Die Wassertemperatur, mit der die Heizung wirklich spart

Senkt man das Kesselwasser von 70 auf 60 Grad, sinken die Verluste – doch der reale Wirkungsgradgewinn bei einem konventionellen Kessel beträgt nur etwa zwei Prozentpunkte.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kesselwasser von 70 auf 60 Grad senken spart Gas

Auf welche Temperatur stellt man das Heizungswasser am besten ein, um an der Gasrechnung nicht zu viel zu zahlen? Die kurze Antwort: so niedrig wie möglich, solange die Wohnung warm bleibt. Die lange Antwort hängt vom Kessel, von der Art des Kreislaufs und davon ab, wie kalt es draußen ist. Bei einem konventionellen, nicht kondensierenden Kessel gibt es Spielraum, aber er ist bescheiden – wer Wunder erwartet, wird enttäuscht.

Ausgangspunkt ist eine sehr häufige Frage: ein standardmäßiges, nicht kondensierendes Kesselgerät, das die Vorlauftemperatur zwischen **45 und 80 Grad** einstellen lässt, mit Aluminiumheizkörpern. Viele Installateure stellen sie auf **70-80 Grad**, damit der Heizkörper die Wärme gut verteilt. Die Sparlogik sagt genau das Gegenteil.

Warum eine niedrigere Wassertemperatur den Verbrauch senkt

Je niedriger die Vorlauftemperatur des Kessels, desto geringer die Verluste und desto höher der Wirkungsgrad. Das Problem: Niedrigeres Wasserniveau bedeutet weniger abgegebene Wärme am Heizkörper. Die Balance liegt darin, so weit wie möglich herunterzuregeln, solange die Wohnung die Solltemperatur erreicht. **80 ist besser als 90, 70 besser als 80, 60 besser als 70** – solange man nicht friert.

Hier kommt die Art der Anlage ins Spiel. Bei einem Einrohrkreis fließt das gesamte Wasser durch alle Heizkörper, und beim letzten kommt es mehrere Grad kühler an als beim ersten; senkt man die Vorlauftemperatur zu stark, bleiben die letzten Heizkörper nur lauwarm. Bei einem Zweirohrkreis durchläuft das Wasser jeden Heizkörper einzeln, und alle erreichen etwa die gleiche Temperatur. Das Fazit ist unangenehm für die Verfechter des Sparens um jeden Preis: Beim Einrohrkreis zerstört zu tiefes Absenken der Temperatur die Wärmeverteilung.

Der Abgleich der Thermostatventile – der Schlüssel, den fast niemand macht

Selbst beim Zweirohrkreis heizt eine schlecht abgeglichene Anlage manche Heizkörper stark und lässt andere nur lauwarm. Wer die Thermostatventile der zuerst warm werdenden Heizkörper teilweise schließt, verteilt den Volumenstrom neu, sodass alle gleichzeitig warm werden. Beim Einrohrkreis ist die Einstellung noch feiner: Bleibt der erste Heizkörper ganz offen, bleibt der zweite kühler; schließt man den ersten ganz, wird der zweite am Ende wärmer als der erste. Es gibt einen Zwischenpunkt, an dem beide die gleiche Temperatur erreichen – das ist die optimale Einstellung.

Was man mit einem konventionellen Kessel wirklich gewinnt

Das Kleingedruckte in den technischen Daten dämpft die Begeisterung. Bei einem konventionellen Kessel liegt der Wirkungsgrad bei 100 % Last und **70 Grad** Wassertemperatur bei rund **94 %**, bei 30 % Last und **50 Grad** steigt er auf **96 %**. Zwei Punkte. Das ist der gesamte Spielraum. Der Unterschied zwischen einem Brennwertkessel, der mit **40-60 Grad** arbeitet, und einem NOx-armen Kessel mit **70-80 Grad** liegt nicht im reinen Wirkungsgrad, sondern in der Auslegung des Kreislaufs.

Manche behaupten, das Wirkungsgradmaximum einer Wärmemaschine liege zwischen Maximum und Minimum, nicht an den Extremen. Das Auto-Vergleichsargument – höherer Verbrauch bei 120 als bei 100 – hinkt: Die Wassertemperatur in einem geschlossenen Kreislauf wirkt fast linear, während der Luftwiderstand mit dem Quadrat der Geschwindigkeit wächst. Der Vergleich trägt nicht.

Der PID-Thermostat und der Mythos der Überschwingens

Der klassische Einwand: Bei sehr heißem Wasser speichert der Heizkörper so viel Energie, dass die Wohnung nach dem Abschalten weiter aufheizt. Bei **50 Grad** Wassertemperatur bleibt die Temperatur stabil bei **20 Grad**; bei **60 Grad** schwankt sie zwischen **20 und 21**. PID-Thermostate, die die Abschaltung an der Aufheizgeschwindigkeit anpassen, beseitigen dieses Problem: Sie überschreiten die Solltemperatur nie, egal ob das Wasser auf 40 oder 80 Grad eingestellt ist.

Die Praxis weist in dieselbe Richtung. Eine überdimensionierte Anlage mit **60 Grad** heizt eine Wohnung in **30-40 Minuten** auf, und der Kessel startet erst nach über einer Stunde wieder. Und manche haben nach Jahren mit **70 Grad** Wasser und Feuchtigkeitsproblemen an den Wänden auf **58** reduziert und in den kältesten Monaten mit häufigem Frost auf **66** erhöht: weniger Verbrauch und weniger Feuchtigkeit.

Konstante Temperatur schlägt Ein- und Ausschalten

Die Wohnung auf konstanter Temperatur zu halten verbraucht weniger als ständiges Ein- und Ausschalten. Lässt man die Wohnung auskühlen, kostet es später mehr, sie wieder aufzuheizen. Und wenn Kessel und Leitungen innerhalb der Wohnung liegen, ändert sich der Wirkungsgrad kaum mit der Wassertemperatur – was sich ändert, ist der Komfort.

Am Ende hat die Frage aller Fragen eine enttäuschend einfache Antwort. Stelle das Wasser so weit herunter, bis die Wohnung nicht mehr richtig warm ist, und erhöhe es nur, wenn das Außenthermometer stark fällt. Der Rest ist Installateursprosa.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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