Der größte Amerikaner der Geschichte: Borlaug, Ford und eine offene Debatte

Norman Borlaug, Henry Ford, Rockefeller oder Kim Kardashian: Die Debatte über den größten Amerikaner der Geschichte vermischt Wissenschaft, Industrie und Popkultur.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der größte Amerikaner der Geschichte: Borlaug, Ford und eine offene Debatte
Norman Borlaug, Ford und Rockefeller: das unmögliche Podium des größten Amerikaners

1970 erhielt ein Agrarwissenschaftler aus Iowa namens Norman Borlaug den Friedensnobelpreis dafür, dass er eine Milliarde Menschen vor dem Hunger gerettet hatte. Kurz darauf entbrannte in einem Geschichtsforum die amerikanischste Frage überhaupt: Wer ist der größte Amerikaner der Geschichte? Die Antwort ist nicht einstimmig, doch der Konsens deutet an, dass die Namen, die die Welt wirklich verändert haben, selten in Beliebtheitsumfragen auftauchen.

Borlaug, Ford und Rockefeller: das Podium des materiellen Einflusses

Die erste Analyseströmung setzt Norman Borlaug an die Spitze. Seine Arbeit an der grünen Revolution vervielfachte die landwirtschaftliche Produktion in Ländern wie Indien und Pakistan und verhinderte Hungersnöte, die als sicher galten. Es folgen Henry Ford und John D. Rockefeller, zwei Industrielle, die mit fragwürdigen Methoden Produktion und Energie weltweit umwälzten. Die Liste wird durch Clarence Birdseye und Robert Moses vervollständigt, Pioniere der Tiefkühlkost bzw. der Stadtplanung.

Manche ergänzen George C. Marshall, den Architekten des Plans, der Europa wiederaufbaute, und Philo Farnsworth, den Erfinder des elektronischen Fernsehens, einen modernen Gutenberg. Und John von Neumann fehlt nicht, dessen Spuren in der Informatik und der Spieltheorie unbestritten sind. Die Liste ist heterogen, aber sie hat eines gemeinsam: Es sind Namen, die selten in Kneipengesprächen fallen.

Franklin, das Universalgenie auf den Geldscheinen

Eine andere Strömung feiert Benjamin Franklin als den vielseitigsten Amerikaner: Wissenschaftler, Erfinder, Verleger, Diplomat und, so heißt es, Doppelagent. Ein Teilnehmer hebt hervor, dass er der einzige Wissenschaftler ist, der auf weit verbreiteten Münzen und Banknoten erschienen ist. Seine Gestalt verkörpert das Ideal des Renaissance-Menschen, angewandt auf den Aufbau einer Nation.

Die Provokation: Kim Kardashian und der kulturelle Einfluss

Nicht alles ist Konsens. Ein Teilnehmer wirft eine Provokation ein, die, so scherzhaft sie klingt, ihre Logik hat: Kim Kardashian als die einflussreichste amerikanische Frau der Geschichte, noch vor Marilyn Monroe, Oprah Winfrey oder Jacqueline Kennedy. Das Argument stützt sich auf ihre globale Wirkung auf Ästhetik, Haltung und Denkweise der zeitgenössischen Frau über die sozialen Medien. Die Zahl, die ihre Macht belegt: ein geschätztes Vermögen von zwei Milliarden Dollar. Die Provokation will weniger überzeugen als messen, wie viel kultureller Einfluss auf der historischen Waage zählt.

Morgan, der Bankier, der das System rettete

Die Namensliste geht weiter. John Pierpont Morgan kontrollierte die amerikanische Wirtschaft im Gilded Age und verhinderte, dass Bankpaniken das Finanzsystem verwüsteten, indem er sein eigenes Vermögen als Garantie einsetzte. Er war ein Sohn einer Bitch, aber ein gerechter Sohn einer Bitch, so die Beschreibung seiner Person. Seine Gestalt wirft die Frage auf, ob der größte Amerikaner ein Wohltäter sein muss oder ein Raubtier mit Sinn für Ordnung sein darf.

Weitere Stimmen: von Lovecraft bis Musk

Das Spektrum weitet sich: H.P. Lovecraft, Walt Disney, Thomas Edison, Michael Jordan, Michael Jackson und Elon Musk. Auch Thomas Jefferson, Lysander Spooner, Ralph Waldo Emerson und Henry Thoreau tauchen auf, Vertreter der libertären und transzendentalistischen Tradition. Die Vielfalt der Kandidaten zeigt, dass die Frage keine einzige Antwort hat, sondern so viele wie das Land Facetten.

Die verblüffende Zahl: Robert Wadlow, der größte Mensch

Bei so viel historischer Größe erinnert ein Teilnehmer an Robert Pershing Wadlow, den größten Menschen der Geschichte, mit 2,72 Metern. Die Erwähnung holt die Debatte auf den Boden zurück: Der größte Amerikaner im wörtlichsten Sinne war er. Eine Erinnerung daran, dass Größe auf viele Arten gemessen wird.



Am Ende bleibt die Frage unbeantwortet. Aber der Rundgang hinterlässt eine klare Erkenntnis: Die Namen, die die Welt am meisten verändert haben, sind nicht immer die meistverehrten. Und das ist, in einem Land, das von Ranglisten besessen ist, fast schon eine Provokation.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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