Der historische Bull Run, auf den kaum jemand setzt

Der Markt erwartet einen historischen Bull Run, doch die vorherrschende Diagnose deutet auf einen Absturz vorher hin: Bitcoin bei 35.000 oder 10.000, bevor es überhaupt losgeht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der historische Bull Run, auf den kaum jemand setzt
Der historische Bull Run, in den kaum jemand investiert

Die These macht in Krypto-Kreisen die Runde: Der große Rally liegt unmittelbar bevor. Doch die Diagnose, die die Diskussion dominiert, ist genau das Gegenteil. Kaum jemand ist für einen historischen Bull Run positioniert, und ein Großteil des Marktes wartet seit Monaten auf Preise, die nicht mehr kommen. Nach Aussage eines Teilnehmers blieb die Mehrheit auf die erwarteten 40.000 fixiert und verpasste einen generationellen Boden; jetzt erfindet sie Ausreden, um zu den aktuellen Preisen nicht zu kaufen.

Der Absturz vor dem Rally

Das vorherrschende Szenario ist nicht der Start, sondern der vorherige Sturz. Spekuliert wird über einen NASDAQ-Einbruch wegen Lockdowns, der Bitcoin auf 35.000 oder im aggressivsten Szenario auf 10.000 drücken würde. Erst nach diesem Boden käme der Rally, „aus dem Keller, wie es sich gehört“. Als Zeiträume werden die Weihnachtszeit oder die Monate direkt davor und danach gehandelt. Manche fassen es sarkastisch zusammen: Der Rally kommt im Oktober, notfalls 2037.

Die Grundidee lautet: Geld verschwindet nicht, es wechselt nur den Ort. Bei zu viel Geld im Umlauf ist die Frage nicht, ob es einen Rally geben wird, sondern wohin dieses Kapital fließt. In Krypto sind bereits alle, die dort hingehören; der Rest, so das Argument, landet woanders. Die offene Frage: Wenn im letzten Sommer Metalle, Aktien und Krypto gleichzeitig fielen – wo war dann das Geld?

Börse auf Rekordhoch und der Untergang am Horizont

Das unbequemste Argument zielt auf den zugrunde liegenden Widerspruch: Die Börse steht auf Rekordhoch, während der große Krypto-Rally erwartet wird. Für manche bleiben da nur zwei Wege. Entweder gehen Börse und Krypto den Bach runter, oder es kommt ein letzter Bull Run vor dem allgemeinen Kollaps – mit Kryptowährungen als Verlierern. Die erste Option gilt als wahrscheinlicher, mit erstklassigen Coins geschenkt für alle, die den Moment richtig lesen.

Der geopolitische Kontext schürt das Feuer. Eine geschlossene Straße von Hormus und einstürzende Börsen zeichnen ein Szenario monatelanger Seitwärtsbewegung ab, mit dem Ruin als gemeinsamem Ziel. Der Glaube, dass das unbegrenzte Geld der großen Akteure am Ende in Risikowerte fließt, überzeugt nicht jeden.

KI und die Angst vor geknackter Kryptografie

Die kurioseste Angst richtet sich auf die künstliche Intelligenz. Dass KI die Kryptografie von Bitcoin brechen könnte, ist keine Gewissheit, hat sich aber zu einer glaubwürdigen Geschichte entwickelt – und das reicht, um Entscheidungen zu beeinflussen. Paradoxerweise sind es ausgerechnet Ex-Kryptobros, die am ehesten daran glauben. Der Gegenpol kommt vom Kalender: Manche erinnern daran, dass die Migration auf quantenresistente Systeme erst für 2029 geplant ist – da bleibt also genug Luft zum ruhigen Schlafen.

Hier stockt die Analyse am Ende. Zwischen dem Absturz vor dem Rally, der Börse auf Rekordhoch und dem Quantengespenst weiß niemand so recht, wann der Bull Run beginnt, den alle zu erwarten behaupten. Ob überhaupt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (25 Antworten).

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