Der Cerdà-Plan: Madrider Dekret und Spekulation im Eixample

Der Cerdà-Plan kam per Dekret aus Madrid —so die These in der Debatte—, nachdem Rovira i Trias den Wettbewerb gewonnen hatte. Der erste Stein wurde 1860 gelegt.

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Der Cerdà-Plan: Madrider Dekret und Spekulation im Eixample
Der Cerdà-Plan: Dekret aus Madrid und Spekulation im Eixample

Am 4. September 1860 legte Königin Isabella II. den ersten Stein der Eixample am heutigen Plaça de Catalunya. Das Schachbrettmuster entstand dort jedoch nicht: Wie im Thread dargelegt wird, war es ein Jahr zuvor per Dekret aus Madrid verordnet worden, nachdem der städtische Wettbewerb von einem anderen Entwurf gewonnen worden war, dem von Antonio Rovira i Trias. Dieser doppelte Ursprung —zentraler Befehl und Entwurf von Ildefons Cerdà— trägt die gesamte spätere Geschichte. Und er erklärt, warum die Diskussion anderthalb Jahrhunderte später noch immer andauert.

Wer baute die Eixample: der Staat oder das katalanische Bürgertum?

Wie in der Debatte zusammengefasst, kam der Befehl von oben und das Geld von unten: Der Staat stellte das Dekret, das Land und den Vorwand; das katalanische Bürgertum stellte das Kapital und errichtete Gebäude, um sie zu vermieten. Immer nach dieser Darstellung sah der ursprüngliche Plan zwei bebaute Seiten pro Häuserblock mit Innenhofgarten vor; die spätere Spekulation baute alle vier Seiten voll und erhöhte die Geschosse. Vier, wo zwei geplant waren. So wurde ein hygienischer Entwurf zu einem Mietgeschäft. Der kommunale Widerstand gegen den Plan war schon vor seiner Genehmigung heftig, weniger wegen seines Inhalts als wegen dessen, was er verkörperte — die Auferlegung durch Madrid.

Fassadenecken, Winde und „private Lokomotiven“

Cerdà war besessen von der Hygiene. Er nutzte die Windrichtung zur Belüftung der Atmosphäre, maß den inneren Parks und Gärten eine zentrale Rolle bei und definierte ungewöhnlich breite Straßen, um der Dichte der Altstadt zu entgehen. Die abgeschrägten Häuserecken rechtfertigte er mit der besseren Sicht für den Verkehr und mit den „privaten Lokomotiven“, die eines Tages fahren würden: Beim Namen irrte er sich, in der Diagnose nicht. Domènech i Montaner hielt diese Straßenbreiten für Quelle unerträglicher Luftströmungen und orientierte die Pavillons des Hospital de Sant Pau gegen die Straßenflucht. Noch 1905 empörte sich Prat de la Riba gegen „die Regierungen, die uns das monotone und beschämende Schachbrett aufgezwungen haben“.

1888 und 1897: wie das echte Barcelona wuchs

Die Weltausstellung von 1888 gab der Stadt neuen Schwung, erneuerte Viertel und schuf öffentliche Dienste. Die Entwicklung des späten 19. Jahrhunderts, mit dem Modernisme und dem in Mietshäuser investierenden Bürgertum, erledigte den Rest: 1897 gliederte Barcelona Sants, Les Corts, Sant Gervasi de Cassoles, Gràcia, Sant Andreu de Palomar und Sant Martí de Provençals ein. Die Stadt, die heute als Beispiel urbaner Rationalität vermarktet wird, entstand in diesem Gemisch aus Dekret, privatem Kapital und sprunghaftem Wachstum.

Vom Schachbrett zum Ziegel als Finanzanlage

Die moderne Wendung der Geschichte ist eine andere. Manche behaupten, Wohnraum verhalte sich nicht mehr wie ein Konsumgut —Autos, Kleidung oder Handys werden billiger und werden ersetzt—, sondern sei zu einer spekulativen Anlage geworden, die aufgekauft und gehortet wird. Daraus springt der Vorschlag hervor: ganze alte Stadtviertel abreißen und auf dem Grund neu bauen, um die Wirtschaft anzukurbeln und die 3 Millionen Arbeitslosen in Spanien, von denen diese These ausgeht, zu beschäftigen. Das Argument stützt sich auf die Geschichte des Städtebaus —das Empire State Building— und darauf, dass China bereits so vorgeht. Der Einwand liegt auf der Hand: Derselbe Markt, der Cerdàs Häuserblöcke verbog, würde entscheiden, was abgerissen und was gebaut wird.

An dieser Stelle stockt die Analyse. Die Eixample entstand nicht allein durch Madrid, war aber auch kein rein barcelonisches Projekt: Es gab ein zentrales Dekret, lokales Kapital und eine Spekulation, die den Entwurf auffraß. Anderthalb Jahrhunderte später sorgt das Schachbrettmuster noch immer für kontroversielle Meinungen; vor allem diskutiert wird, wem der Grund gehört.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (43 Antworten).

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