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Die Frequenzillusion: Warum uns fast alle Menschen hässlich erscheinen
Die ständige Konfrontation mit anderen Menschen verzerrt unsere Wahrnehmung von Schönheit. Frequenzillusion, natürliche Selektion und Kultur: warum wir so viele Menschen als unattraktiv empfinden.
Hässlichkeit als Illusion: warum uns fast die ganze Menschheit hässlich erscheint
Je mehr Menschen wir kennenlernen, desto hässlicher scheint uns die Menschheit. Das ist das Ausgangsparadox: Genau das Organ, das Schönheit beurteilt, verformt sie auch, denn je öfter ein Gehirn einem Reiz ausgesetzt ist, desto mehr gerät er in Misskredit. Es heißt Frequenzillusion, und sie erklärt, warum die Diagnose allgemeiner Hässlichkeit mehr über den Betrachter aussagt als über den Betrachteten. Einen Tiger sehen wir einmal in einer Dokumentation und erinnern uns an ihn als symmetrisch. Den Nachbarn, den Kollegen im Büro und den Mann im Bus sehen wir jeden Morgen, im Neonlicht und ohne Retusche.
Warum Tiere attraktiver wirken als Menschen
Das Argument trägt weiter, als es scheint. Die Variation innerhalb einer Tierart ist real —es gibt hässliche Hunde, und zwar richtig— aber sie kommt in kleinen, verstreuten Dosen daher. Beim Menschen ist die Exposition kontinuierlich: Warzen, Bäuche und Doppelkinne, die ein Gehirn täglich registriert, das darauf trainiert ist, Unvollkommenheiten zu entdecken. Das Seltene wird idealisiert; das Alltägliche nutzt sich ab. So betrachtet, wäre Hässlichkeit weniger ein Merkmal des anderen als ein Nebeneffekt des Zusammenlebens.
Es gibt eine zweite, rauere Lesart. Sie besagt, dass die natürliche Selektion nichts mehr ausfiltert und das soziale Netz gedeihen lässt, was früher nicht durchgekommen wäre. Es ist eine alte These —die klassischen Griechen verbanden Schönheit, Wissen und Tugend bereits in einem einzigen Ideal, der Kalokagathia— und sie wird auch heikel, wenn es darum geht, wer das Recht hat zu existieren. Dass die Kultur heute das Billige als Wert feiert, ist diskutabel und sogar unterhaltsam zu debattieren. Aber von dort bis zum Schlagwort vom Verfall der Spezies ist es ein Abgrund, den keine Gesichtssymmetrie rechtfertigt.
Bleibt die unbequeme Frage, und sie hat keine abschließende Antwort: Wenn Hässlichkeit vor allem eine Frequenzillusion ist, warum brauchen wir dann überhaupt noch das Wort?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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