Drohnenangriff auf russisches Ölterminal Primorsk
Der Hafen von Primorsk, das größte russische Ölterminal mit Zugang zur Ostsee, wurde nach einem massiven Angriff mit ukrainischen Drohnen außer Betrieb gesetzt, so die Meldungen im Thread. Die Anlage schlägt eine Million Barrel pro Tag um, und ihre Lahmlegung destabilisiert die russischen Exportoperationen, so die kursierende Bilanz. Die Nachricht verbreitete sich wie ein Lauffeuer und trieb sofort den Rohölpreis in die Höhe, der nach Angaben eines Teilnehmers auf rund 105 Dollar pro Barrel stieg. Der Schachzug hat eine unbequeme Logik: Je weniger russisches Öl auf dem Markt ist, desto teurer wird das verbleibende, und wer weiterhin bei Moskau kauft – China, Indien –, tut dies mit Rabatt. Europa hingegen betrachtet die Energierechnung wieder mit saurer Miene.
Ein Terminal, drei Tanks und ein Feuer, das von Estland aus zu sehen ist
Die erste Darstellung wurde im Nachhinein korrigiert. Es war nicht einer, sondern drei der zwölf Lagertanks zerstört, ein vierter von außen beschädigt, so die eigene Überwachung des Kontos, das die erste Bilanz verbreitete. Die Versorgungsleitung des Terminals blieb aktiv und betriebsbereit. Am nächsten Tag brannte der Hafen weiterhin stark, und das Feuer war von der anderen Seite der estnischen Grenze aus zu erkennen, so eine Meldung im Thread.
Die Antwort ließ auf der anderen Seite des Atlantiks nicht lange auf sich warten: eine Explosion in der Raffinerie von Valero in Port Arthur, Texas, deren Ursache noch unbekannt ist, so eine Meldung im Thread. Der Wink blieb in den Gerüchteküchen nicht unbemerkt, wo über einen Unfall oder die Möglichkeit spekuliert wurde, dass jemand die Methoden anderer kopierte.
Warum steigt das Rohöl, wenn ein Exporteur angegriffen wird?
Das Paradoxon ist Lehrbuch und wiederholt sich dieser Tage in jeder Analyse. Russland verkauft weniger Barrel, aber zu einem besseren Preis; Iran, dessen Rohöl außerhalb der sanktionierten Kreisläufe zirkuliert, reibt sich die Hände. Produzentenländer, die nicht unter Sanktionen stehen, finden Käufer, die sie zuvor nicht erreichten. Die optimistischste Berechnung für Moskau geht davon aus, dass das geringere globale Angebot die verlorene Menge bei Weitem ausgleicht.
Dagegen spricht ein einfaches Argument: Die eigene Infrastruktur zu zerstören ist keine Marktstrategie, sondern ein Schaden. Jedes unbrauchbare Terminal braucht Zeit, um wieder voll betriebsbereit zu sein, und die Wiederbeschaffungskosten zahlt nicht der Käufer, sondern der Exporteur. Wer behauptet, Russland gewinne mehr, je weniger es exportiert, stößt an diese Wand.
Sanktionen, Drohnen und das Geschäft mit dem Krieg
Der Hintergrund ist das Hin und Her der Sanktionen. Während diskutiert wird, ob Washington die Beschränkungen für russisches Rohöl aufhebt, antwortet Kiew mit der Lahmlegung von Infrastruktur. Die Abfolge wiederholt sich: politische Geste, Drohnenangriff, Anstieg des Rohöls, europäische Beschwerde über den Dieselpreis. Diesel ist genau das, was in Spanien am meisten schmerzt, wo der Großteil des Fuhrparks noch mit Diesel fährt.
Manche deuten auf ein profaneres Interesse hin: Den Konflikt am Leben zu halten, erhält den politischen und wirtschaftlichen Apparat, der ihn umgibt. Die ukrainische Drohnenproduktion übertrifft inzwischen, so die kursierenden Daten, die aller NATO-Mitglieder zusammen. Und zwei Söhne des US-Präsidenten unterstützen ein ukrainisches Drohnenunternehmen, das einen Börsengang an der Nasdaq anstrebt, so eine Meldung im Thread. Das Geschäft kennt auf beiden Seiten keine Flaggen.
Die Luft von Sankt Petersburg und der Krieg der Messgeräte
Der Angriff auf Ust-Luga, den benachbarten Hafen, hinterließ 36 abgeschossene Drohnen über der Region Leningrad und ein ausgebrochenes Feuer, so eine Meldung im Thread. Die Einwohner von Sankt Petersburg beschwerten sich über starken Brandgeruch. Die Luftqualität blieb laut den Messgeräten auf mäßigem Niveau: Index 75, fallend, vergleichbar mit Padua, so ein Teilnehmer.
Die technische Diskussion verwickelte sich: Haushaltsmessgeräte riechen nicht, sie zählen Partikel; der Brandgeruch ist kilometerweit wahrnehmbar, auch wenn das Gerät nichts anzeigt. Treibstofftanks lassen sich zudem nicht schnell löschen: Man muss den Restinhalt abbrennen lassen. Der endgültige Indexwert lag bei 64, so ein weiterer Teilnehmer.
Was noch zu sehen bleibt
Das Terminal von Primorsk wird wieder in Betrieb gehen, wie die vorherigen nach ähnlichen Angriffen, so die Meinung eines Teilnehmers. Die bei diesen Schlägen eingesetzten Drohnen haben begrenzte Reichweite und Nutzlast, es sind keine Marschflugkörper. Der Schaden ist real, die Lähmung ist vorübergehend, und die Wirkung auf den Rohölpreis verflüchtigt sich in Wochen.
Es bleibt die unbequeme Frage: Wenn jeder Angriff die Energie verteuert, die Europa verbraucht, während Russland sein Rohöl mit Rabatt in Asien absetzt, für wen rechnet sich diese Rechnung wirklich?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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