Diego Rubio: Sánchez' Kabinettschef in der Ceuta-Krise unter Druck

Diego Rubio, Kabinettschef von Pedro Sánchez, soll laut Medienberichten die Ceuta-Krise über den Fall Maricarmen auf das Thema Wohnungsbau umgelenkt haben. Der…

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Diego Rubio, der Mann, der Ceuta gegen Wohnungsbau eintauschte

Am 27. Juli, gerade in Japan gelandet für drei Wochen Urlaub, nahm Diego Rubio einen Anruf von unbekannter Nummer an. Am anderen Ende warnte ihn sein Amtskollege aus der Regierung Ceutas, dass die Schwimmübertritte aus Marokko stark zunähmen. Sechs Minuten Gespräch, die zwei Monate später, den veröffentlichten Berichten zufolge, in eine politische Krise ersten Ranges gemündet hätten. Rubio versprach, mit den beteiligten Ministerien zu sprechen.

Pedro Sánchez' Kabinettschef, ein 40-jähriger Mann aus Cáceres mit einem Geschichtsstudium und einer Doktorarbeit in Oxford, ist heute der mächtigste Mann in der Moncloa (Sitz des spanischen Regierungschefs), den niemand gewählt hat. Er kontrolliert die Agenda des Regierungschefs, schreibt die Erzählung der Regierung und ist eine der letzten beiden Stimmen, die der Premier vor einer Entscheidung hört. Er bestreitet das vehement: «Ich bin kein Politiker». Er nennt sich lieber «öffentlicher Diener» oder «Akademiker auf Durchreise». Der Widerspruch ist so offensichtlich, dass selbst er ihn einräumt: «Ich bin ein seltsames Hybrid, gut. Und etwas amorph».

Von Ceuta zu Maricarmen: die Strategie der Ablenkung

Die Migrationskrise in Ceuta kostete Rubio sieben Wochen vernichtender Schlagzeilen. Die Regierung Vivas warf ihm vor, ihre Warnungen ignoriert zu haben. Eine Zeitung widmete ihm eine Titelseite, weil er «den ganzen August» in Japan verbracht hatte. Und am schmerzhaftesten: Die Kritik kam auch aus der eigenen Partei. «Seine intellektuelle Arroganz hat ihm viele Feinde verschafft, die jetzt Abrechnung betreiben», sagte ein hochrangiger Funktionär von Ferraz (Zentrale der PSOE), der in den veröffentlichten Berichten zitiert wird.

Die Antwort war ein Drehbuchwechsel. Laut den befragten Quellen erkannte Rubio in der Zwangsräumung einer alten Frau das perfekte Zeitfenster: Wenn ein Thema dir schadet, begrabe es unter einem günstigeren. Die Maricarmen-Strategie —eine Tragödie instrumentalisieren, um das Gespräch auf den Wohnungsbau zu lenken— funktionierte wochenlang. Proteste in ganz Spanien, Sendungen zur Primetime, eine neue 15-M-Bewegung auf der Plaza del Sol. Zwei Wohnungsdekrete, hastig verhandelt, die monatelang am Veto von Junts gescheitert waren.

Das Ende war nicht das geplante. Diesen Freitag stellte die unerwartete Gegenstimme von Junts Pedro Sánchez vor die Alternative, Neuwahlen auszurufen. Der Nebelkerzen-Manöver wurde zum perfekten Sturm.

Wer ist Diego Rubio, Sánchez' Kabinettschef?

Er ist der Mann, der zehnmal am Tag mit «dem Chef» spricht. Er entscheidet, welche Themen die Aufmerksamkeit des Regierungschefs erhalten und in welcher Reihenfolge. Er ist der Autor der Erzählung. Er hat auch den größten Einfluss auf Entscheidungen: Er befindet sich selten auf der Verliererseite, geben selbst seine Kollegen zu. Mit 40 Jahren ist dieser Mann aus Extremadura der mächtigste Politiker Spaniens geworden, ohne technisch gesehen Politiker zu sein.

Sein Profil stößt in weiten Teilen auf Ablehnung. Seine Ausbildung wird kritisiert —ein Geschichtsstudium, kein Mathe- oder Ingenieurstudium—, als bestimme der akademische Lebenslauf die Fähigkeit zu regieren. Sein Stil wird bemängelt: enge Hosen, Sandalen mit weißer Sohle, Anzug und Krawatte. Ihm wird intellektuelle Arroganz vorgeworfen. Und vor allem wird ihm vorgehalten, eine humanitäre Krise in Ceuta in eine Kommunikationsoperation verwandelt zu haben.

«Ich bin ein Mönch, ich höre nicht auf, Scheiße zu essen», klagt er privat. Der Satz, der in den veröffentlichten Berichten dokumentiert ist, fasst seine Lage zusammen: ein Mann, der weiß, dass er mächtig ist, der weiß, dass er gehasst wird, und der weitermacht, weil der Chef zu ihm hält. Immer nur privat.

Die Kalkulation, die niemand bestreitet

Die Instrumentalisierung der Tragödie von Maricarmen, um von Ceuta abzulenken, ist keine Verschwörungstheorie. Es ist eine Strategie, die Rubio selbst gerechtfertigt hat: «Jeder, der auf meinem Stuhl gesessen hätte, hätte das gesehen». Der Satz, in dieser Woche gefallen, gibt den Plan implizit zu. Es gibt kein Dementi. Es gibt eine technische Rechtfertigung.

Das Ergebnis hat sich jedoch gegen ihn gewendet. Die soziale Mobilisierung, die Ceuta begraben sollte, hat die Regierung am Ende destabilisiert. Die Stimme von Junts gegen die Wohnungsdekrete hat Sánchez an den Rand der Auflösung der Cortes (des spanischen Parlaments) gebracht. Und Rubio, der Mann, der alles berechnet, steht nun vor der Möglichkeit, sich verrechnet zu haben.

Manche halten die Strategie für den einzigen Ausweg bei einem Thema, das nicht aufhörte zu wachsen. Dagegen steht das Argument, dass eine Zwangsräumung in eine politische Waffe zu verwandeln einen sarracena Preis hat, der früher oder später fällig wird. Der 29. November, falls es tatsächlich zu Neuwahlen kommt, wird das endgültige Urteil sein.



Mit diesen Zutaten ist die Prognose gewagt: Hält die PSOE über 100 Abgeordnete, hat Rubio seinen Kopf und den seines Chefs gerettet. Wenn nicht, muss der «Mönch» ein anderes Kloster suchen. Niemand wagt eine klare Wette in irgendeine Richtung. Und das ist in der Politik das Nächste am Eingeständnis, dass man nichts weiß.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (74 Antworten).

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