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BRICS-Gemeinschaftswährung scheitert an russischen Zinsen
Die BRICS debattieren eine Gemeinschaftswährung zur Umgehung des Dollars, doch Misstrauen und Russlands 21%-Zinssatz bremsen das Projekt.
Russland und die BRICS: Die Gemeinschaftswährung muss noch warten
Die Idee einer eigenen Währung der BRICS taucht bei jedem Gipfel wieder auf. Und jeder Gipfel endet ohne sie. Die Debatte über dieses Thema ist mit Nachdruck neu entfacht: Manche gehen davon aus, dass der Block schließlich eine starke Währung emittieren wird, gestützt auf Rohstoffe und Gold, bestimmt zum neuen sicheren Hafen zu werden. Andere erinnern daran, dass es unter den Partnern selbst kreuzende Interessen mit den USA und der Europäischen Union gibt, die das Projekt kurzfristig unmöglich machen. Das Misstrauen zwischen den Ländern, ihre nationale Währung aufzugeben, bleibt die größte Hürde.
Was tatsächlich diskutiert wird
Das anfängliche Missverständnis besteht darin, eine Gemeinschaftswährung mit einer Einheitswährung zu verwechseln. Niemand schlägt vor, dass Yuan, Rubel oder Rupie verschwinden. Was auf dem Tisch liegt, ist eine Rechnungseinheit für den Handel zwischen den Partnern und vor allem ein Zahlungs- und Transfersystem, das die Umgehung des Dollars und des SWIFT-Netzwerks ermöglicht. Das ist die Priorität, die China zugeschrieben wird, mehr als die Währung selbst.
Das europäische Beispiel dient zur Kalibrierung der Zeiträume. Die Idee des ECU wurde im März 1979 als einfacher Korb von Währungen für die interne Buchführung konzipiert. Der Euro kam erst 1999. Zwanzig Jahre. Wer erwartet, dass China, Russland und Indien in vier oder fünf Jahren eine gemeinsame Währung haben, verwechselt einen Wunsch mit einem Kalender.
Herausforderungen, die das Projekt bremsen
Das erste Hindernis ist das gegenseitige Misstrauen. Es gibt Länder im Block mit tiefgreifenden wirtschaftlichen Interessen in den USA und in der EU, und das begrenzt, wie weit sie bereit sind zu gehen. Einige Analysen behaupten, dass Partner als interner Bremsklotz agieren; andere weisen direkt auf Indien als den Partner hin, der am wenigsten bereit ist, monetäre Souveränität abzutreten. Auch Russland erzeugt Zweifel.
Das zweite Hindernis ist die Natur des Blocks selbst. Die BRICS sind keine Wirtschaftsgemeinschaft nach europäischem Vorbild, sondern eine heterogene Gruppe von Ländern mit sehr unterschiedlichen Entwicklungsstufen, politischen Regimen und Handelsprioritäten. Brasilien, Indien, Indonesien, der Iran, die Türkei oder Mauretanien spielen nicht in derselben Liga und haben nicht dieselben Kunden.
Was sie gewinnen und verlieren würden
Die Befürworter des Projekts betonen, dass der Block Rohstoffe, Arbeitskräfte, Gold und niedrige Schulden bündelt. Ein alternatives Zahlungssystem würde Sanktionen ermöglichen, ohne von Washington abhängig zu sein, Kredite gewähren, ohne den IWF zu durchlaufen, und Rohstoffpreise außerhalb der westlichen Märkte festlegen. Im optimistischsten Szenario würde dies die Welt in zwei finanzielle Planeten teilen.
Skeptiker antworten mit einer unbequemen Frage: Wenn die Hälfte der Welt das Dollar-Spiel nicht mehr akzeptiert, wie kommen Länder mit gigantischen Armutsquoten und kolossalen Ungleichgewichten ohne Zugang zu westlicher Finanzierung aus? Die Hegemonie des Dollars stützt sich nicht nur auf die Druckerpresse, sondern auf die Kontrolle der internationalen Institutionen. Und das lässt sich nicht durch eine Pressemitteilung ersetzen.
Der Faktor, den niemand betrachten will: China
China ist der Motor des Projekts und gleichzeitig sein größter Widerspruch. Es ist das Land mit den meisten Dollar- und Euro-Interessen im Block und auch dasjenige, das am meisten Interesse hätte, das System zu verlassen. Seine Wirtschaft weist erhebliche interne Ungleichgewichte auf: Provinzen mit Subsistenzlandwirtschaft, die von Subventionen abhängen, monumentale Bauprojekte mit Wartungsproblemen und eine Immobilienblase, die sich nicht vollständig entleert.
Hinzu kommt der demografische Faktor. Die chinesische Bevölkerungspyramide und die europäische ähneln sich in nichts, und der Binnenkonsum kann Exporte nicht immer ersetzen, wenn diese ausfallen. Die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Chinas ist real – europäische Autozölle beweisen das –, aber das löst das monetäre Problem nicht.
Kontext: Hohe Zinsen und unter Druck stehender Rubel
Während über die Zukunftswährung diskutiert wird, geht es der gegenwärtigen nicht gut. Die russische Zentralbank hat den offiziellen Leitzins auf 21% erhöht, von 19% im Vormonat, 16% im Juli, 12% im August und 7,5% im Juli 2023. Fünfzehn Monate. Unterdessen steht der Rubel weiterhin unter Druck.
Diese Daten widerlegen jede triumphale Erzählung. Eine Währung, die ein sicherer Hafen sein soll, wird nicht mit Notfallzinsen aufgebaut. Und es erklärt, warum viele Analysen Geduld fordern: Die Schritte sind klein, bewegen sich aber in eine Richtung, die vor zehn Jahren undenkbar schien.
Die Diskussion wird weitergehen. Was sich nicht ändert, ist der Ausgangspunkt: Ohne Lösung des Misstrauens zwischen den Partnern und ohne ein funktionierendes Zahlungsmechanismus wird die BRICS-Gemeinschaftswährung weiterhin eine Schlagzeile beim Gipfel bleiben. Und die russischen Zinsen sind eine Erinnerung daran, dass der Weg länger ist, als manche zugeben wollen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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