Debatte über Hausmittel statt Tierarzt bei kranken Kätzchen

Ein Streit entbrannte, nachdem ein Pfleger die 50-€-Tierarztkosten für ein 300-Gramm-Kätzchen ablehnte und stattdessen Kamille und Desinfektionsmittel vorschlug.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Debatte über Hausmittel statt Tierarzt bei kranken Kätzchen
Ein Kätzchen ohne Tierarzt behandeln: Desinfektionsmittel, Kamille und 50 Euro

Mai 2013. Eine streunende Katze hält auf einem Grundstück an, und zwei ihrer Jungen sterben in den ersten Wochen. Dem Verantwortlichen des Geländes — die Katze gehört ihm nicht — bleiben zwei Kätzchen aus derselben Würfe zurück: eines groß und gesund, das andere erkältet, mit einem geschwollenen Auge und, laut ihm selbst, möglicherweise infiziert. Der Pfleger beziffert die Tierarztkosten auf 50 Euro, eine Schwelle, die er nicht überschreiten will: „Ich würde ihm gerne helfen, aber ich plane nicht, 50 Euro auszugeben“. Sein Plan B sind Amoxicillin, das er in einer Schublade aufbewahrt, Meerwasser für die Augen und Desinfektionsmittel.

Die Frage — wie man ein menschliches Antibiotikum an ein Tier dosiert, das „nicht mehr als 300 Gramm wiegt“ — löst eine Diskussion aus, die sich über mehrere Tage hinzieht und Dutzende von Antworten sammelt. Und sie endet mit dem Tod des Kätzchens und einem Streit zwischen Fremden.

Kann man einem ein Monat alten Kätzchen Amoxicillin geben?

Die Antwort vieler Teilnehmer lautet: Nein. Einer von ihnen ist unmissverständlich: Für eine ausgewachsene Katze von etwa vier Kilo liegen die Dosierungen „zwischen 0,1 und 0,2 Millilitern“ — eine winzige Menge —, sodass es für ein 300 Gramm schweres Jungtier „fast unmöglich wäre, die zu verabreichende Menge zu messen“. Die Warnung: „Man kann es damit töten, wenn man es versucht."

Die Warnung erstreckt sich auf einen Großteil der häuslichen Hausapotheke. Wie ein Forenmitglied erinnert, unterscheidet sich die Empfindlichkeit von Katzen gegenüber Medikamenten von der des Menschen und anderer Tiere: Es gibt Arzneimittel, die sie schlichtweg nicht vertragen. Paracetamol ist das wiederkehrende Beispiel: „Katzen sterben an Paracetamol“, warnt ein anderer Teilnehmer. Was bei einer Art funktioniert, auf eine andere zu übertragen, kann trotz bester Absichten zum Tod des Tieres führen.

Hausmittel bei infizierten Augen

Hier gibt es Spielraum. Das am häufigsten genannte Rezept ist Kamille: ein Aufguss aus Teebeuteln, abgekühlt, mit einem Gazetuch oder einem in Tee getränkten Wattebausch angewendet, „bis sich der Ausfluss erweicht und löst“. Lauwarmes destilliertes Wasser dient als Alternative. Wenn das Auge kein Licht mehr sieht, ist es verloren: Es ist zwingend erforderlich, es so schnell wie möglich zu reinigen.

Für die Infektion nutzen manche Desinfektionsmittel oder verdünntes Wasserstoffperoxid, während andere eine ophthalmologische antibiotische Salbe empfehlen — Gentamicin, Terramycin, Plasimine —, die für ein paar Euro in der Apotheke erhältlich ist. Vorsicht ist jedoch geboten: Es sind Produkte für Menschen, und es ist ratsam, dass jemand mit tierärztlicher Erfahrung die Wahl bestätigt.

Kuhmilch, Brei und Fläschchen: Was die Aufzucht eines Kätzchens kostet

Für die antwortenden Teilnehmer ist Kuhmilch nichts für Katzen: Sie ist gut für Kälber, nicht für Katzen, und erst recht nicht für ein säugendes Jungtier. Laut einem Nutzer gibt es eine kommerzielle Alternative: Schachteln mit Pulvermilch für Katzen und eine Art Fläschchen mit Sauger für etwa 20 Euro], oder einzelne Beutel für etwa einen Euro pro Stück. Bei einem Tier, das noch bei der Mutter trinkt, wird empfohlen, es nicht von ihr zu trennen, solange die Mutter es zulässt. Wenn sie es ablehnt, muss es mit einer Spritze und Brei gefüttert werden.

Das Tierheim und der Diebstahl, der diese Tür schloss

Die institutionelle Lösung erscheint bald: Kontakt mit einem örtlichen Tierschutzverein aufzunehmen, der die Tierarztkosten übernehmen und das Tier vermitteln würde. Die Antwort lautet nein. Die Tierheime „sind am Limit, überlaufen mit ausgesetzten Tieren“, und dem örtlichen Verein war Wochen zuvor das Gebäude gestohlen worden, in dem die Spenden aus dem Markt aufbewahrt wurden. Angesichts dieser Lage erscheint es dem Pfleger als Missbrauch, ihnen ein Neugeborenes zu bringen.

Die Ablehnung überzeugt nicht alle. Einige behaupten, ein kleines Kätzchen sei „sehr vermittelbar“ und das Tierheim wäre der vernünftigste Weg; andere bieten direkt Geld an, um die Untersuchung zu bezahlen, ein Angebot, das abgelehnt wird.

Das Ende: Das tote Kätzchen und das verschwundene Geschwisterchen

Das Kätzchen wird nicht behandelt. Als der Pfleger mit dem Desinfektionsmittel und der gekauften Milch zurückkehrt, ist das Tier bereits tot und starr, und er glaubt, dass es wahrscheinlich schon vor dem Schreiben der ersten Nachricht tot war. Er schiebt es dem Fuchs zu, wie dem Rest der Würfe, „damit er seine Jungen füttert".

Wenige Tage später verschwindet auch das gesunde Geschwisterchen: Der Pfleger glaubt, die Mutter habe es weggebracht oder der Fuchs habe es geholt.

Der Tierarzt, der beim Kauf der Milch konsultiert wurde, war eindeutig: Bei Würfen von Wildkatzen ist es normal, dass die meisten sterben und nur das Stärkste überlebt. Er gab keine Empfehlung zur Behandlung und machte keine Hoffnung.

Die unumgängliche Schlussfolgerung — und hier scheitert jede Kalkulation — ist, dass das Ende nicht vom Desinfektionsmittel oder der Kamille abhing, sondern von einer Entscheidung, die vor der ersten Frage getroffen wurde: 50 Euro, ja oder nein.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (101 Antworten).

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