Debatte über die „gebrochene Normalität": Proleten, Sekten und Angst vor dem Nachbarn

Eine Forumsdiskussion beschreibt Alltagsszenen —Proleten, Sekten, Angst vor dem Nachbarn— als Symptome einer „gebrochenen Normalität", deren Ersatz niemand kennt

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Debatte über die „gebrochene Normalität": Proleten, Sekten und Angst vor dem Nachbarn
Die Normalität bricht: Proleten, Sekten und Angst vor dem Nachbarn

Die Normalität ist gebrochen, Stück für Stück. Das ist die These, die diese Tage eine aktuelle Debatte durchzieht – nicht wegen eines konkreten Ereignisses, sondern wegen der Anhäufung kleiner Alltagsszenen, die zusammen ein anderes Land zeichnen. Männer, die sich auf die Straße scheißen, Proleten, die sich breit machen, aufgeblähte Jugendliche, von der Straße verbrannt, unheimliche alte Frauen, die dir ihr Übel schicken, die Polizei, die dir jedes Übel in die Schuhe schieben will, irgendein Übel. Die Verformung als soziale Norm. Zu viele Machenschaften pro Quadratmeter, fasst der Eröffnungsbeitrag zusammen.

Es gibt kein einzelnes Faktum, das das Phänomen erklärt. Es gibt eine Summe: die bunte Realität einer Sekte, die angeblich die Sympathie hochhält, jene, die sagen, sie würden nichts anrühren, diejenigen, die die Tür einer Wohnung eintreten wollen, die Eigentümer, die sagen, sie bekämen Angst vor der Politik eines Erlasses. Die Rechte der Welt, die sagt, sie werde Nancy, die Russen, die sagen, sie hätten einen Krieg, die junkieartige Nachbarin als Meilenstein der neuen Normalität, mit ihrem Hund, der nichts als Bosheit bellt, mit ihrer Unpünktlichkeit. Tarnungen des sozialen Gestanks, der Übergang zum Künstlichen, der Heckenschneider als Hyperrealität des Konventionellen.

Das paradoxe Rathaus und das hyperreale Küken

Die Diagnose wird mit zwei Figuren geschärft: das paradoxe Gemeindeamt und das hyperreale Küken, das deine Realität an eine andere soziale Realität übergeben will. Zusammen machen sie einen normal. Der Krankenpfleger, der beschloss, nicht nur zu geben, sondern auch zu nehmen. Die vorprogrammierte KI, die böse schaut. Die Verformung kommt nicht von einer Stelle: Sie kommt von der Summe aller.

Vom Text zum Rap: die Antwort der Leute

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Jemand schlug vor, den Text in einen harten Song zu verwandeln, ihn auf YouTube hochzuladen und zu posten. Die Idee zündete: Mehrere lasen den Text als Rap und waren sich einig, dass es ein brutaler Song wäre. Einer sagte sogar, er werde ihn klauen. Ein anderer bot an, Chorgesang zu singen und Maracas zu spielen. Großartig, Vicente, der rappt wie ein Ian Gillan, fasste einer zusammen. Der Text, als Diagnose gedacht, endete als kreatives Material.

Der Zug nach Cercedilla und die zerbrochene Brille

Unterdessen schlich sich die gebrochene Normalität durch die Hintertür ins Gespräch. Ein entgleister Zug in Cercedilla heute Morgen, vierzig Minuten Verspätung, die üblichen Solidaritätsbekundungen. Eine zerbrochene Brille im Rucksack, über die die Leute im Lidl seltsam schauen. Eine gerissene Windschutzscheibe, seit drei Monaten unersetzt aus Geldmangel. Wenn die mich komisch ansehen, hab ich eine gerisseneeee Scheibe, ich kann sie mir nicht leisten. Die kleinste Anekdote als Thermometer dessen, was bricht.

Die gebrochene Normalität, ohne Abschluss

Die Debatte kommt zu keinem Schluss. Es gibt keinen Vorschlag, kein Ende. Nur die Feststellung, dass etwas kaputtgegangen ist und dass jeder es trägt, wie er kann: die einen rappend, andere mit der Brille baumelnd, wieder andere wartend auf einen Zug, der nicht kommt. Die Normalität ist gebrochen, Stück für Stück, und niemand weiß noch, was sie ersetzt.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (19 Antworten).

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