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Das Weltuntergangs-Gerücht zum 3. Dezember: weder Nostradamus noch Von Foerster
Die Behauptung, die Welt gehe am 3. Dezember unter, mischt ein Bevölkerungspaper von 1960 mit einer Nostradamus-Prophezeiung. Das echte Datum der Studie war ein anderes: 2026.
Das Gerücht zum 3. Dezember: weder Nostradamus noch die Kurve von 1960
Ein wissenschaftlicher Artikel von 1960 und eine angebliche Prophezeiung aus dem 16. Jahrhundert kursieren seit Tagen in sozialen Medien als Beweis dafür, dass die Welt am kommenden 3. Dezember untergeht. Das Problem: Beides sagt nicht das, was ihnen zugeschrieben wird. Das Datum, das tatsächlich in einem Paper auftaucht, ist ein anderes: Freitag, der 13. November 2026.
Der wahre Ursprung liegt in einem Text von Heinz von Foerster und zwei Kollegen, veröffentlicht in der Zeitschrift Science unter dem Titel "Doomsday: Friday, 13 November, A.D. 2026". Sie legten eine Kurve an das Wachstum der Weltbevölkerung der vorangegangenen Jahrhunderte an und stellten fest, dass sie schneller wuchs als eine Exponentialfunktion: Je mehr Menschen, desto schneller wuchs die Gesamtzahl. Lief dieser Trend weiter, ergab die Formel eine unendliche Bevölkerung an genau diesem Datum. Es war halb im Scherz, halb ernst gemeint, und der eigentliche Punkt war ein anderer: Dieser Trend konnte nicht anhalten, irgend etwas würde ihn bremsen müssen.
Was aus Von Foersters Kurve wurde
Gebremst hat sie. Die Wachstumsrate der Weltbevölkerung erreichte Ende der 60er Jahre ihren Höchststand und sinkt seither ununterbrochen. Die Formel wirkte als Warnung, nicht als Prophezeiung. Bis zum 3. Dezember ist es danach ein weiter Weg, den niemand mit Daten erklärt: Das Datum taucht weder im Paper noch in den aus zweiter Hand zitierten Versen des französischen Astrologen auf.
Bemerkenswert ist, wie die Lawine ins Rollen kam. Ein Demografie-Paper von vor über sechzig Jahren, eine vage Erwähnung Nostradamus' und ein runder Termin an einem Donnerstag. Mit diesen Zutaten hat das Gerücht in sozialen Medien und im einen oder anderen Wirtschaftsforum ein Eigenleben entwickelt, wo die Nachricht eher mit Augenzwinkern als mit Panik aufgenommen wird.
Der Kalender als Vorwand für Witze
Denn der 3. Dezember fällt auf einen Donnerstag, und das hat praktische Folgen. Manche beklagen, dass er ihnen den Nachmittag versaut, manche bitten um Verschiebung auf die Zeit nach den Ferien, und manche warnen, das verlängerte Wochenende und die Weihnachtslotterie seien gefährdet. Die häufigste Beschwerde ist nicht existenzieller, sondern logistischer Natur: Die letzten drei Weltuntergänge waren schlecht geplant, und dieser nimmt denselben Kurs.
Auch für häusliche Abrechnungen bleibt Raum. Geht die Welt unter, wird die Hypothek storniert, die Rechnungen abgelehnt und man stirbt mit einem Lächeln. Das ist die Art von Humor, die aufkommt, wenn man die Bedrohung nicht glaubt, aber nutzt, um sich Luft zu verschaffen. Und eine Kalender-Perle: Wer am 3. Dezember 1970 Geburtstag hatte, erinnert sich, dass auch jener Tag ein Donnerstag war – und dass donnerstags bei ihm immer alles schiefgeht.
Warum das Weltuntergangs-Gerücht immer wiederkehrt
Der jüngste Präzedenzfall ist 2012 und der Maya-Kalender. Mehr als ein Jahrzehnt ist vergangen, und wir sind noch da. Das Muster wiederholt sich: Man nimmt einen seriösen Text, entfernt den Kontext, fügt ein Datum hinzu und lässt die Sache laufen. Das Ergebnis muss nicht wahr sein, um zu funktionieren; es muss nur teilbar sein.
Der wirtschaftliche Aspekt ist der gewohnte: Die Kollaps-Erzählung verkauft sich besser als die langweilige. In der meantime bleibt die einzige Zahl, die einer Prüfung standhält, die von 1960 – und sie verweist auf 2026, nicht auf diesen Donnerstag.
Und was, wenn am Ende das Klügste wäre, den Panettone zu kaufen und es gelassen zu nehmen?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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