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Die genetische Geschichte der Spanier und Portugiesen
Ein 7.000 Jahre alter Jäger und Sammler aus Asturien in Spanien hatte dunkle Haut und Verwandtschaft mit Nordosteuropa. Die Iberische Halbinsel hat sich seitdem stark verändert.
Der Genpool der Spanier und Portugiesen ist überwiegend mediterran, bewahrt aber deutliche regionale Unterschiede zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West. Diese Unterschiede stammen aus Jahrtausenden von Migrationen und einer Besiedlung, die von der Geographie geprägt war.
Die Iberische Halbinsel ist ein Puzzle aus Bergen und Tälern, das über Jahrtausende als Maschine zur Herstellung von Unterschieden fungierte. Bevor der moderne Verkehr die Entfernungen verkürzte, konnte jedes Tal mit dem Rücken zum Nachbartal leben, und das zeigt sich in der Kultur, in der Sprache und auch in den Genen. Spanien und Portugal gehören jedoch zu den ältesten Ländern Europas mit durchgehender politischer Einheit, und dieses lange Zusammenleben innerhalb jedes Staates begünstigte innere Mischehen viel früher als in Italien oder Deutschland, mit einer sanft vereinheitlichenden Wirkung auf den Genpool jedes Landes.
## Ein dunkelhäutiger Jäger aus Asturien
Die Genetik der heutigen Iberer ist überwältigend mediterran. Doch die Sequenzierung des Genoms eines **7.000 Jahre** alten Jägers und Sammlers, der in **La Braña** in Asturien gefunden wurde, lieferte ein Ergebnis, das diese Intuition bricht: Dieses Individuum genetische Verwandtschaften, die den heutigen Nordosteuropäern viel näher stehen als den heutigen Iberern selbst, und hatte zudem dunkle Haut. In wenigen Jahrtausenden veränderte sich die genetische Landschaft der Halbinsel von Grund auf.
Man sollte keine Schlüsse aus einem einzelnen Genom ziehen. Jäger und Sammler aus Nordafrika könnten mit Booten die Straße von Gibraltar überquert und den Süden der Halbinsel besiedelt haben, während Sammler aus Nord- und Mitteleuropa den Norden Spaniens besetzten. Das vollständige Bild, wie alle mesolithischen Iberer aussahen, ist noch nicht abgeschlossen.
## Zwei neolithische Routen und eine längst geteilte Halbinsel
Auch die neolithischen Bauern kamen nicht aus einem einzigen Ort. Eine erste mediterrane Route brachte die Bauern der Cardial-Kultur aus dem Balkan und Italien. Kurz darauf entwickelte sich in Andalusien die **La-Almagra**-Keramikkultur, die offenbar aus dem heutigen Maghreb hervorgeht. Diese Episode würde das Vorkommen von DNA aus Nordwestafrika und vom Roten Meer in weiten Teilen des Südens und Westens Iberiens erklären, mit Markern wie den Y-Haplogruppen **E-M81**, **J1** und **T**.
Von sehr früh an war Spanien also genetisch zwischen Nord und Süd sowie zwischen Ost und West geteilt. Die Homogenisierung begann mit der Reconquista, als die Nordspanier den Süden rekolonisierten, und setzte sich in den folgenden Jahrhunderten mit langsamen, aber ständigen Mischehen fort, vor allem in den Städten. Trotzdem bleibt die regionale genetische Landschaft sehr ausgeprägt, sowohl mütterlicherseits als auch väterlicherseits.
## Phönizier, Kelten, Goten und Berber: jeder hinterließ seine Spur
Phönizier, Kelten, Griechen, Nnnn, Römer, Goten, Sueben, Franken, Araber und Berber zogen über die Halbinsel. Alle hinterließen eine genetische Spur in den Bevölkerungen der Regionen, in denen sie sich niederließen. Um sie zu verfolgen, werden drei Werkzeuge genutzt: die Haplogruppen des Y-Chromosoms, die fast unverändert vom Vater zum Sohn weitergegeben werden; die mitochondriale DNA, die nur von der Mutter geerbt wird; und Studien des gesamten Genoms.
Jede Haplogruppe entspricht einer eigenen Ahnenlinie und gliedert sich in einen phylogenetischen Baum, der nichts anderes als ein Stammbaum genetischer Abstammung ist. Die bergige Geographie erklärt, warum diese Spuren ungleichmäßig erhalten bleiben: Ein Tal kann eine Signatur zeigen, die das Nachbartal fast getilgt hat.
## Was die iberische Genetik nicht sagt
Genetische Daten beschreiben Linien und Mischungen, keine nationalen Identitäten oder Rechte an einem Territorium. Dass ein Marker im Süden häufiger vorkommt als im Norden, macht niemanden zum Erben von etwas. Die Populationsgenetik arbeitet mit Häufigkeiten und Wahrscheinlichkeiten, und ihre Ergebnisse sollte man mit dieser Vorsicht lesen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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