Das gebrochene Versprechen an die Generation Z (studieren, arbeiten und ... wofür?)

Der Zugang zu Wohnraum und die Lohnschere brechen das Versprechen eines besseren Lebens für die Generation Z.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Die Formel aus Studieren und Anstrengen, um es den Eltern einmal besser zu haben, ist zerbrochen; der Zugang zu Wohnraum und die Diskrepanz zwischen Produktivität und Reallöhnen verhindern, dass die Generation Z die versprochene wirtschaftliche Stabilität erreicht.

Das Versprechen war klar und wurde jahrzehntelang wiederholt: Studiere, streng dich an, hol dir einen Abschluss, und dein Leben wird besser sein als das deiner Eltern. Eine Formel, die einigermaßen gut funktionierte, solange die Kosten für Wohnen, Bildung und berufliche Stabilität in einem vernünftigen Verhältnis zu dem standen, was ein Job bieten konnte. Doch dieses Verhältnis ist zerbrochen. Wer heute demselben Rezept folgt, stellt fest, dass es nicht mehr dieselben Ergebnisse liefert. Es ist nicht so, dass sich diese Generation nicht anstrengt; es ist so, dass dieselbe Anstrengung, die früher ein Leben in der Mittelschicht garantierte, heute kaum noch für die Miete einer WG-Wohnung reicht.

## Zugang zu Wohnraum, eine Illusion

Über weite Teile des 20. Jahrhunderts hinweg erforderte der Kauf einer Immobilie eine relativ stabile Anzahl von Jahren durchschnittlicher Einkommen. Dieses Verhältnis hat sich in den letzten Jahrzehnten messbar auseinanderentwickelt, unabhängig von der individuellen Anstrengung. Das **Joint Center for Housing Studies** der **Harvard**-Universität hat in seinen Jahresberichten dokumentiert, wie sich das Verhältnis zwischen dem durchschnittlichen Immobilienpreis und dem durchschnittlichen Haushaltseinkommen in den **USA** seit den achtziger Jahren kontinuierlich vergrößert hat. In vielen der größten Ballungsräume des Landes würde es, um das Erschwinglichkeitsniveau früherer Generationen zu erreichen, zusätzliche Jahrzehnte des Sparens beim heutigen Lohnniveau bedeuten. Der Bericht führt diese Schieflage darauf zurück, dass die Immobilienpreise im selben Zeitraum deutlich schneller gestiegen sind als die Reallöhne.

## Produktivität führt nicht zu besseren Löhnen

Es besteht die weitverbreitete Wahrnehmung, dass härtere oder effizientere Arbeit sich direkt in besseren wirtschaftlichen Bedingungen niederschlagen sollte. Die Belege der letzten Jahrzehnte stellen diesen Zusammenhang erheblich in Frage. Das **Economic Policy Institute**, ein US-amerikanisches wirtschaftswissenschaftliches Forschungszentrum, hat dokumentiert, dass zwischen **1979** und den folgenden Jahrzehnten die Arbeitsproduktivität in den **USA** deutlich schneller wuchs als die durchschnittliche Vergütung der Arbeitnehmer. Damit kehrte sich ein Verhältnis um, das zwischen **1948** und **1979** deutlich proportionaler gewesen war. Dieser Befund, der in Analysen anderer entwickelter Volkswirtschaften mit Nuancen bestätigt wurde, wird häufig angeführt, um zu argumentieren, dass der gestiegene Effizienzgrad der heutigen Arbeit sich nicht proportional in Lohnverbesserungen für diejenigen ausgewirkt hat, die ihn erbringen.

## Flexible Arbeit, ein unternehmerischer Widerstand

Der unternehmerische Widerstand gegen flexible Arbeitsmodelle beruhte nicht immer auf realen technischen Grenzen. In vielen Fällen existierte die erforderliche Infrastruktur bereits Jahre, bevor die Umstände ihre flächendeckende Einführung erzwangen. Umfragen von **Gallup** aus dem Jahrzehnt vor der Pandemie zeigten bereits, dass ein erheblicher Anteil der Bürobeschäftigten davon ausging, dass ihre Aufgaben ganz oder teilweise außerhalb des Büros erledigt werden könnten, da sie hauptsächlich von bereits verfügbaren digitalen Werkzeugen abhingen. Trotz dieser dokumentierten Machbarkeit kam die Massenadoption von Telearbeit erst zustande, als eine globale Gesundheitskrise sie **2020** erzwang. Arbeitsmarktforscher sehen darin den Beleg, dass der frühere Widerstand eher auf Präferenzen der Führungsebene für Kontrolle beruhte als auf echten technischen Grenzen.

## Berufliche Stabilität, ein schwindendes Konzept

Die Erwartung einer stabilen Karriere innerhalb ein und derselben Organisation, wie sie frühere Generationen kannten, ist deutlich wechselhafteren Beschäftigungsmustern gewichen. Das verändert rational betrachtet die Bereitschaft, sich für eine bestimmte Organisation aufzuopfern. Die Beschäftigungsdauerdaten des **Bureau of Labor Statistics** verzeichnen einen anhaltenden Trend zu einer kürzeren durchschnittlichen Verweildauer junger Arbeitnehmer im selben Job im Vergleich zu historischen Daten früherer Generationen in vergleichbaren Phasen ihres Erwerbslebens. Arbeitsökonomen weisen darauf hin, dass diese geringere Stabilität in Kombination mit dem Rückgang von Leistungen wie leistungsdefinierten Betriebsrenten (früher üblich, heute im Privatsektor praktisch ausgestorben) die rationale Abwägung grundlegend verändert hat, wie viel persönlichen Verzicht es noch sinnvoll ist, in eine Organisation zu investieren, die längst nicht mehr dieselben langfristigen Garantien bietet.

Wenn dieselbe Formel (studieren, sich anstrengen, produktiv sein) nicht mehr dasselbe Ergebnis liefert wie für frühere Generationen, ist es dann noch sinnvoll, das Engagement eines Menschen weiterhin genauso daran zu messen, wie bereit er ist, sich aufzuopfern wie früher? Es geht nicht darum, dass eine Generation weniger will als die vorherigen, sondern dass es, angesichts konkreter Daten darüber, was sich tatsächlich am Verhältnis von Anstrengung und Belohnung verändert hat, zunehmend schwieriger wird, dieselbe Anforderung zu rechtfertigen, ohne im Gegenzug etwas Ähnliches zu bieten wie das, was einst versprochen wurde.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (9 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver