Der Weinberg mit den sauren Trauben: Lesungen für Sonntag, den 4. Oktober

Jesaja 5, Psalm 79 und Matthäus 21 kreisen um den Weinberg des Herrn, während der tägliche Rosenkranz um 22.00 Uhr mit Schutzversprechen gebetet wird

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Weinberg mit den sauren Trauben: Lesungen für Sonntag, den 4. Oktober
Der Weinberg mit den sauren Trauben und der Rosenkranz um 22.00 Uhr

Die Liturgie des Sonntags, den 4. Oktober, verknüpft drei Texte, die sich um dieselbe Metapher drehen: das Lied vom Weinberg aus Jesaja 5, 1-7, den Psalm 79 und das Evangelium nach Matthäus 21, 33-43. Ein Besitzer gräbt den Boden um, entfernt die Steine, pflanzt edle Reben, baut einen Turm und haut eine Kelter. Er erwartete Trauben; erntete aber saure Beeren. Und das Urteil des Propheten lässt keinen Spielraum: Der Weinberg des Herrn ist das Haus Israel, und die liebliche Pflanzung sind die Menschen Judas, so das Responsorium, das den Tag eröffnet.

Was die Lesungen am Sonntag, den 4. Oktober, sagen

Jesaja verortet den Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel und zählt die Arbeiten des Besitzers auf. Danach kündigt er die Strafe an: Die Mauer soll eingerissen werden, damit sie zertreten wird, Dornen und Disteln sollen wachsen, den Wolken wird verboten, auf ihn zu regnen. Die Klage hat die Form einer unbequemen Frage: Was hätte ich an meinem Weinberg mehr tun können, das ich nicht getan habe?

Der responsorische Psalm beharrt auf dem Bild — der Weinstock, der aus Ägypten geholt wurde, die Reben, die sich bis zum Meer erstrecken — und bittet Gott, zurückzukehren, seinen Weinberg zu besuchen, den Rebstock zu pflegen, den seine Rechte gepflanzt hat. Die zweite Lesung, aus Philipper 4, 6-9, wechselt das Register: Sorgt euch um nichts; in allem lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kommen.

Das Evangelium ist das härteste der drei. Ein Besitzer verpachtet den Weinberg, reist ab und schickt Knechte, um die Früchte einzusammeln, die ihm zustehen. Einen prügeln sie, einen anderen töten sie, einen anderen steinigen sie. Er schickt mehr Knechte, und sie behandeln sie genauso. Schließlich schickt er seinen Sohn mit einem Satz, der die Passage überschreibt: „Auf meinen Sohn werden sie achten." Sie werfen ihn aus dem Weinberg und töten ihn. Die Antwort der Zuhörer — er wird diese Bösen umbringen und den Weinberg anderen Winzern verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit liefern — krönt Jesus mit dem Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein wird.

Der tägliche Rosenkranz um 22.00 Uhr und die ihm zugeschriebenen Versprechen

Auf diesen liturgischen Kalender setzt sich eine tägliche Gebetsdisziplin auf: der Rosenkranz um 22.00 Uhr, 25 bis 30 Minuten auf die Minute genau, in der seit Lourdes gebeteten Version auf Spanisch, mit Litaneien, Salve und gesungenem Ave Maria. Dazu kommen Links zu den Homilien — die Kommentare der Dominikaner, die Betrachtungen von Pater Pedro Brassesco oder die von Pater Santiago Martín — für alle, die den Text dem Video vorziehen.

Der Andacht wird ein Katalog von Versprechen zugeschrieben, die mit den Marienerscheinungen verbunden sind: besonderer Schutz und besondere Gnaden, die Eigenschaft als Waffe gegen die Hölle, die Zerstörung der Laster, die Befreiung aus dem Fegefeuer für alle, die ihn andächtig beten, und am äußersten Ende die Garantie, nicht ohne die Sakramente zu sterben. Es ist ein Katalog, den jeder geistliche Begleiter mit hochgezogener Augenbraue lesen würde: Früchte zu versprechen ist nicht dasselbe wie die Ernte zu garantieren.

Franz von Assisi, ein Name aus Geschäftsgründen und die Wüstenväter-Sprüche

Der 4. Oktober ist auch der Gedenktag des heiligen Franz von Assisi, und daher stammt die Kuriosität des Tages: Bei seiner Geburt erhielt er den Namen Giovanni, und sein Vater begann, ihn Francesco — den Franzosen — zu nennen, weil er auf den Messen in Frankreich gute Geschäfte machte. Der Heiligenkalender teilt sich den Tag mit weniger populärem Material, etwa den Sprüchen der Mönche, die im 17. Jahrhundert gesammelt und aus dem Griechischen übersetzt wurden, für alle, die sie gern lesen möchten.

Der Punkt, an dem alles hakt, ist der alte. Der Besitzer im Gleichnis erwartete Früchte und erhielt Gewalt gegen seine Boten. Die liturgische Antwort auf diese Gewalt ist kein Argument, sondern eine Wiederholung: beten, die Perlen durch die Finger gleiten lassen, jede Nacht zur selben Zeit von vorn beginnen. Ob der Weinberg Trauben oder saure Beeren trägt, liegt im Text außerhalb der Kontrolle dessen, der gießt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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