Deutschland verabschiedet Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen

Der Bundestag billigt das Gesetz zur Pflicht von 65% erneuerbaren Energien, doch das Ministerium räumt ein, dass die Klimaziele für 2030 nicht erreicht werden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Deutschland verabschiedet Ausstieg aus Gas- und Ölheizungen
Deutschland beschließt Ende der Ära von Gas- und Ölheizungen

Der Bundestag hat am Freitag ein Gesetz verabschiedet, das vorschreibt, dass neue Heizsysteme zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Der Text, ein Kernstück des deutschen Plans zur Klimaneutralität bis 2045, erhielt 399 Ja-Stimmen, 275 Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen. Dies geschah nach monatelangen Streitigkeiten innerhalb der Koalition zwischen den Grünen und der FDP, die zeitweise die Regierung an den Rand des Zerfalls brachten. Der Bausektor emittierte im vergangenen Jahr 112 Millionen Tonnen Treibhausgase, was 15 % der Gesamtmenge des Landes entspricht. Das Wirtschaftsministerium schätzt, dass die Maßnahmen bis 2030 etwa 40 Millionen Tonnen CO2 einsparen werden, räumt jedoch ein, dass die verwässerte Version des ursprünglichen Entwurfs dazu führen wird, dass die Sektorziele für dieses Jahr nicht erreicht werden.

Was das Gesetz vorschreibt und ab wann es gilt

Das Gesetz verlangt, dass Systeme in Neubauten sowie in Bestandsgebäuden in Gebieten mit kommunalem Wärmeplan zu 65 % auf erneuerbaren Energien basieren. Ab nächstem Jahr dürfen Gaskessel weiterhin installiert werden, wenn sie wasserstofffähig sind, auch in neuen Gebäuden, die nicht Teil neuer Wohnanlagen sind. Die Pflicht zum Kesseltausch tritt erst in Kraft, wenn die Kommunen ihre verbindlichen Pläne genehmigt haben: frühestens 2026 in kleinen Kreisen und 2028 in großen.

Die endgültige Fassung ist ein Kompromiss auf niedrigster Ebene. Unter Druck der FDP einigte sich die Koalition im Juni darauf, Bürgern und Eigentümern mehr Zeit zu geben. Finanzminister Christian Lindner begrüßte dies in sozialen Medien: Es sei kein Gesetz mehr, vor dem man Angst haben müsse, weil sich der Staat in den Heizungskeller einmische. Die konservativen Oppositionsparteien entgegnen, dass es weiterhin eine Belastung für den Geldbeutel und ein bürokratisches Labyrinth bei der Beantragung von Fördermitteln bleibe. Die Umweltverbände bedauern das Gegenteil: Dass verfassungsmäßig verankerte Klimaziele verfehlt würden und Alternativen wie Wasserstoff oder Biomasse teuer und riskant für die Verbraucher seien.

Wie viel kostet der Kesseltausch?

Die Kosten sind der umstrittenste Punkt. Ein einzelner Gaskessel liegt zwischen 2.000 und 3.000 Euro. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe beginnt bei 7.000 Euro und kann bis zu 18.000 Euro kosten; Erdwärmepumpen erreichen 45.000 Euro. Auf dem Papier vervielfacht die grüne Alternative die Rechnung um das Drei- bis Fünfzehnfache, ohne Berücksichtigung von Bauarbeiten, Dämmung oder dem Platzbedarf der Geräte. Einige argumentieren, dass Erdgas durch teureres Biomethan ersetzt wird, während andere daran erinnern, dass Aerothermie oft erfordert, Installationen neu zu machen und Räume aufzugeben.

Die Dämmung ist die zweite große Rechnung. Es kursieren Verweise auf EU-Richtlinien, die vor 2030 Fassadendämmung, Fenstertausch und Kesselerneuerung vorschreiben könnten, um hohe Energieeffizienzklasse zu erreichen. In einem Gebäude mit 28 Wohneinheiten kostete der Wechsel von Öl- auf Gasheizung vor Jahren bereits eine hohe Sonderumlage, die sich nie amortisierte. Die Wiederholung dieser Operation mit Wärmepumpentechnik ist die plausibelste Option und keineswegs günstig.

Der energetische Hintergrund: Weniger Gas, mehr Abhängigkeit

Das Gesetz ist ohne den europäischen Energiekontext nicht zu verstehen. Manche behaupten, das eigentliche Ziel sei nicht CO2, sondern der Zugang zu günstiger Energie zu kappen und die Handelsbeziehungen zu Russland und Algerien zu brechen. Das Problem, so heißt es, sei, woher die Solarmodule kommen sollen, wenn auch die Ketten mit China angespannt werden. Andere verweisen auf Peak Oil als Erklärung: Es gibt nicht genug Gas für alle, und Fabriken laufen nicht mit Decken.

Auf technischer Ebene drehte sich die Diskussion um Thermodynamik. Eine Seite vertritt die Ansicht, dass konzentrierte Energie eine geringere Entropie habe und dass Erneuerbare mit Wirkungsgraden von 20 % nicht mit fossilen Brennstoffen konkurrieren können. Die Gegenargumentation lautet, dass Photovoltaik durch Verschnitt aus der Elektronikindustrie billiger geworden sei und dass der Verweis auf statistische Mechanik, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu leugnen, ein unbewiesener Sprung sei. Die Diskussion blieb dort stehen, ohne Formeln, die sie beenden konnten.

Wer zahlt und wer friert?

Die Debatte lenkt auf den Steuerzahler. Wenn Solaranlagen oder Wärmepumpen subventioniert werden müssen, folgern einige, dann sind sie nicht rentabel. Zuschüsse für Eigenverbrauch liegen bei 30 % bis 40 % für Privatpersonen und 45 % bis 60 % für Unternehmen. Da der Markt nicht von selbst reagiert, wiederholt sich die Schlussfolgerung, dass die Norm Dinge fördert, die die Gewinn- und Verlustrechnung nicht rechtfertigt.

Der häufigste Abschluss ist der des deutschen Rentners, der nach Alicante, Málaga oder auf die Kanaren zieht. Die Prognose massiver Migration deutscher Ruheständler ans Mittelmeer taucht immer wieder auf, halb scherzhaft, halb ernst gemeint. Die Geschichte, sagen sie, sei zyklisch: Germanische Stämme, die den Rhein überqueren, um an wärmeren Orten zu leben.



Es bleibt eine verwirrende Tatsache. Das Ministerium selbst gibt zu, dass das verwässerte Gesetz die Emissionsziele des Sektors für 2030 nicht erfüllen wird. Die Norm wird verabschiedet, der Zeitplan gestreckt und das Ziel entfernt sich. Mit diesem Ausgangspunkt lautet die Frage nicht mehr, wie viel der Kesseltausch kosten wird, sondern wer die Kosten dafür tragen wird, ihn nicht zu vollziehen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (148 Antworten).

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