Der Betrugsvorwurf bei der Briefwahl: 400.000 Stimmen ohne Kontrolle

Es kursiert der Vorwurf, Briefwahl und Listen von Dauer-Nichtwählern erlaubten, 400.000 Stimmen ohne Kontrolle zu bewegen. Frankreich schaffte sie 1975 ab.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Der Betrugsvorwurf bei der Briefwahl: 400.000 Stimmen ohne Kontrolle
Das Schlupfloch der Briefwahl: Wie 400.000 Stimmen ohne Spur bewegt werden

Correos (die spanische Post), Listen von Dauer-Nichtwählern und ein Spielraum von 400.000 Stimmen. Der Vorwurf, der derzeit kursiert —eine Frau erklärt ihn in einem Video, das massenhaft geteilt wird—, besagt, dass das spanische Wahlsystem einen blinden Fleck hat: Wer nie wählt, bleibt als chronischer Nichtwähler registriert, und auf dieser Grundlage lässt sich operieren, ohne dass der eigentliche Stimmberechtigte davon erfährt. Die Zahl, die immer wieder genannt wird, lautet 400.000 Stimmen, «aus dem Nichts» gezogen. Ganz ohne Aufwand.

Der beschriebene Mechanismus hat drei Säulen. Erstens: die Briefwahl, deren Sicherungskette nicht vom Wähler selbst kontrolliert wird. Zweitens: die Listen derer, die sich immer enthalten – ein vorhersehbares und damit ausnutzbares Muster. Drittens: die Möglichkeit, dass jemand eine Stimme im Namen einer anderen Person abgibt, ohne dass der Berechtigte es merkt, bis er wählen will und hört, er habe bereits gewählt.

Auslöser der Diskussion ist ein konkreter Fall: Ein Wähler erfährt am Wahllokal, dass seine Stimme bereits abgegeben wurde. Von dort aus verzweigt sich die Debatte. Manche fordern als Reaktion die ungültige Stimme, andere verlangen die Veröffentlichung, wofür jeder Stimmzettel abgegeben wird, und wieder andere erinnern daran, dass Frankreich die Briefwahl 1975 abschaffte – ausgerechnet wegen der Risiken für die Integrität der Auszählung. Die Tatsache ist nicht trivial: Das Nachbarland ersetzte sie durch die Stimmabgabe per Vollmacht und holte sie nie zurück.

Was ist das 'voto rogado' und warum wird es mit Betrug in Verbindung gebracht?

Das Wahlsystem für im Ausland lebende Spanier —das sogenannte 'voto rogado' (beantragte Briefwahl)— verlangt vom Wähler, seine Unterlagen vorher anzufordern. Die historische Wahlbeteiligung war minimal. Die Diskussion zielt darauf ab, dass die Beseitigung dieser Hürde das Volumen der per Post verschickten Stimmzettel vervielfacht, oft über ausländische Postdienste, deren Zuverlässigkeit niemand prüft. Die dahinterstehende Rechnung: Wenn früher nur ein winziger Prozentsatz der Auslandswähler wählte und nun an alle Unterlagen verschickt werden, wächst die Zahl der im Umlauf befindlichen Umschläge exponentiell. Und mit ihr die Angriffsfläche für Manipulation.

Der Präzedenzfall in Galizien und die Nonnen

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Schlupfloch bei der unterstützten Wahl aufgezeigt wird. In Galizien wurden Fälle dokumentiert, in denen Dritte Stimmen für ältere Menschen in Pflegeheimen abgaben. Das Muster wiederholt sich: schutzbedürftige Wähler, Umschläge, die jemand für sie ausfüllt, und eine Kontrolle, die zu spät kommt oder ausbleibt. Der Vergleich mit den Betriebsratswahlen – wo die Briefwahl ebenfalls immer wieder Streitpunkt war – rundet das Bild ab.

Der Vorschlag, den niemand auf den Tisch legt

In einem Punkt herrscht Konsens: Wenn das System es erlaubt, dass jemand für dich wählt, ist der einzige Weg, es herauszufinden, es selbst zu versuchen und die Überraschung zu erleben. Es gibt keine öffentliche App, mit der man prüfen kann, ob die eigene Identität bei einer Wahl bereits verwendet wurde. Das digitale Zertifikat wird als Verifikationsmethode vorgeschlagen, doch der Vorschlag stirbt am selben Punkt: Niemand hat ihn in den BOE (das spanische Staatsanzeiger-Blatt) gebracht. Derweil bleibt die Enthaltung die bequemste Option. Und die lukrativste für alle, die sie ausnutzen wollen.

Die vollständige Rechnung, mit der Aufschlüsselung, wie viele Stimmen pro Wahlkreis bewegt werden und welcher Spielraum jedes Mandat lässt, ist das Material, das derzeit in den Kreisen kursiert, die das Thema seit Jahren verfolgen. Die Zahl der 400.000 stammt nicht aus einer offiziellen Tabelle. Sie stammt aus einer Subtraktion. Und daraus, dass niemand formale Erklärungen verlangt hat.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (57 Antworten).

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