Debatte über Netanjahus angeblichen messianischen Plan
Es gibt ein Video aus den 1990er Jahren, in dem ein Rabbiner einem jungen Netanjahu seine Rolle in einem langfristigen Plan erklärt: die Bedingungen für die Ankunft des Messias zu schaffen. Das ist keine Internettheorie. Es ist ein aufgezeichnetes Gespräch, das laut denen, die es gesehen haben, den derzeitigen israelischen Premierminister in eine Strömung einordnet, die Politik als eine Möglichkeit interpretiert, die Prophezeiung zu beschleunigen. Die These, die diese Analyse durchzieht, ist unbequem: Die Offensive auf Gaza wäre nicht nur eine militärische Operation, sondern ein Teil eines theologischen Projekts, das darauf abzielt, die Israelis auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören und dabei die Region neu zu ordnen. Nach Gaza, so diese Darstellung, kämen der Rest Palästinas, Syrien und Irak. Der zeitliche Rahmen der Diskussion deutet auf einen Kontext offener Eskalation mit Iran und US-Unterstützung für neue Angriffe hin.
Was das Video aus den 1990er Jahren sagt und warum es wichtig ist
Das Ausgangsmaterial ist explizit: Es gibt eine Aufnahme, in der ein Rabbiner mit Netanjahu über die Beschleunigung der Ankunft des Messias spricht. Diejenigen, die das Video kommentiert haben, behaupten, dass der in diesem Gespräch behandelte Zeitrahmen etwa 300 Jahre beträgt, eine Frist, die, politisch gelesen, nichts entschuldigt: Die Beschleunigung erfolgt schrittweise, nicht auf einmal. Die Diskussion dreht sich nicht darum, ob der Rabbiner die Wahrheit sagte, sondern darum, ob Netanjahu es als Regierungsprogramm verstand. Manche erinnern daran, dass jede jüdische Sekte die Schriften unterschiedlich interpretiert und dass es antizionistische religiöse Strömungen gibt, was es unmöglich macht, von einem einzigen, koordinierten Plan zu sprechen. Aber es gibt auch diejenigen, die argumentieren, dass gerade diese interpretative Streuung es einem organisierten minority Sektor ermöglicht, die Agenda zu bestimmen.
Der am häufigsten wiederholte Punkt ist der politische Nutzen des Messianismus. Man muss nicht an die Prophezeiung glauben, um sie als inneren Kitt zu verwenden. Die kursierende Hypothese ist, dass die militärische Eskalation dazu dient, eine gespaltene Gesellschaft zu einen und eine Expansion zu rechtfertigen, die ohne die religiöse Verpackung im In- und Ausland schwer zu verkaufen wäre.
Die Rolle der US-Evangelikalen und das Geld der AIPAC
Hier wird die Analyse bodenständiger. Ein Teil der Diskussion deutet darauf hin, dass der wahre messianische Motor nicht in Jerusalem, sondern in den evangelikalen Kirchen der Vereinigten Staaten liegt. Die These ist, dass diese Gruppen Israel unterstützen, weil sie glauben, dass sie dadurch die Wiederkunft Christi und die Entrückung beschleunigen. Israel, so diese Lesart, würde sie als diplomatischen und militärischen Schutzschild benutzen: Es braucht sie, um Kriege zu gewinnen und damit jemand ihm den Rücken deckt, wenn die Konsequenzen seiner Verbrechen eintreten. Der Vergleich, der gezogen wird, ist der von Fremen und Atreides: eine lokale Kraft, die von einer externen Macht genutzt wird, die ein glorreiches Schicksal verspricht.
Das Geld kommt ins Spiel. Die AIPAC wird als Finanzierungskanal erwähnt und es wird Ironie über die Demografie dieser religiösen Gemeinschaften gemacht, die viele Kinder haben und keinen Finger rühren, so die kursierende Formulierung. Die Frage, die aufgeworfen wird, ist, was passieren würde, wenn sich die Vereinigten Staaten vom Spielbrett zurückzögen: Israel wäre allein und umzingelt, und die Samson-Option, die darin besteht, alle in den Fall mitzureißen, wäre seine einzige Karte. Das ist keine Vorhersage, es ist ein Szenario, das mit Spott und Angst zu gleichen Teilen behandelt wird.
