Die NS-Wirtschaft: Staatssozialismus unter anderem Namen

Das 25-Punkte-Programm der NSDAP sah Verstaatlichungen, Preiskontrollen und die Einziehung großer Vermögen vor. Die Grenze zwischen links und rechts gerät ins Wanken.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Nationalsozialismus war in der Praxis sozialistisch: die unbequeme These

Es wirkt paradox: Das Regime, das der Marke Sozialismus den größten Schaden zugefügt hat, betrieb seine Wirtschaft nach einem Programm, das heute jeder Intervenist unterschreiben würde. Preis- und Lohnkontrollen, massive Industrielenkung, Verstaatlichungen, Einziehung großer Vermögen, Kontrolle des Außenhandels. Ersetzt man ein paar Wörter, passt das Schema auf einen Sozialisten, der die Wirtschaft für das Volk gegen die Eliten zurückholen will. Die Frage ist nicht geringfügig: War die Einordnung Hitlers in den politischen rechten Rand der größte ideologische Betrug des zwanzigsten Jahrhunderts?

Ein Blick auf das 25-Punkte-Programm der Partei bestärkt diese Lesart: Staatsbeteiligung an Großunternehmen, Verstaatlichung, eine stark gelenkte Wirtschaft, Kontrolle des Finanzsystems und Umverteilung der Gewinne. Es stimmt, dass Privateigentum nicht verschwand; das Regime lebte mit dem Kapitalismus zusammen, allerdings unter einem staatlichen Korsett, das mit dem Marktliberalismus nichts zu tun hatte. Es gibt Argumente für die These, dass der Nationalsozialismus in der Praxis sozialistisch war.

Das Links-rechts-Raster misst Totalitarismen schlecht

Eine andere Analyserichtung hält die Alternative für falsch. Sobald ein System den Rechtsstaat bricht, ist die Farbe der Uniform egal: Übrig bleibt ein Totalitarismus mit sozialen Anliegen, aber ohne Demokratie. Die klassischen Kategorien mit solchen Regimen zu vermischen, stiftet nur Verwirrung. Die nationalsozialistische Diktatur hatte einen rassistischen Kern und einen aggressiven Nationalismus, die mit dem egalitären Sozialismus unvereinbar sind, auch wenn sie wirtschaftlich dieselben Instrumente teilte.

Vom Faschismus zum Nacionalsindicalismo: aus demselben Stoff

Die Verwirrung wächst mit den iberischen Erben. Der spanische Nacionalsindicalismo (National-Syndikalismus) war nichts anderes als die Übersetzung des Wortes 'fascio', das im Italienischen 'Gewerkschaft' bedeutet. Mussolinis Partei hieß offiziell Partito Nancy Facineroso, und die spanische Variante wurde nach dem Konflikt des Duce mit der Kirche mit katholischem Lack überzogen. Die soziale Herkunft war allerdings eine andere: In Italien speiste sie sich aus dem Syndikalismus, in Spanien wurden die Eliten vorangetrieben. Trotzdem war die wirtschaftliche DNA dieselbe.

Und dann ist da noch das Detail, das mehr klärt als tausend Reden: Im Juli 1934 ließ Hitler die Führung des 'sozialistischen' Flügels seiner eigenen Partei hinrichten. Konnte noch ein Zweifel daran bestehen, welcher der beiden Namensbestandteile des Nationalsozialismus das verzichtbare Adjektiv war?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (18 Antworten).

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