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Der Rabbi, der Pornhub mitbesitzt, und das Gratis-Porno-Geschäft
Solomon Friedman, Anwalt und ordinierter Rabbi, ist einer der Eigentümer von Pornhub, nachdem Ethical Capital Partners das Unternehmen 2023 gekauft hat.
Wer ist Solomon Friedman, der Rabbi, der Pornhub mitbesitzt
2023 kaufte ein kaum bekannter Fonds —Ethical Capital Partners— die Muttergesellschaft von Pornhub. In dem Deal tauchte ein Name auf: Solomon Friedman, Anwalt und ordinierter Rabbi, einer der Eigentümer. TIME und The Washington Post berichteten 2024 darüber. Das Detail mit dem Rabbi verbreitete sich schneller als jede Bilanz. Dahinter liegen zwei Ebenen: die gesellschaftsrechtliche und die der Erzählung.
Wer besitzt Pornhub?
Die kurze Antwort: eine Gesellschaft. Die Übernahme wurde 2023 offiziell angekündigt, und das Unternehmen wurde als Versuch präsentiert, das Geschäft mit Inhalten für Erwachsene zu ordnen, mit Friedman in der Verantwortung. Dass einer der Eigentümer Rabbi und Anwalt ist, erklärt das Geschäft nicht, hilft aber, die Verpackung zu verstehen: Der Diskurs des Unternehmens dreht sich um ethisches Prono, mit Inhaltsverifikation und Kontrolle von Piraterie. Ob das Marketing oder ein echter Wandel ist, lässt sich mit einer Pressemitteilung nicht klären.
Warum Prono seit den Neunzigern gratis ist
Pornhub entstand 2007. Zwölf Jahre zuvor hatte The Hun —vom Niederländer Patrick Terwee— bereits gezeigt, dass das Verteilen kostenloser Links ein tragfähiges Modell ist. Entworfen hat es kein einzelner Besitzer, sondern die Aufmerksamkeitsökonomie, in der der Besucher nicht zahlt und die Kosten durch die Masse gedeckt werden. Daraus ergibt sich die Frage, die die gesamte Debatte über Gratis-Angebote durchzieht: Wer verdient wirklich daran, wenn Milliarden Menschen ohne einen Cent auf Inhalte für Erwachsene zugreifen?
Sensual als ökonomische Variable. Manche behaupten, die massenhafte Verfügbarkeit verändere Gewohnheiten, die Paarbildung und sogar die Geburtenrate, und das verdiene Forschung, bevor man soziale Auswirkungen abtut. Das ist eine vernünftige und offene Hypothese. Was nicht trägt, ist der Sprung im Argumentieren vom messbaren Effekt zum designierten Schuldigen.
Vom konkreten Aktionär zur Theorie der totalen Kontrolle
Von dort springt ein Teil der öffentlichen Debatte vom Unternehmen zur Gruppe: von „dieser Herr besitzt eine Firma“ zu „diese Gruppe besitzt alles“, Banken und Medien inklusive. Man muss es klar sagen: Es gibt keine Belege für diese Erzählung. Es ist die alte antisemitische Theorie der verborgenen Herrschaft, neu verpackt mit einem Unternehmens-Kauf als Beweis. Sie funktioniert aus einem einfachen Grund: Ein Aktionär mit Namen und Gesicht beeindruckt mehr als ein Organigramm.
Das Muster wiederholt sich. Man nimmt eine überprüfbare Tatsache, dehnt sie zur Kategorie aus und fügt den Verdacht hinzu. Der überprüfbare Teil —dass ein ordinierter Rabbi ein Unternehmen für Inhalte für Erwachsene mitbesitzt— verliert sich im unbeweisbaren Teil, und genau der wird geteilt.
Wer bezahlt die Gratis-Prono-Party
Das Geschäft mit Inhalten für Erwachsene ohne Kosten für den Zuschauer basiert auf Traffic: Je mehr Besuche, desto mehr Wert. Die Frage, wer letztlich von dieser Gratis-Kultur profitiert, bleibt offen und erlaubt unbequeme Antworten, aber keine davon führt zu einem angeblichen Komitee, das über die Wünsche der Bevölkerung entscheidet. Sie führt zu Bilanzen, Werbung und Abonnement-Trichtern.
Als Pornhub noch gar nicht existierte, lief Gratis-Prono bereits seit zwölf Jahren. Das Modell braucht keinen Bösewicht mit Namen und Nachnamen. Es braucht Zuschauer, die nicht zahlen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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