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Die Reichensteuer, die sogar Reiche selbst zahlen wollen
Eine 2-Prozent-Abgabe auf Vermögen über 10 Millionen Pfund spaltet Großbritannien: Millionäre fordern die Zahlung, Grundbesitzer versprechen Widerstand.
Die Reichensteuer, die sogar Reiche selbst zahlen wollen
Was passiert, wenn ein Ökonom eine Steuer von 2 % auf Vermögen über 10 Millionen Pfund vorschlägt und die ersten, die sie verteidigen, einige der betroffenen Millionäre selbst sind? In Großbritannien ist es passiert: Eine Gruppe großer Vermögensinhaber hat einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie fordern, diesen Zuschlag zu zahlen, um den Rent-seeking-Effekt zu stoppen, der das Land ihrer Ansicht nach zu feudalisiern droht. Der Vorschlag ist nicht überall gut angekommen. Die Medien haben ihn feindselig aufgenommen, und Grundbesitzer warnen laut einem in dem Gespräch zitierten Dokumentarfilm, sie würden dagegen kämpfen und gewinnen – wie immer.
Die Episode dient als Einstieg in eine breitere Diskussion über die globale Rechtsverschiebung und ihre wirtschaftliche Rechnung. Die Ausgangsthese ist explizit: Das korrigierende Pendel gegen den Globalismus hat sich zu einem Programm entwickelt, das die Kleinen trifft. Und der argentinische Fall dient als Testfeld, mit Zahlen, die sich je nach Sprecher radikal gegensätzlich lesen.
Was eine Vermögensteuer tatsächlich besteuert – und warum sie so viel Widerstand auslöst
Das technische Argument gegen die 2-Prozent-Steuer lautet, dass sie Vermögen mit Einkommen verwechselt. Hohes Vermögen steckt oft in Aktiva fest – Aktien des eigenen Unternehmens, Immobilien –, die keine automatische Liquidität erzeugen. Die Rechnung, die im Gespräch kursiert, ist illustrativ: Ein Portfolio von 30 Millionen in Immobilien mit einer Nettorendite von 5 % vor Steuern kann nach Körperschaft- und Einkommensteuer auf 2,5 % schrumpfen. Zieht man weitere 2 % auf das Vermögen ab, bleibt eine Marge, die die Inflation nicht deckt.
Der Einwand hat Substanz. Er hat aber auch eine Antwort: Wenn diese 30 Millionen Rendite abwerfen, sind die zusätzlichen 2 % rund 600.000 Euro – ein Bruchteil der erwirtschafteten Einkünfte. Der blinde Fleck der Debatte ist, dass beide Rechnungen stimmen und unterschiedliche Realitäten beschreiben: den reinen Rentier und den Unternehmer, dessen Kapital im eigenen Unternehmen gebunden ist.
Der argentinische Fall: dieselben Zahlen, zwei gegensätzliche Erzählungen
Das Gespräch wird hitzig, als es den Atlantik überquert. Gegen die Lesart des sozialen Niedergangs wird ein Zahlenarsenal aufgefahren: Die neuen Mieten in Buenos Aires sinken real um 32,9 %, das Angebot an Mietwohnungen wächst um 326 %, die Jahresinflation fällt von 211,4 % auf 33 %, und der Handelsüberschuss springt von −6.925 auf +18.899 Millionen Dollar. Das BIP wächst um 4,4 % nach zuvor −1,6 %.
Wer das Sparprogramm verteidigt, fasst es so zusammen: Das Land war jahrzehntelang im peronistischen Zyklus gefangen, und es bleibt nichts anderes übrig, als eine Zeit lang den Gürtel enger zu schnallen. Wer es kritisiert, bestreitet die Inflationszahlen nicht, sondern die sozialen Kosten der Therapie und den Wandel der Person. Die Armut bleibt in der Liste der Indikatoren ohne Zahl. Auch diese Lücke sagt etwas.
Die Kluft, die sich nicht schließt: von der Klage zur Tat
Der letzte Teil des Gesprächs verlässt die Makroebene und begibt sich auf das Terrain der politischen Strategie. Manche halten Wählen für sinnvoll, sei es nur, um diejenigen zu bestrafen, die die Krise verwaltet haben. Andere erwidern, das eigentliche Ziel jeder Regierung sei es, die Kaufkraft des einfachen Volkes zu senken, ganz gleich welcher Farbe. Und eine einsame Stimme schlägt vor, von der Klage zur Tat überzugehen – mit der Ambiguität, nie zu erklären, was „Sachen kaputt machen“ genau bedeutet.
Die Grundfrage schwebt über dem gesamten Gespräch: Erfolgt die pendelartige Korrektur nach rechts innerhalb der Regeln der Demokratie oder gegen sie. Die Grundbesitzer im Dokumentarfilm haben bereits gewarnt: Sie gewinnen immer. Unter diesen Voraussetzungen zahlt den Korb, wer keine Güter zu verteidigen hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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