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Del Val ruft zur Grippeimpfung auf, Zeitung recycelt Artikel von 2020
Die Virologin Margarita del Val warnt davor, die Grippeimpfung aufzuschieben, während eine spanische Zeitung einen Artikel von 2020 über Impfstoffe für 2021 erneut veröffentlicht.
Del Val empfiehlt die Grippeimpfung, und eine Zeitung recycelt einen Text von 2020
Die Virologin und Immunologin Margarita del Val richtete von Vegadeo aus eine dringliche Botschaft aus: Die Grippeimpfkampagne duldet keinen Aufschub. Bei sinkenden Temperaturen appellierte die Wissenschaftlerin des Severo-Ochoa-Zentrums für Molekularbiologie an die Bevölkerung, insbesondere an gefährdete Personen, sich gegen das Bicho impfen zu lassen, dessen Inzidenz in Asturien steigt. "Lasst es euch nicht entgehen, je früher, desto besser", betonte Del Val beim Abschluss des Forums Kommunikation und Schule, das vom Institut Elisa y Luis Villamil organisiert wird.
Bis hierhin eine routinemäßige Gesundheitsempfehlung einer Expertin in ihrer öffentlichen Rolle. Das Problem ist, wie diese Stimme beim Leser ankam: verpackt in einen Artikel, der beim Öffnen auf "künftige Impfstoffe, die 2021 auf den Markt kommen" verwies. Ein recycelter Text. Alte Nachrichten als neue Warnung getarnt. Und da kam es zum Chaos.
Der recycelte Artikel, der den Alarm auslöste
Der Fund machte schnell die Runde: Mehreren Teilnehmern zufolge hatte das Medium einen alten Artikel wiederverwendet und als aktuelle Meldung präsentiert. Die Signatur des Textes, ein gewisser Pepe Moreno, half auch nicht, die Zweifel zu zerstreuen. Die überwiegende Reaktion richtete sich nicht gegen die Virologin, sondern gegen die redaktionelle Praxis: Nachrichten wiederholen, um mit veralteten Informationen Panik zu erzeugen. Manche sahen darin direkt einen Grund, das Medium anzuzeigen.
Die Anekdote hat ihren schwarzen Humor. Eine Provinzzeitung belebt einen mehr Jahre alten Text wieder, eine Expertin wird dargestellt, als wäre sie mit derselben Botschaft zurück, und die Leute deuten daraus, dass ein neuer Lockdown bevorsteht. Die Angstmaschinerie läuft von allein, ohne dass jemand sie absichtlich anstoßen müsste.
Von der Angst zum Lockdown: Die Grippe als Generalprobe
Das Gespräch verlagerte sich bald auf das, was die Leute wirklich beunruhigt: ob dies das Vorspiel für etwas anderes ist. Ein Teil der Teilnehmer hält einen Lockdown wie 2020 für unwahrscheinlich, weil damals öffentliches Geld regnete und die Regierungen gemeinsam handelten; inzwischen ist die Finanzierung gestrichen und der Fokus auf die Ukraine verlagert. Das sich abzeichnende Szenario ist ein anderes: steigende Preise, Konsumeinschränkungen und nicht viel mehr.
Dagegen steht das Argument, dass Angst genauso hergestellt wird, mit oder ohne Budget. Der Beweis, so heißt es, sei das alltägliche Bild: Menschen mit Maske im Supermarkt, vorbereitete Apotheken und ein Déjà-vu-Gefühl, das keiner offiziellen Bestätigung bedarf. Manche sprechen offen von "Schäfchenmentalität" und davon, wie leicht sich der Maulkorb-Ritus wieder etabliert.
Die Schweizainippe, der CSIC und das tiefe Misstrauen
Die Skepsis endet nicht bei Del Val. Die Schweizainippe wird als Präzedenzfall für das genannt, was viele als Betrug betrachten, PCR-Tests werden angezweifelt, und der spanische Impfstoff des CSIC (des staatlichen Forschungsrats) wird kritisiert: 21 Millionen Investition und gut 600 Dosen, eine Bilanz, die mit hämischem Grinsen gelesen wird. Das Misstrauen gegenüber Gesundheitsinstitutionen ist längst kein Randphänomen mehr; es ist der Ausgangspunkt.
Manche richten den Blick auch auf das Materielle. Erntehelfer und ihre kläglichen Bedingungen werden erwähnt, und dieser Kontrast dient dazu, die Meritokratie-Erzählung anzugreifen: Die einen schuften sich zu Tode, die anderen leben, ohne addieren zu können. Die Grippe ist in diesem Rahmen nur der Vorwand; der Ärger ist ein Klassenproblem.
Wer ist Margarita del Val und warum polarisiert sie?
Del Val wurde während der Pandemie zu einer Referenzfigur und damit zur Zielscheibe für alles, was dem Gesundheitsmanagement angelastet wird. Ihre Empfehlung, sich gegen die Grippe impfen zu lassen, ist fachlich völlig unauffällig. Ihr Name jedoch trägt die Last einer Zeit, die viele nicht wiederholen wollen.
Das Ergebnis ist ein Gespräch, das wenig über die Grippe und viel über Vertrauen spricht. Über Medien, die recyceln, über Experten, die zu Symbolen werden, und über eine Bevölkerung, die nicht mehr zwischen einer medizinischen Empfehlung und einer versteckten Bedrohung unterscheidet. Der alte Artikel war der Funke. Das Zundermaterial war längst trocken.
Mit diesen Voraussetzungen wird der Murmeltier-Winter turbulent. Und die Frage, die in der Luft bleibt, ist nicht, ob es einen weiteren Lockdown geben wird, sondern wie viele recycelte Schlagzeilen nötig sind, bis die Leute der nächsten keinen Glauben mehr schenken.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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