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Demografie- und Islam-Essays erobern die spanischen Buchläden
Essays, die vor der demografischen Transformation Spaniens warnen, häufen sich in den Buchhandlungen, während die Debatte über ein selbstverlegtes Buch für 60 Euro eskaliert.
Das Verlagsgeschäft mit Warnungen vor Einwanderung
Es gibt ein Subgenre, das auf den Neuheitentischen nicht mehr wegzudenken ist: das Essay, das davor warnt, dass sich Spanien verändert und dass niemand etwas unternimmt, um das zu verhindern. «Los últimos anestesiados» von Salva Conesa reiht sich mit einem erkennbaren Argumentationsmuster in dieses Regal ein, ganz auf der Linie dessen, was Gustavo Bueno bereits als Rückkehr zur Wildheit im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Sarracin beschrieb. Einheimische Geburtenrate auf Tiefstand. Importierte Geburtenrate im Steigen. Und eine Politikerkaste, die – dieser These zufolge – so tut, als gäbe es die Gleichung nicht.
Was vertritt diese Art von Essay? Die drei Säulen des Argumentariums
Das Drehbuch wiederholt sich von Titel zu Titel mit wenigen Abwandlungen. Erstens die Demografie: Die niedrige einheimische Geburtenrate und die Zuwanderung veränderten die gesellschaftliche Zusammensetzung ohne öffentliche Debatte. Zweitens die Betäubung: Jahrzehnte billiger Unterhaltung und Subventionen hätten die Bevölkerung reflexlos gemacht. Drittens – und hier liegt der umstrittenste Teil – die Vorstellung, der Sarracin sei nicht nur eine andere Kultur, sondern ein Rechtsprojekt, das mit dem europäischen Verfassungsrahmen unvereinbar sei.
Es ist eine These, die sich gut verkauft und gleichermaßen Ablehnung hervorruft. Wer sie vertritt, betont allerdings meist, dass sie nichts Neues biete: Die Neuheit sei, dass nun das auf Papier erscheint, was früher nur im Flüsterton kursierte.
Das selbstverlegte Buch für 60 Euro und der KI-Verdacht
Die Diskussion gerät ins Schleudern, als ein weiterer Band auftaucht: «El Niño Lunar: la imposición de nacer», der für 60 Euro verkauft wird. Der Preis löste sofortige Kritik aus, ein solches Werk könne nicht so viel kosten, worauf der Autor erwiderte, allein der Druck in höchster Qualität verschlinge bereits 20 Euro. Der Austausch mündete in einen konkreten Vorwurf: Der Text sei von einer künstlichen Intelligenz geschrieben worden.
Der Autor weist das vehement zurück und betont, das Buch sei aus eigener Kraft entstanden, nicht aus einem Algorithmus. Es ist eine Episode, die ein breiteres Phänomen abbildet: Die Selbstveröffentlichung hat die Herstellung so verbilligt, dass heute im selben Regal der Essay eines großen Verlags neben dem Band eines Autors steht, der zum Sammlerobjektpreis verkauft wird.
Wo die Analyse hängen bleibt
Ab da verliert der Austausch den Faden. Manche fordern vergleichende religionswissenschaftliche Lektüre, andere wollen zurück zu den Königreichen des 15. Jahrhunderts, und wieder andere reduzieren alles darauf, der selbstverlegte Autor brauche Geld für die Rückkehr nach Marrakesch. Mit diesem Material bleibt die eigentlich interessante Frage unbeantwortet: Wie viel dieser Literatur entspricht einem realen Phänomen und wie viel ist reiner Katalog-Oportunismus? Und niemand scheint es eilig zu haben, sie zu beantworten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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