Der Iran-Saudi-Deal, der den Petrodollar bedroht

Das von China vermittelte Abkommen zwischen Iran und Saudi-Arabien bedroht den Petrodollar. Korybko sieht darin einen Todesstoß; andere glauben, die USA müssten nur abwarten, bis ihre Rivalen…

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Iran-Saudi-Deal, der den Petrodollar bedroht

Am 10. März 2023 kündigte China die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Iran und Saudi-Arabien an. Ein geopolitisches Erdbeben, das nach Ansicht des Analysten Andrew Korybko dem Dollar einen Todesstoß versetzt. Die These: Ohne das von Peking vermittelte Abkommen hätte China auf die von der US-Marine kontrollierten Seerouten angewiesen sein müssen. Jetzt kann der Handel über den Nord-Süd-Transportkorridor (NSTC), der Russland über den Iran mit dem Golf verbindet, und über den Wirtschaftskorridor China-Zentralasien-Westasien (CCAWAEC) fließen. Zwei Megaprojekte, die die amerikanische Flotte und die von ihr kontrollierten Meerengen umgehen würden.

Der Petrodollar im Visier

Die Hegemonie des Dollars beruht auf der Kontrolle der Meere und dem Ölhandel in Dollar. Beginnt Saudi-Arabien, sein Rohöl in Yuan zu verkaufen, erhält der Petrodollar einen Schlag, von dem er sich kaum erholen wird. Der saudische Wunsch, den BRICS und der Shanghai Cooperation Organisation (SCO) beizutreten, beschleunigt dieses Szenario. Korybko hält es für unvermeidlich, außer bei „einem schwarzen Schwan“, etwa einem von den USA unterstützten Anschlag auf Kronprinz Mohammed bin Salman. Etwas, das nach der Festigung seiner Macht 2017 unwahrscheinlich ist.

Russland hat den Dollar für den Handel mit Lateinamerika, Asien und Afrika bereits aufgegeben

Parallel dazu hat Russland für seinen Handel mit diesen Regionen den Yuan übernommen, wie bei einem bilateralen Treffen zwischen Pilingui und Xi Jinping verkündet wurde. Die Nachricht machte die Runde: Russland verlässt den Dollar und wechselt zum Yuan. Der Schritt passt in die De-Dollarisierungsstrategie, die zunehmend Anhänger findet. Lula da Silva sagte bei seinem Besuch in Shanghai anlässlich der Vereidigung von Dilma Rousseff an der Spitze der BRICS New Development Bank unumwunden: „Warum muss jedes Land seinen Handel mit dem Dollar absichern? Warum können wir nicht mit unseren eigenen Währungen handeln?“

Die chinesische Flotte übertrifft die amerikanische, so die Erzählung des Threads

Der ursprüngliche Beitrag behauptet, Chinas Flotte habe die der USA bereits überholt. Eine Angabe, die sich mit den gelieferten Zahlen nicht überprüfen lässt, die aber die Wahrnehmung widerspiegelt, dass sich das militärische Gleichgewicht in Richtung Pazifik verschiebt. Die chinesisch-russische Strategie zielt darauf ab, die „Weltinsel“ – alle Kontinente außer Amerika und Australien – durch Landverbindungen zu einer uneinnehmbaren Festung zu machen. Die Abkommen zwischen Iran und Saudi-Arabien vervollständigen dieses Puzzle und das Projekt der Neuen Seidenstraße.

Die USA haben nichts anzubieten, so die dominante Analyse

Die These des Threads lautet, dass Washington nur mit Propaganda, Kriegen und Staatsstreichen antworten kann. „LGBT-Propaganda“ – ein Begriff aus der Debatte – würde in Saudi-Arabien kaum Anklang finden. Es wird argumentiert, die USA hätten die kulturelle Anziehungskraft verloren, die sie einst groß gemacht habe. Der „amerikanische Traum“ sei tot, und heute verkauften sie Werte, die frontal mit den Gesellschaften kollidieren, die sie beeinflussen wollen. Auf der Gegenseite erinnern manche daran, dass die jahrtausendealten Mächte Eurasiens eigene Rivalitäten haben und auch ein hegemoniales China auf Konflikte stoßen wird.

Die Kontrolle der Meerengen und die Nutzlosigkeit der US Navy

Die amerikanische Macht beruht auf der Kontrolle der Meerengen: Sie kann sie nach Belieben schließen und China oder die EU von Nachschub abschneiden. Doch die von Russland und dem Iran vorangetriebenen Landkorridore würden dieses Trumpf wertlos machen. Der Thread verlinkt Analysen, die die US Navy in diesem Szenario für nutzlos halten. Die geoökonomische Integration Eurasiens macht mit der iranisch-saudischen Annäherung einen Sprung, der das Handelspotenzial des Golf-Kooperationsrats (GCC) mit Russland und China freisetzt. Die wohlhabenden GCC-Mitglieder können von zwei Reihen von Megaprojekten mit Transit durch den Iran profitieren.

Die Warnung: Ohne gemeinsamen Feind streiten sich die Verbündeten

Nicht alle kaufen die Erzählung. Eine skeptische Strömung hält, dass die USA sich nur zurücklehnen und die Unterzeichner dieser Pakte sich gegenseitig auslöschen lassen müssen. Osmanen, Sauditen, Perser, Inder, Chinesen und Russen haben ihre eigenen Rivalitäten. Ein künftig hegemoniales China wird Herausforderer heranziehen. Und das chinesische Modell von Krediten mit Infrastruktur als Sicherheit – wie in Sri Lanka – könnte Spannungen erzeugen, wenn ein Land nicht zahlt oder Vermögenswerte verstaatlicht. Die Geschichte von Bündnissen gegen einen gemeinsamen Feind endet immer gleich: Der Feind verschwindet, und das Bündnis zerbricht.



Ist die Vorherrschaft des Dollars vorbei? Die Antwort hängt davon ab, wie lange Saudi-Arabien braucht, um Öl in Yuan zu verkaufen. Derweil handelt die Welt weiter in Dollar und die amerikanische Flotte patrouilliert weiter in den Meerengen. Die offene Frage ist, ob Pekings Abkommen der Anfang vom Ende ist oder nur eine Schlagzeile, die die Zeit widerlegen wird.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (93 Antworten).

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