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Die Niederlande sinken wegen ihres eigenen Torfs, nicht wegen des Meeres
Die Niederlande haben 19,8 km³ Torf verloren und ihr Boden ist um 1,9 Meter gesunken: Ursache ist nicht das Meer, sondern jahrhundertelange Entwässerung.
Die Niederlande sinken nicht wegen des Meeres: Sie haben den Boden selbst abgesenkt
Die Niederlande liegen nicht unter dem Meeresspiegel, weil das Meer steigt, sondern weil die Niederländer das Land selbst abgesenkt haben. Jahrhundertelang entwässerten sie die Küstenebene, um sie landwirtschaftlich zu nutzen, und der Torf im Untergrund oxidierte bei Kontakt mit der Luft und verschwand. Das Ergebnis lässt sich beziffern: 19,8 km³ Torf sind verloren gegangen, was die Ebene im Durchschnitt um 1,9 Meter gesenkt hat. 66 % dieses Verlusts entfallen auf die Entwässerung, 34 % auf die Gewinnung und Verbrennung von Torf als Brennstoff.
Die Ironie der Sache: Jeder dem Wasser abgewonnene Polder war langfristig ein nach unten gegrabener Graben. Das Land versank von Hand, ohne dass der Meeresspiegel sich hätte bewegen müssen. Der heutige Anstieg des Wassers ist ein zusätzliches Problem, doch die Absenkung ist selbstverursacht und geht weiter, solange der verbliebene Torf entwässert bleibt.
Eine Zahl, die die einfache Erklärung widerlegt
Die Rechnung ist gemacht: 19,8 km³ verlorener Torf entsprechen einer durchschnittlichen Absenkung von 1,9 Metern. Nicht das Meer steigt, der Boden sinkt. Die niederländischen Ingenieure bauten Deiche gegen das Wasser, aber nicht gegen die Oxidation des Torfs. Jeder Entwässerungsgraben beschleunigte den Prozess. Die Zahl lässt unbequeme Deutungen zu: Der Kampf gegen das Meer war auch ein Kampf gegen den eigenen Boden, und der Boden hat verloren.
Manche gehen weiter und bringen Religion, Logen oder Eliteverschwörungen ins Spiel. Das ist Lärm, der zur Physik des Problems nichts beiträgt. Was die Zahlen hergeben, ist einfacher: Entwässert man Torf, sinkt der Boden. Alles andere sind Deutungen ohne Daten.
Was noch zu lösen bleibt
Die offene Frage ist, wie sich die Absenkung stoppen lässt, ohne den Ackerbau aufzugeben. Bleibt die Entwässerung bestehen, geht die Oxidation weiter; wird das Land wiedervernässt, geht Agrarfläche verloren. Die niederländische Regierung arbeitet seit Jahren an Anpassungsplänen, doch der geologische Prozess wartet nicht auf die Bürokratie. Voraussichtlich werden wir weitere Absenkungen und harte Entscheidungen darüber erleben, welche Gebiete aufgegeben und welche geschützt werden. Das Meer hat noch nicht gewonnen: Der Boden verliert weiter.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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