Die sich abzeichnende Expansion: von Gaza bis Iran
Die Erzählung der Expansion ist in der Diskussion linear: Nach Gaza kommt der Rest Palästinas, dann Syrien, Irak und, wenn nötig, darüber hinaus. Die zugrunde liegende Idee ist, dass das Ziel nicht Selbstverteidigung ist, sondern die Neuordnung der Region, um jegliches Gegengewicht zu beseitigen. In diesem Kontext werden die jüngsten Bewegungen eingeordnet: Israel bereitet sich auf eine Eskalation mit Iran vor, Irak akzeptiert die Blockierung seines Luftraums, um israelische Angriffe zu verhindern, und Trump öffnet die Tür für neue Bombardierungen, falls Iran versucht, sich wieder aufzubauen. Der zitierte Satz ist unmissverständlich: „Wir werden Iran stürzen, wenn sie versuchen, sich wieder aufzubauen.“
Die traditionelle verschwörungstheoretische Lesart passt hier nicht ganz. Manche weisen darauf hin, dass die Aussage, die USA stünden hinter Israel, eine einfache Sicht auf ein sehr komplexes Thema sei. Wenn Netanjahu Washington kontrollierte, würde er es nicht offen sagen. Der Verdacht, der an Gewicht gewinnt, ist ein anderer: dass Israel ein Proxy einer breiteren Elite ist, ein neuer Kreuzzug unter israelischer Flagge, an dem dieselben beteiligt sind, die den vorherigen finanziert haben. Jorge Guerra und seine These über den Schwarzen Adel werden erwähnt, ebenso die kuriose Tatsache, dass Israel Land an den Vatikan verkaufen würde. Es gibt keine überprüfbaren Quellen, aber die Hypothese passt zu dem Gefühl, dass es Interessen gibt, die den lokalen Konflikt transzendieren.
Der Exodus in den Südkegel und die Theorie des alternativen gelobten Landes
Eine der auffälligsten Ableitungen ist die, die behauptet, dass ein Teil der israelischen Elite bereits davon ausgeht, dass Israel zerstört wird, weil die Prophezeiungen es so sagen, und deshalb seit Jahrzehnten einen Exodus in den Südkegel vorbereitet, konkret nach Patagonien in Argentinien. Die These ist, dass dort ein zweites Israel geschaffen wird, ein sicherer Ort angesichts eines Szenarios globaler Überschwemmungen oder einer magnetischen Verschiebung der Erde durch die Ankunft von Nibiru. Es ist eine Mischung aus Geopolitik, Eschatologie und Science-Fiction, die im Material als eine weitere Theorie ohne Beweise präsentiert wird.
Das Argument, das zur Plausibilisierung verwendet wird, ist, dass wenn die Elite nach Patagonien umzieht, dann weil sie sogar die Zerstörung Israels vorhergesehen hat, damit sich die Prophezeiungen erfüllen. Die Schlussfolgerung ist, dass wir nicht vor einem Plan des Sieges stehen, sondern vor einem Plan des kontrollierten Opfers. Die Menschheit würde erwachen, den falschen Messias ablehnen und dann würde das endgültige Chaos eintreten. Es ist Phase 4 eines Drehbuchs, das laut dieser Lesart bereits geschrieben ist.
Der falsche Messias, Blue Beam und totale Kontrolle
Die Diskussion driftet in den Bereich der prädiktiven Programmierung ab. Es ist von einem außerirdischen Messias auf dem Weg die Rede, Blue Beam, und von einem falschen Messias, der von einigen akzeptiert und von anderen abgelehnt würde. Die Idee ist, dass Prophezeiungen keine göttlichen Ankündigungen sind, sondern Drehbücher, die jemand schreibt, damit sie sich erfüllen. Die Frage, die aufgeworfen wird, ist, wer hinter all dem steckt. Die angedeutete Antwort ist, dass die Nnnn ein Proxy sind, nicht die wirkliche Macht, und dass die globale Elite den Konflikt als Tarnung nutzt.
Die Analyse endet ohne Schlussfolgerung. Sie bleibt bei dem Verdacht, dass die, die uns regieren, verrückter sind, als wir denken, oder direkt besessen, so die verwendete Formulierung. Die einzige geteilte Gewissheit ist, dass die Sache nicht stimmt und dass, wenn jemand das Handbuch hat, er es nicht zeigt.
Die verstörende Tatsache ist, dass laut dieser Darstellung der Plan nicht den Sieg Israels vorsieht, sondern seine Zerstörung als notwendigen Schritt für die Ankunft des Messias. Wenn das so ist, lautet die Frage nicht, ob Israel den Krieg gewinnen wird, sondern wie viel es zu verlieren bereit ist, damit sich die Prophezeiung erfüllt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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