Der Kanon des Achtziger-Gitarrensolos: von Dokken bis Testament

Dokken, Ratt, Malmsteen oder Metallica: der Kanon des Achtziger-Solos. Und ein Verwechslung mit dem Quiet-Riot-Bassisten, die alles verändert.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Kanon des Achtziger-Gitarrensolos: von Dokken bis Testament
Die Gitarrensoli, die den Heavy Metal der Achtziger definierten

Was ist das beste Gitarrensolo des Jahrzehnts, das das Shredding erfand? Eine objektive Antwort gibt es nicht, aber wer die Vorschläge Revue passieren lässt, die unter Fans kursieren, erhält eine ziemlich klare Karte des Achtziger-Kanons: Dokken, Ratt, Testament, Metallica, Malmsteen, Vai oder Satriani teilen sich die Gunst, je nachdem, ob Melodie, Geschwindigkeit oder Intensität im Vordergrund stehen.

Von Malmsteens Neoklassik zu Slash' Blues

An einem Ende steht die Virtuosenschule. Yngwie Malmsteen taucht mit seiner Version von Hendrix' "Red House" auf, Steve Vai mit Whitesnakes "Wings of the Storm", während Joe Satriani mit "I Believe" (1987-89) die Schlussphase des Jahrzehnts für sich beansprucht. Das sind Soli, die chirurgische Grifftechnik verlangen und die Gitarre zum absoluten Protagonisten machten, manchmal über dem Song selbst.

Am anderen Pol steht das Kriterium von Intensität und Phrasierung. Kirk Hammett mit Metallicas "One", Slash mit "Sweet Child O' Mine" oder Zakk Wylde mit Ozzys "Miracle Man" vertreten die Schule, die Feeling vor Pyrotechnik stellt. Manche behaupten, die rhythmische Kombination und das Doppelsolo von "Fight Fire with Fire" seien live nie wieder gleich gespielt worden, weil es drei Gitarren erfordert: ein Detail, das zeigt, wie komplex die Sache damals war.

Warren De Martini und die Technik, die im Detail liegt

Einer der interessantesten Momente der Rundschaus ist der, der Warren De Martinis Vibrato bei Ratts "Lay It Down" zerlegt. Es wird als Lehrstück dafür gelobt, wie Vibrato im Hard Rock und Heavy Metal gemacht werden sollte, und ein Cover-Gitarrist wird kritisiert, weil er nicht dieselbe Kontrolle hat: Seine Haltung für die Tonleitern stimmt, aber beim Bending oder Vibrato muss man die Griffposition ändern und den Daumen höher ansetzen. Sonst geht es nicht. So fein ist die Linie zwischen einem großen und einem mittelmäßigen Solo.

Der Fehler, der die Puristen verrät

Die Rundschaus hat auch ihren Moment der gegenseitigen Korrektur. Beim Zitieren von Quiet Riots "Cum On Feel the Noize" wurde das Solo Rudy Sarzo zugeschrieben, doch der war der Bassist. Der Gitarrist war Carlos Cavazo. Das Detail ist nicht klein: In dieser Materie zählt die Urheberschaft mehr als die Popularität des Riffs. Der Ausrutscher wurde markiert und diente als Erinnerung daran, dass hier derjenige die Lorbeeren erntet, der die Gitarre spielt.

Die andere Korrektur kommt aus der Geschichte: Europas "Hummelflug" mit Kee Marcello verweist auf ein klassisches Stück von 1970, das die Messlatte für Geschwindigkeit bereits setzte. Und vor den Achtzigern, 1979, gab es schon Soli, die diese übertrafen. Das Wunderjahrzehnt kam nicht aus dem Nichts.

Das Urteil bleibt also offen. Zwischen der Schule der Melodie und der des Virtuosentums, zwischen De Martinis Vibrato und der Pyrotechnik, die manche George Lynch vorwerfen, hat jeder seinen Favoriten. Die einzige Gewissheit ist: Niemand verzeiht einem Bassisten, dass er sich dort einschleicht, wo er nichts zu suchen hat.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (76 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver