DiCaprio kritisiert: Öko-Botschaften von der Privatjacht aus

Jacht, Hubschrauber und Privatjet gegen den Roller, den der Bürger nutzen soll: Die Kritik an der Doppelmoral im Klimaaktivismus des Schauspielers

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

DiCaprios Umweltaktivismus wird in Jachten und Hubschraubern gemessen

Kann man von allen anderen verlangen, aus dem Auto zu steigen, während man selbst per Hubschrauber zum Hafen gelangt? Diese Frage, mit einem Augenzwinkern gestellt, verfolgt Leonardo DiCaprio jedes Mal, wenn er auf eine Bühne steigt, um über das Klima zu sprechen. Die kurze Antwort seiner Kritiker lautet: Ein Widerspruch ist nicht möglich, denn grünes Gepose wird mit den Gewohnheiten anderer gepredigt und mit dem eigenen Geld praktiziert. Die lange Antwort, die interessantere, zeigt etwas Unangenehmeres: Die Denunziation des Schaufenster-Aktivismus ist selbst zu einem eigenen Genre geworden, in das fast alles passt.

Die Jacht, der Hubschrauber und der Roller des Nachbarn

Das zentrale Argument ist von erdrückender Einfachheit. Nach dieser Kritik kreuzt der Schauspieler über die Meere auf einer Jacht und bewegt sich an Land per Hubschrauber fort, während dem Normalbürger empfohlen wird, in der Stadt mit dem E-Roller unterwegs zu sein, im Winter zu frieren und im Sommer zu schwitzen. Die Asymmetrie ist kein Detail am Rande: Sie ist der Kern des Ärgers. Wer ein Manifest über Emissionen unterzeichnet, so die Argumentation, sollte nicht derjenige sein, der pro Flugstunde am meisten verschmutzt.

Nicht jeder übernimmt diesen Rahmen. Manche erwidern, ein Schauspieler sei nun einmal ein Schauspieler, sein Beruf sei das Darstellen, und von jemandem, der eine Rolle spielt, biografische Kohärenz zu verlangen, hieße die Leinwand mit dem Leben zu verwechseln. In dieser Lesart richtet sich die Kritik nicht gegen den Luxuskonsum, sondern gegen das Recht eines Menschen, sich zu Dingen zu äußern, die ihn nichts angehen. Und es gibt einen dritten Weg, zynischer und vielleicht realistischer: dass die Bewerbung von Ursachen Teil des Vertrags ist und wer nicht unterschreibt, ohne Promotion bleibt.

Warum wird ihm eine 25-Jahre-Regel zugeschrieben?

Weil seine Beziehungsgeschichte, deren Partnerinnen angeblich jünger sind als er und fast immer um die zwanzig, einen wiederkehrenden Internetwitz geprägt hat: die Idee einer ungeschriebenen Schwelle bei 25 Jahren. Der Witz kursiert seit Langem und ist zu einem Meme geworden, das bekannter ist als ein guter Teil seiner Filmografie. Es handelt sich um eine humoristische Konvention, nicht um eine Norm, die irgendjemand bestätigt hätte.

Das Meme hat am Ende jedes Gespräch über ihn verseucht. Wenn über seinen Aktivismus gesprochen wird, fällt jemandem das Alter der aktuellen Partnerin ein. Wenn über seine Karriere gesprochen wird, ebenso. Es ist die digitale Version des alten Prinzips, dass das beste Argument gegen eine Botschaft der Botschafter ist: unangenehm, wirksam und, logisch betrachtet, ein Lehrbuch-Fehlschluss.

Hollywoods ideologisches Paket: mitmachen oder außen vor bleiben

Die am häufigsten wiederholte Hypothese besagt, dass man abgesehen vom Talent in der amerikanischen Industrie nur Erfolg hat, wenn man ein komplettes Paket an Ursachen akzeptiert. Es ist keine originelle Idee und auch nicht beweisbar, würde aber erklären, warum fast alle Stars abseits der Leinwand dasselbe Drehbuch wiederholen. Die naheliegende Antwort: Das Talent ist reichlich vorhanden, Menschen, die gut schauspielern oder singen können, gibt es wie Sand am Meer, knapp ist die Promotion.

Das Gegenargument kommt mit Eigennamen. Mel Gibson wird zitiert, dem die sechstgrößte Vermögen Hollywoods zugeschrieben wird, als Beweis dafür, dass man sich der Umwelt-Erzählung verweigern und trotzdem Geld verdienen kann. Andere sehen darin eine Ausnahme, die die Regel bestätigt: Die Liste derer, die aus dem Drehbuch aussteigen, ist kurz, und in mehreren Fällen haben sie einen sichtbaren Preis in Form von Ostrazismus gezahlt.

Greta Thunberg, das Foto mit Schwab und der Sprung in die Verschwörung

Irgendwann in fast allen diesen Gesprächen taucht derselbe Name auf: Greta Thunberg, der ein Alter von 20 Jahren zugeschrieben wird. Das Bild wird durch ein Foto des Schauspielers neben Klaus Schwab, dem Präsidenten des Weltwirtschaftsforums, vervollständigt, das als Beweis für die Mitgliedschaft in einem Klub dient. Das Foto existiert; die daraus gezogene Schlussfolgerung nicht.

An diesem Punkt bricht die Analyse zusammen. Von der berechtigten Kritik an der Doppelmoral springt man zur Theorie einer Schatten-Weltregierung, die Krisen und Pandemien organisiere – eine Behauptung ohne jeglichen stützenden Beweis, die genau dann auftaucht, wenn das ökonomische Argument erschöpft ist. Der berechtigte Verdacht und die Verschwörungsfantasie vermischen sich, bis man sie nicht mehr unterscheiden kann, und die Debatte verliert das Einzige, was ihr Wert verlieh: die Frage, wer die Kosten der gepredigten Politik trägt.

Am Ende ist die einzige unbestrittene Tatsache die langweiligste von allen. Der Privatjet verbrennt dasselbe, ob ein überzeugter Umweltschützer oder ein skeptischer Jachtbesitzer einsteigt. Die Sarracena wird, wie der Treibstoff, am Tank gemessen, nicht an der Rede.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (100 Antworten).

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