Debatte über das Abendessen der Freimarkt-Gurus in Forum

Ein Wirtschaftsforum parodiert ein Treffen liberaler Ideologen und debattiert über Kapitalismus, Milei und die Agenda 2030.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Debatte über das Abendessen der Freimarkt-Gurus in Forum
Wer bezahlt das Abendessen der Freimarkt-Gurus?

Was geht vor sich, wenn die Elite des liberalen ökonomischen Denkens gemeinsam im Casino de Madrid am Tisch sitzt? Die Szene, die in einem Wirtschaftsforum sarkastisch beschrieben wird, versammelt Namen, die Marktfreiheit in Fernsehstudios und Kolumnen verkaufen: vom medialen Ökonomen, der sein ideologisches Erkennungsmerkmal vor dem Eintritt ablegte, bis hin zum Gastgeber mit Ziegenbart und Ruf als Geldverleiher. Das Menü umfasst laut der kursierenden bissigen Chronik alles von der Verteidigung von Rentenkürzungen bis hin zur Rechtfertigung des Organhandels. Alles nur für das Geld, so die Beschreibung.

Das Bild ist nicht nur ein Foto. Es ist eine Art des Hinsehens. Und der Rest der Debatte, die sich über mehr als zwei Jahre hinzieht, macht diese Momentaufnahme zu einem Schlachtfeld darüber, was Liberalismus wirklich bedeutet, wer ihn finanziert und warum diejenigen, die ihn am lautesten predigen, noch nie im Leben gearbeitet haben.

Was dem „Salon-Liberalismus“ vorgeworfen wird

Die erste Front betrifft die Kohärenz. Es wird argumentiert, dass ein Großteil der Ideologen des Freimarktes von Stiftungen, Lehrstühlen, Talkshows und Büros lebt, die mit öffentlichen Geldern oder denen großer Konzerne bezahlt werden. Die Kritik ist direkt: Sie predigen Wettbewerb, nähern sich aber der Macht an, um Dividenden, Büros oder Sitze in Aufsichtsräten zu kassieren. Pagascal, der unverzichtbare Globalist, soll sein ideologisches Armband abgelegt haben, bevor er eintrat, um nicht aufzufallen, heißt es in der Beschreibung.

Die zweite Front betrifft die Ergebnisse. Es gibt Stimmen, die behaupten, dass der heutige Liberalismus nichts mit dem klassischen spanischen Liberalismus zu tun hat und dass das, was heute als wirtschaftliche Freiheit verkauft wird, in Wirklichlichkeit anglo-sächsische Piraterie auf anderem Wege ist. Die kursierende These lautet, dass die Selbsternannten Libertären und Anarchokapitalisten die Fortsetzung einer ideologischen Kontamination sind, die mit Locke begann und im ungebremsten Materialismus endete.

Ist Milei ein Kapitalist oder ein Produkt des Staates?

Der argentinische Fall durchzieht die gesamte Debatte. Ein Teil behauptet, dass Milei nicht den Kapitalismus repräsentiert, sondern das, was vor dem Kapitalismus kam, und dass sein Experiment bei einem Scheitern in einer intellektuellen Korrektur enden wird. Ein anderer Teil verteidigt, dass der Kapitalismus mit all seinen Fehlern besser ist als die Alternative: Vor dem Kapitalismus gab es nur Knechtschaft und Armut, und wer das nicht sieht, hat die Geschichte nicht gelesen.

Der Austausch verschärft sich, wenn er mit Venezuela und Kuba verglichen wird. Während die einen daran erinnern, dass man dort „Lindenblätter isst“ (verarmt ist), antworten andere, dass das Problem nicht Maduro sei, sondern die „Wurstbratens in Krawatten“, die an langen Tischdecken sitzen. Das wiederkehrende Zitat lautet, dass Ideologie die emotionale Organisation kollektiver Unwissenheit sei.

Der Staat schafft auch Unternehmen: Korea, Seat und Microsoft

Einer der substanziellsten Beiträge der Debatte räumt das Argument aus dem Weg, der Staat schaffe kein unternehmerisches Gefüge. Es werden konkrete Fälle genannt: die Garum-Fabriken von Baelo Claudio, die handbetriebenen Webereien für Merinowolle, die mit Realen de a ocho finanziert wurden, das nationalistische Seat, die Technologieindustrie Südkoreas unter dem Schutz von Fünfjahresplänen und die Schweizer Uhrmacher, die die Regierung brauchten, um ihren Status zu festigen.

Das Gegenargument lautet: Wenn es Staaten ohne unternehmerisches Gefüge gibt, dann ist etwas anderes als staatliches Eigentum das, was Unternehmen schafft. Die Antwort lautet, dass laut einer in der Debatte kursierenden Berechnung Nordkorea in einem Jahr 725 Millionen Dollar an Textilien exportiert, während Spanien mit der doppelten Bevölkerung weniger als ein Drittel im gleichen Sektor exportiert. Die Zahl, als Provokation lanciert, lässt erkennen, dass es in der Diskussion nicht darum geht, ob der Staat Unternehmen schafft oder nicht, sondern um welche Art von Staat und mit welchen Regeln.

Die Agenda 2030 als Bedrohung und als Vorwand

Ein weiterer Schwerpunkt der Debatte ist die Agenda 2030. Es gibt die Ansicht, dass die wahre Bedrohung nicht der klassische Liberalismus sei, sondern der Globalismus, der sich als Pogre tarnt, und dass die ehemaligen Podemos-Anhänger und die neuen Liberalen mit Krawatte dieselben Hunde mit unterschiedlichen Halsbändern seien. Die These ist, dass beide Seiten das freundliche Gesicht desselben Projekts darstellen: der Mittelklasse Freiheit und Eigentum zu entziehen, während die Dividenden untereinander aufgeteilt werden.

Demgegenüber stützt sich die Verteidigung des Kapitalismus auf ein einfaches Argument: Wenn dich etwas freier machen kann, dann ist es Geld, und wer das zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht versteht, hat gar nichts verstanden. Die Diskussion driftet ab zu Drehtüreffekten, privatisierter Energie und Strohmännern, die in westlichen Regierungen platziert werden, um sich nicht direkt schmutzig zu machen.

Der Abschluss: Eine Philanthropin, ein Geldverleiher und ein Casino

Das Porträt wird durch die Anekdote einer Philanthropin vervollständigt, die Olivenbäume in Teruel schirmt, während sie in Bangladesch in Krankenwagen, in Uganda in Wasseraufbereitungsanlagen und in Malawi in Sonnencreme für Menschen mit Albinismus investiert. Die Frage, die im Raum steht, ist, wie man vom Wunsch, Missionarin zu sein, zur Managerin eines Telekommunikationsunternehmens wird. Die Antwort, entsprechend dem allgemeinen Ton, ist: Das Casino gewinnt immer.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (102 Antworten).

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