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Digitaler Euro: Der Plan für 2027
Der digitale Euro ist für 2027 unter EZB-Chefin Lagarde geplant. Bargeld verliert in Schweden, den Niederlanden und im spanischen Nahverkehr an Bedeutung.
Digitaler Euro 2027: Der Plan, der Bargeldnutzer beunruhigt
In Amsterdam kann man mit Münzen nicht in den Bus steigen. In Barcelona geht das auch nicht. In Frankreich akzeptieren Fahrer auf einigen Linien keine Scheine mehr und verlangen Kartenzahlung. Und in Schweden ist Bargeld praktisch verschwunden, obwohl das Land den Euro nicht eingeführt hat. Das ist der reale Ausgangspunkt der Diskussion über den digitalen Euro, dessen Einführung für 2027 unter der Leitung von Christine Lagarde bei der Europäischen Zentralbank (EZB) erwogen wird. Die Frage ist nicht, ob Bargeld abrupt verschwindet, sondern wie viel Boden es schrittweise verliert.
Was der digitale Euro ist – und was er nicht ist
Man sollte zwei Dinge trennen, die oft vermischt werden. Das eine ist die zentrale digitale Währung (CBDC), die die EU in wenigen Jahren bereitstellen möchte. Das andere ist das Verschwinden des Bargelds, das in Ländern ohne Bezug zum Euro bereits seit Jahren faktisch stattfindet. In Schweden ist Bargeld nur noch marginal. In den Niederlanden akzeptieren viele Geschäfte und Verkehrsbetriebe nur Karten. Beides ist nicht dasselbe, verstärkt sich aber gegenseitig.
Einige behaupten, der digitale Euro sei eigentlich die einzige Möglichkeit, ein bedingungsloses Grundeinkommen umzusetzen: Ohne programmierbares Geld lässt sich eine zweckgebundene Zuteilung kaum bezahlen. Andere weisen darauf hin, dass der eigentliche Schub nicht von einem Gesetz kommt, sondern von Rabatten. Wenn digitales Bezahlen etwas günstiger wird, akzeptieren die Menschen den Wechsel vielleicht ohne großen Widerstand.
Das Kontrollargument: Jeder Euro nachvollziehbar
Hier wird der Ton hitzig. Der zentrale Einwand ist nicht wirtschaftlicher, sondern datenschutzrechtlicher Natur. Ein digitaler Euro ist per Definition eins zu eins nachverfolgbar: Man weiß, wo er geschaffen wurde, wer ihn als Gehalt erhielt und wofür er ausgegeben wurde. Wer Geld bewegen will, ohne Spuren zu hinterlassen, hätte es schwer.
Die übliche Antwort lautet, dass dies bei Kreditkarten und Kryptowährungen bereits der Fall ist, die faktisch als Finanzanlagen funktionieren und nur so viel wert sind wie die Euro oder Dollar, gegen die sie getauscht werden. Die echte Anonymität von Bargeld hat jedoch kein bekanntes digitales Pendant. Hier beginnt die Debatte um die Schattenwirtschaft: Manche meinen, das Ende des Bargelds würde nicht angemeldete Arbeit aufdecken. Andere entgegnen, dass in Spanien viele genau davon leben und der Schlag dann sozial, nicht nur fiskalisch wäre.
Was schon passiert, ohne dass Gesetze nötig wären
Das Argument, „man kann Bargeld nicht verbieten“, prallt auf die Realität. In Belgien werden Ein- und Zwei-Cent-Münzen zwar gesetzlich anerkannt, aber kaum angenommen. In städtischen Bussen mehrerer spanischer und französischer Städte zahlt man mit Verkehrs- oder Visakarte, nicht mit Scheinen. In einigen spanischen Geschäften liegen Preise knapp unter 1.000 Euro, um die Limits für Barzahlungen zwischen Unternehmen und Privatpersonen zu umgehen.
Das Muster ist immer gleich: Es wird nicht verboten, sondern erschwert. Barzahlung wird begrenzt, Abhebungen am Automaten reduziert, Kartenpflicht im Nahverkehr eingeführt. Einschränkungen entstehen durch kleine Reibungen, nicht durch ein einzelnes Dekret.
Das demografische Problem, das niemand sehen will
Es bleibt das unbequeme Detail: Spanien ist ein alterndes Land. Viele ältere Menschen zahlen weiterhin bar und zählen Münzen an der Supermarktkasse. Filialschließungen und der Druck zur mobilen Banking-Nutzung schließen einen wichtigen Teil der Bevölkerung aus oder machen sie abhängig von Dritten.
Falls die Umstellung kommt, wird sie langsamer sein, als Schlagzeilen suggerieren. Manche glauben, der digitale Euro kommt bald, aber seine Pflichtnutzung dauert lange. Andere erinnern daran, dass Bargeld nie ganz verschwindet, weil es dem Menschen inhärent ist; sonst kehrt man zum Tauschhandel zurück. Gold und Silber als letzter Zufluchtsort, sagen einige. Mit diesen Voraussetzungen beendet niemand das Kapitel: Bargeld verliert jährlich an Boden, doch seine Sterbeurkunde hat noch niemand unterschrieben.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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