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DN fordert gewaltsame Räumung der Sol-Besetzer
Ein Anführer von Democracia National ruft dazu auf, die Protestcamping-Teilnehmer in Madrids Puerta del Sol gewaltsam zu vertreiben.
Democracia National ruft zur gewaltsamen Vertreibung der Besetzer am Platz Sol auf
Ein Funktionär der spanischen Partei Democracia National hat dazu aufgerufen, dass eine Gruppe „Mutiger“ das Protestcamp auf der Puerta del Sol mit Gewalt räumt. In seiner Botschaft behauptet er, die Besetzer seien nur scheinbar unantastbar und es reiche aus, sie „wegzujagen und mit Tritten zu vertreiben“. Die erste Reaktion kam als Warnung: „Vorsicht vor dem Faschismus“. Es handelt sich nicht um einen Vorschlag für eine administrative Räumung, sondern um eine Aufforderung an Privatpersonen, den Platz eigenmächtig einzunehmen; diese Distanz zum Rechtsstaat prägt die gesamte Debatte.
Die Botschaft geht über das Camp hinaus. Sie verweist auf den Fall Mari Carmen, auf sozialen Wohnungsbau, auf gemeldete sens Übergriffe in den Migrantenlagern von Ceuta und auf die Unsicherheit auf den Straßen, um zu argumentieren, dass die Personen auf dem Platz keine legitime Sache vertreten. Durch diesen Rahmen wird das Protestcamp nicht mehr als Problem der öffentlichen Ordnung gesehen, sondern als ein Feind, den man bekämpfen muss.
Was ist der Unterschied zwischen einer Räumung und einer Vertreibung mit Gewalt?
Die Grenze ist juristisch. Eine ordnungsgemäße Räumung erfordert eine Anordnung, ein Verfahren und eine zuständige Behörde; was der Funktionär vorschlägt, ist eine Gruppe von Zivilisten, bereit, Gewalt anzuwenden. Hier taucht das Argument auf, das in seiner Verteidigung am häufigsten wiederholt wird: Der Regierungsbeauftragte hätte dies „vom ersten Tag an“ tun sollen. Die Kritik diskutiert nicht den Kern – ob das Camp aufgelöst werden sollte –, sondern wer und wie.
Gegen diese Logik spricht ein schwer zu widerlegendes Einwand. Wenn man Gruppen von Privatpersonen ermächtigt, Schläge zu verteilen, öffnet man eine Tür, die danach niemand mehr schließen kann, und überträgt Nachbarn eine Aufgabe, die gesetzlich der Polizei vorbehalten ist. Niemand erklärt, welche Befugnisse eine „Gruppe Mutiger“ haben soll, um einen öffentlichen Platz zu leeren, oder was passiert, wenn die Gruppe das falsche Ziel trifft.
Der doppelte Maßstab zwischen der Puerta del Sol und den Lagern in Ceuta
Der am weitesten verbreitete Vorwurf betrifft die ungleiche Behandlung. Eine Intervention fasst es zusammen: Es überrascht, dass geplant wird, ein Protestcamp innerhalb von Stunden zu leeren, während die Migrantenlager in Ceuta seit Monaten bestehen. Dieser Vergleich wird bis zur Erschöpfung wiederholt und wird zum Kernpunkt des Ärgers. Für viele misst die Geschwindigkeit der Räumung den politischen Willen, nicht die Rechtmäßigkeit.
Es ist auch der am meisten umstrittene Punkt. Er vermischt zwei Prämissen, die nicht gleichwertig sind – eine Protestaktion und eine Migrationssituation – und setzt voraus, dass der einzige Unterschied darin besteht, wer befiehlt. In diesem Rahmen wird jede langsame Räumung als Komplizenschaft gedeutet und jede Eile als Gefälligkeit.
Das Feuer kommt von der eigenen Rechten
Bemerkenswert ist, dass ein Großteil der Kritik nicht von der Gegenseite kommt. Der Partei wird Feigheit vorgeworfen: Sie rufe ihre Anhänger nur dann zum Handeln auf, wenn das Ziel keinen Widerstand leistet. Eine andere Linie stellt sie als eine wiederverwertete Version bereits bestehender Parteikürzel dar, und manche werfen ihr sogar ihre außenpolitische Haltung vor.
Das kurioseste Detail ist symbolischer Natur. Eine Nachricht erinnert daran, dass die Partei ein Kreuz im Emblem trägt und spielt mit Ironie: Sie mögen katholisch und apostolisch sein, aber sie haben nie erklärt, römisch zu sein. Die religiöse Identität wird zum internen Schlachtfeld, und die Lächerlichkeit wiegt schwerer als die Doktrin.
Tränengas, Wasserschläuche oder Partys vor jedem Rathaus
Die Vorschläge zum „Wie“ vervielfachen sich. Einer zielt auf Polizeieinsätze mit Tränengas und Gummigeschossen ab; ein anderer, häuslicherer, auf Feuerwehrleute mit Hochdruckwasserschläuchen. Der einfallsreichste kehrt die Logik komplett um: Man solle Protestcamps und Saufgelage vor allen Rathäusern Spaniens organisieren und messen, wie lange deren Räumung dauert. Wenn das Problem die Toleranz gegenüber der Besetzung öffentlichen Raums ist, besteht der Test darin, sie auf alle Gemeinden auszudehnen.
Parallel dazu werden Privateigentum und das Recht, dieses innerhalb der eigenen vier Wände zu verteidigen, das alte Prinzip des „Heims“, beansprucht. Auf den Fall übertragen: Wenn der Platz niemandem gehört, gehört er auch nicht denen, die ihn besetzen. Eine weitere persönliche Geschichte beschreibt einen nächtlichen Vorfall neben einem Auto, bei dem schließlich sieben Beamte eingreifen mussten.
Mit diesen Zutaten ist das Ergebnis das immer gleiche. Einige fordern harte Maßnahmen und übertragen der Polizei Aufgaben, die Bürger nicht übernehmen; andere verlangen denselben Maßstab überall; und der Funktionär, der die Diskussion entfacht hat, erklärt weiterhin nicht, woher die Legitimität seiner „Gruppe Mutiger“ stammt. Genau dort läuft alles fest.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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