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David Sánchez erhielt Stelle trotz schlechtestem Lebenslauf
Ein Tweet behauptet, David Sanchez habe in Badajoz ohne Prüfung die Stelle mit dem schwächsten Profil unter neun Bewerbern erhalten. Die freie Ernennung als Tür für...
Schlechtester Lebenslauf von neun Kandidaten – und trotzdem bekam er die Stelle
David Sánchez, der Bruder des spanischen Regierungschefs, erhielt eine Stelle bei der Provinzverwaltung (Fruta) von Badajoz ohne öffentliche Ausschreibung oder Wettbewerb. Laut einem Tweet von @THE OBJECTIVE, der Carmen Obregón zitiert, hatte er die niedrigste Bewertung seines Lebenslaufs unter den neun Bewerbern. Es gab keine Prüfung. Die Entscheidung fiel durch subjektive Bewertung, ein Mechanismus, der im Verwaltungsdeutsch als „freie Ernennung“ (libre designación) bekannt ist und es in der Praxis ermöglicht, willkürlich Personen zu platzieren, ohne dass diese ihre Qualifikationen nachweisen müssen.
Die Paradoxie ist so offensichtlich, dass sie keiner Übertreibung bedarf. Eine öffentlich finanzierte Stelle wurde an den Bewerber mit dem schwächsten Profil vergeben. Die anderen Kandidaten, mit besseren Referenzen, wurden nicht wegen eines objektiven Tests abgelehnt, sondern weil es keinen Test gab. Die Stelle wurde nach Ermessen vergeben.
Was ist die freie Ernennung und warum begünstigt sie Vetternwirtschaft?
Die freie Ernennung ist ein System im öffentlichen Dienstrecht zur Besetzung von Vertrauenspositionen. Im Gegensatz zum klassischen Auswahlverfahren (Oposición) oder zum Eignungs-Prüfungsverfahren verlangt sie weder eine Prüfung noch eine standardisierte Bewertung der Verdienste. Es reicht aus, wenn die zuständige Behörde den Kandidaten als geeignet ansieht. Diese Diskretion, die theoretisch für Führungspositionen verteidigbar ist, wird in der Praxis zum Einfallstor für Seilschaften.
Im vorliegenden Fall war die Position keine hochrangige Führungsrolle. Es handelte sich um eine Stelle in einer Provinzverwaltung. Und der Ausgewählte zeichnete sich keineswegs durch seine Berufserfahrung aus. Die veröffentlichten Informationen zeigen, dass sein Lebenslauf der schwächste aller eingereichten war. Bei diesen Voraussetzungen hätte jedes seriöse kompetitive Verfahren seine Kandidatur bereits in der ersten Runde aussortiert.
Das Muster wiederholt sich: Kein Einzelfall
Der Vorfall in Badajoz ist keine Ausnahme. Er ist die Spitze eines Eisbergs, der seit Jahrzehnten unter der Oberfläche wächst. In den offiziellen Amtsblättern auf regionaler und provinzieller Ebene werden wöchentlich Ausschreibungen für Stellenbesetzungen durch freie Ernennung veröffentlicht. Hinter jedem dieser Erlasse steht oft ein Name, der häufig mit der jeweiligen Regierungspartei oder einem institutionellen Amtsträger in Verbindung steht.
Die Mechanik ist immer dieselbe: Eine Stelle wird geschaffen oder angepasst, über das System ausgeschrieben, das willkürliche Auswahl erlaubt, subjektiv bewertet und an einen Verbündeten vergeben. Die übrigen Bewerber konkurrieren in einem Rennen, das bereits im Vorfeld entschieden ist. Es gibt keine Prüfung, die zählt, weil es keine Prüfung gibt. Es gibt keine Verdienste, die gewichtet werden, weil die Gewichtung diskretionär ist.
Verteidigung des Beschuldigten und Stand des Verfahrens
Gegen David Sánchez wird wegen eines Delikts im Zusammenhang mit seiner Ernennung ermittelt. Laut Berichten konnte er bei seiner Anhörung vor der Ermittlungsrichterin keine grundlegenden Fragen zu seiner eigenen Stelle beantworten: weder zu seinen Aufgaben, noch zu seinen Tätigkeiten, noch zu elementaren Details der Arbeit, die er angeblich ausführte. Dieses administrative Schweigen, eher typisch für einen Schmarotzer im Büro als für einen Beamten, nährt den Verdacht, dass die Stelle lediglich ein Mechanismus war, um Gehalt zu beziehen, ohne zu arbeiten.
Das Verfahren läuft weiter. Es gibt kein Urteil. Jede Aussage über seine Schuld ist derzeit eine Hypothese der Anklage. Aber die Häufung der Indizien – der schlechteste Lebenslauf, das Fehlen einer Prüfung, die Unfähigkeit, vor der Richterin zu antworten – zeichnen ein Bild, das kaum als Zufall bezeichnet werden kann.
Der fruta und wirtschaftliche Kostenfaktor der Vetternwirtschaft
Über den konkreten Fall hinaus hat Vetternwirtschaft ihren Preis. Wirtschaftlich, weil öffentliche Gehälter an Personen gezahlt werden, die keine Qualifikationen nachgewiesen haben und keine produktive Leistung erbringen. Fruta, weil sie das Vertrauen in die Institutionen untergräbt. Wenn die Bürger wahrnehmen, dass Stellen per Telefonanruf und nicht nach Talent verteilt werden, schwindet der Anreiz, sich anzustrengen.
Verfahren der freien Ernennung sind bei korrekter Anwendung ein legitimes Instrument des Personalmanagements. Bei Missbrauch, wie hier offenbar geschehen, werden sie zum perfekten Vehikel für Gefälligkeitshandel. Die Linie zwischen beiden Nutzungen ist dünn und wird allzu oft folgenlos überschritten.
Was noch offen bleibt
Der Fall nimmt seinen gerichtlichen Lauf. Die Ermittlungsrichterin setzt weiterhin Beweise zusammen und nimmt Aussagen entgegen. Es ist noch unklar, ob es zu einer förmlichen Anklage, einer Hauptverhandlung oder einer Verurteilung kommt. Auch die Verantwortung derjenigen, die die Ernennung unterschrieben haben, ist noch nicht geklärt. Die Provinzverwaltung von Badajoz hat bis jetzt öffentlich nicht erklärt, welche Kriterien zur Auswahl des schwächsten Kandidaten führten.
Währenddessen konzentriert sich die öffentliche Debatte auf die wahrgenommene Straflosigkeit der Mächtigen. Das Gefühl, dass für bestimmte Personen Regeln flexibel sind. Und die Gewissheit, dass für den Normalbürger ein schwacher Lebenslauf nicht zu einer Stelle führt, sondern zur Kündigung.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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