des Milchkaffees trinkt, merkt den Unterschied nicht; wer ihn schwarz aus der italienischen Espressokanne trinkt, schon. Der häufigste Konsens: Der Preissprung zeigt sich in der Tasse, allerdings mit Einschränkungen. Naturaler Eigenmarken-Kaffee aus der French Press ist für das schnelle Frühstück mehr als ordentlich, für den kräftigen Kaffee nach dem Mittagessen sollte man eine Stufe höher greifen. Eigenmarke ist kein Gift, aber auch kein Wunder.

Torrefacto: Die Zutat, die niemand beachtet

Hier liegt der eigentliche Aufhänger. Torrefacto – mit Zucker gerösteter Kaffee – wird fast ausschließlich in Spanien verkauft und dient nach Aussage der Diskussion dazu, die Kosten zu senken: Angeblich wurden manchmal alte, geröstete Hülsenfrüchte verwendet, um einen kaffeeähnlichen Geschmack zu erzeugen. Das Ergebnis ist eher gesüßte Holzkohle als Kaffee. Die Warnung richtet sich vor allem an Mägen mit Ulkus oder Gastritis, und manche haben nach eigener Recherche ganz darauf verzichtet. Das Etikett ist wichtiger als die Marke: natural, immer; Mischung, nie.

Löslicher Kaffee: Wo die Eigenmarke gewinnt

Bein Pulverkaffee bricht das Muster. Der Espresso-Eigenmarke von Mercadona bekommt das deutlichste Lob, noch vor Markenprodukten, und der von Alcampo ist gut trinkbar. Auch die Eigenmarke von DIA schneidet gut ab. Dagegen ist es nach Ansicht mehrerer Tester nicht gerechtfertigt, pro Kilo das Dreifache für ein Nescafé zu zahlen. Die Logik des löslichen Kaffees ist eine andere: Die Qualitätsspanne ist enger, und der Markenaufpreis zeigt sich selten in der Tasse.

Der Kneipen-Trick: Kaffee aus der Gastronomie kaufen

Es gibt einen Mittelweg, den fast niemand nutzt. Kaffeehändler besuchen werktags nachmittags die Bars der Umgebung, mit beschrifteten Lieferwagen. Auf den Vertriebsmitarbeiter zu warten und ihm einen Fünf-Kilo-Sack abzukaufen, ist ein Weg, an Gastro-Kaffee zum Großhandelspreis zu kommen. Das ist kein Schnäppchen-Jagd, sondern das Auslassen der Supermarkt-Marge. Die komplette Rechnung, inklusive Differenz pro Tasse, ergibt eine Ersparnis, die überrascht.

Portugal, der unbequeme Spiegel

Die Reise nach Portugal als Lösung hat einen Haken: Dort wird kein Kaffee angebaut, und die Marken sind dieselben, oft teurer. Anders sind die Zubereitung – stark, kurz, schwarz und heiß, für 60 Cent – und die Gewohnheit. Der Schluss liegt nahe: Das Problem ist nicht nur die Bohne, sondern die Zubereitung. Eine schlecht gepresste italienische Kanne macht aus einem Segafredo ein dünnes Wasser, das vom Hacendado nicht zu unterscheiden ist. Die Hand zählt so viel wie das Etikett.

Die Eigenmarke wird den Specialty Coffee nicht verdrängen, aber ihr Vordringen ins Regal kündigt einen Konsumenten an, der nicht mehr fürs Logo zahlt. Solange Torrefacto sich auf dem Etikett weiter versteckt hält, geht die Verschiebung weiter, ohne dass jemand so recht weiß, was er da nach Hause trägt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (43 Antworten).

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